Finanzminister - «Spiegel»: Deubel wollte Investoren mit acht Millionen Euro ködern: Deubel bestreite «vehement, an dem Tag dort gewesen zu sein» Der frühere rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) soll sich persönlich in der Schweiz um Investoren für den Nürburgring bemüht haben. Ein Informant der Düsseldorfer Kriminalpolizei habe detailliert ein Treffen zwischen Deubel und «Geschäftsleuten» in einem Fünf-Sterne-Hotel in Zürich beschrieben, schreibt «Der Spiegel».
Vergrößern Finanzminister - «Spiegel»: Deubel wollte Investoren mit acht Millionen Euro ködern | Bild: ©

Dem V-Mann zufolge soll Deubel am 23. Mai dieses Jahres in dem Züricher Hotel-Café versucht haben, private Investoren für den 300 Millionen Euro teuren Bau der neuen Erlebniswelt am Nürburgring zu gewinnen. Dabei habe Deubel indirekt bis zu acht Millionen Euro an möglichen Provisionen in Aussicht gestellt, behauptet der V-Mann dem Bericht zufolge.

Allerdings schreibt das Blatt auch, Deubel bestreite «vehement, an dem Tag dort gewesen zu sein.» Der V-Mann «beharrt jedoch darauf, ihn dort gesehen zu haben und meinte, ihn anschließend auf Fotos auch eindeutig identifiziert zu haben», heißt es weiter. Mit welchen Geschäftsleuten sich Deubel in Zürich getroffen haben soll, wird in dem Bericht nicht erwähnt. Stattdessen heißt es vage, Ermittler beobachteten «schon länger solche Wochenendtreffen in Luxushotels», bei denen «dubiose Makler» Geschäfte zwischen Geldanlegern und Kreditsuchenden anbahnen wollten. Häufig würden dabei Prominente als «Türöffner» eingesetzt, schreibt der «Spiegel» weiter.

Deubel war Anfang Juli zurückgetreten, weil eine Privatfinanzierung für das Nürburgring-Projekt mit Hilfe des Schweizer Finanzmaklers Urs Barandun nicht zustande gekommen war. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Barandun sowie gegen den Finanzvermittler Pinebeck wegen Betrugs.

Das Land hatte 2008 zunächst 80 Millionen Euro und 2009 dann 95 Millionen Euro auf ein Konto in Zürich deponiert, um einen Finanzdeal mit Barandun zu ermöglichen. Zur Realisierung des Deals waren Geschäftsführer der Landestochter Nürburgring GmbH und die Pinebeck-Chefs mehrfach nach Zürich gereist. Deubel hatte Ende April angekündigt, «ein Schweizer Unternehmen» wolle den Kredit für Pinebeck finanzieren. Am 20. Mai war aber die Liechtensteinische Landesbank ausgestiegen, weil die Bank einen Reputationsschaden befürchtete, der Deal kam nie zustande.

Mainz (ddp-rps)