Berlin (ddp). Die Deutsche Telekom setzt künftig auf eine eigenständige Berichterstattung über die Fußball-Bundesliga im Internet. Deshalb wurde eine Partnerschaft über vier Jahre mit der Constantin Medien AG ab der Saison 2009/2010 vereinbart, wie das Bonner Unternehmen am Donnerstag in Berlin mitteilte. Zu den finanziellen Konditionen wurden keine Angaben gemacht. Bislang hatte die Telekom mit dem Bezahlsender Premiere zusammengearbeitet und deren Bilder unverändert übernommen. Nun tritt die Telekom in Konkurrenz zu dem Bezahlsender, der die Bundesligarechte für das herkömmliche Internet erworben hat.
Die Deutsche Telekom biete mit dem Bundesligastart am 7. August nunmehr alle Spiele über das hauseigene Internetfernsehen IPTV (Internet Protocol Television) unter der Marke «Liga total» an, sagte Christian Illek, Bereichsvorstand Marketing. Dazu werde der Constantin Medien-Konzern, zu deren Töchter unter anderen das Deutsche Sportfernsehen (DSF) zählt, einen eigenen Bundesligakanal zur Ausstrahlung aller 612 Begegnungen der 1. und 2. Bundesliga einrichten und das eigenständige Programm über Entertain und weitere mobile Plattformen der Telekom verbreiten, erläuterte deren stellvertretender Vorstandsvorsitzender Rainer Hüther. Dazu soll eine eigene Tochterfirma gegründet werden, die ausschließlich für die Telekom arbeitet.
Das IPTV-Signal, das der Noch-Partner Premiere der Telekom bislang liefert, wird von der Produktionsfirma Plazamedia - einer Tochter von Constantin Medien, die Sendungen für das DSF produziert -geliefert.
Nach Angaben Illeks werden erstmals alle Spiele im hochauflösenden HD-Format präsentiert. «Der Zuschauer entscheidet zudem, wann was läuft - ob live, in der Konferenz oder nach dem Spiel», sagte er. Bereits 30 Minuten nach Spielende befänden sich die Zusammenfassungen aller Begegnungen im TV-Archiv und für alle Abonnenten noch vor der ARD-«Sportschau» frei verfügbar. Dabei gebe es Fußball, überall wo der Fan sei - über Festnetz oder Handy. Was das neue Angebot kostet, ließ die Telekom offen. Der Preis stehe noch nicht fest.
Der neue Telekom-Partner bemüht sich nun um Moderatoren und Reporter. «Wir sind mit einigen bekannten Namen im Gespräch», sagte Hüther. Dazu zähle auch Johannes B. Kerner, der gerade erst seinen Wechsel vom ZDF zu Sat.1 bekannt gegeben hat.
Die Telekom hatte die Bundesligarechte für das Internetfernsehen (IPTV) dem «Handelsblatt» zufolge für jährlich rund 25 Millionen Euro von der Deutschen Fußball Liga (DFL) erworben. Die Kundenzahl für IPTV solle von derzeit 500 000 bis Jahresende auf eine Million steigen. Das Bonner Unternehmen wollte sich zu Zahlen nicht äußern. Bereichsvorstand Illek sagte lediglich: «Wir werden um jeden Fußball-Fan kämpfen. Mit unserer Partnerwahl haben wir deutlich gemacht, dass die Spielaufstellung entscheidend ist.»
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