Corona, Russland

Russland testet bereits zugelassenen Impfstoff an 40.000 Freiwilligen

05.09.2020 - 10:00:00

Steinmeier rechnet nicht mit zweitem Lockdown+++Erneute Test-Panne in Bayern betrifft 10.000 Personen+++Krankenkassen benötigen 16,6 Milliarden um Beitragssätze zu sichern

40.000 Freiwillige sollen sich mit dem bereits in Russland zugelassenen Impfstoff „Sputnik V“ testen lassen. Damit wird die dritte und entscheide Testphase, auf die vor der Zulassung verzichtet wurde, nachgeholt. Obwohl die Testphase Monate dauert und noch nicht klar ist, wie wirksam der Impfstoff sein wird und welche mögliche Langzeit-Risiken er birgt, sollen in der Zwischenzeit bereits freiwillige Massenimmunisierungen durchgeführt werden. Ein Großteil der russischen Bevölkerung ist jedoch skeptisch gegenüber dem Impfstoff. Präsident Putin propagiert jedoch, dass er selbst und seine Tochter sich auch schon haben impfen lassen und bisher beschwerdefrei sind.

Steinmeier rechnet nicht mit zweitem Lockdown

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier glaubt, dass es nicht zu einem weiteren Lockdown kommen wird. Er „sehe Licht am Ende des Tunnels“. Die bisherigen Forschungsergebnisse seien ermutigend. Damit verweist er jedoch mehr auf das große Bestreben einen Impfstoff zu finden als auf vielversprechende Ergebnisse. Auch hält er eine erneute breite Akzeptanz der Bevölkerung, wie während des ersten Lockdowns, für unwahrscheinlich, was wiederum auf die wirtschaftlichen Folgeschäden zurückzuführen ist, die daraus resultieren würden.

Erneute Test-Panne in Bayern betrifft 10.000 Personen

Laut dem bayrischen Gesundheitsministerium sind 10.000 Personen erneut von einer Testpanne betroffen. Demnach hätten getestete Personen nicht innerhalb der vorgesehenen Frist von 48 Stunden ihre Ergebnisse für die Tests erhalten. Grund dafür sollen Schnittstellenprobleme während der Datenverarbeitung gewesen sein. Außerdem seien die Gesundheitsämter überlastet. Zudem kommt es aufgrund des neuen Großaufkommens an Corona-Tests zu Rückstaus in den Laboren.

Krankenkassen benötigen 16,6 Milliarden um Beitragssätze zu sichern

Den gesetzlichen Krankenkassen fehlen Schätzungen zufolge 16,6 Milliarden Euro um die Beitragesätze nicht zu erhöhen. Grund seien die Corona-Pandemie und der daraus resultierenden Konjunktureinbrüche. Der Fehlbetrag soll jedoch aus dem Bundeshaushalt finanziert werden.

WHO rechnet bis Mitte 2021 mit keinem wirksamen Impstoff

Die WHO rechnet bis Mitte des kommenden Jahres nicht damit, dass ein flächendeckender Impfstoff gegen den Corona-Virus gefunden wird. Die bisherigen Versuche hätten noch keine ausreichend positiven Ergebnisse geliefert. In Russland wurde bereits ein Impfstoff zugelassen, was von den meisten Instituten als kritisch betrachtet wird, da die finale dritte Testphase noch nicht durchgeführt wurde. In den USA soll bis Ende Oktober ebenfalls ein Impfstoff zugelassen werden, was jedoch auf politische Propaganda-Absichten der Trump Regierung zurückzuführen sei.

Auswärtiges Amt verhängt Reisewarnung für Kanarische Inseln

Das Auswärtige Amt verhängt eine weitere Reisewarnung für einige Kanarische Inseln. Da ein Großteil der Bewohner vom Tourismus abhängig ist und gerade die Wintermonate für die Kanaren die wichtigste Saison sind, fallen nun bedeutsame Einnahmen für die Insulaner weg. Das Tourismusministerium bedauert die Entscheidung der Bundesregierung und fordert stattdessen zu mehr Verantwortung jedes einzelnen, um eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus zu vermeiden. Zu den betroffenen Inseln gehören bis jetzt El Hierro, Gran Canaria und Lanzarote.

Düsseldorf: Karnevalsauftakt ohne Alkohol

Der Düsseldorfer Karnevalsverein will trotz Corona an einer öffentlichen Eröffnung der Saison am 11.11. festhalten. Jedoch soll dieses Jahr der Ausschank von Alkohol verboten sein. Das Karnevals-Comitee fordert außerdem eine klare Richtlinie von der nordrhein-westfälischen Landesregierung, um Konzepte zum Schutz der Teilnehmenden auch durchführen zu können.

Roche bringt Schnelltest auf den Markt

Das Schweizer Unternehmen Roche will noch im September einen Corona-Schnelltest auf den europäischen Markt bringen. Auch in den USA soll eine Zulassung beantragt werden. So sollen lange Auswertungszeiten in Laboren vermieden werden. Bereits innerhalb von 15 Minuten soll der Test zuverlässige Ergebnisse liefern. 40 Millionen Schnelltests pro Monat will der Konzern vorerst produzieren.

Chefvirologe hält Zweitinfektion für seltene Ausnahme

Der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, sagte in seinem Podcast auf NDR, dass die Gefahr einer Zweitinfektion äußerst gering sei. Die Meldungen die zur Zeit kursierten, bei dem sich Personen mit einer überstandenen COVID-19 Erkrankung erneut mit dem Virus infizierten seien Raritäten und entsprechen nicht dem Normalfall. Außerdem hält er eine 14-tägige Quarantänezeit für unangemessen. Diese sollte auf 5 Tage verkürzt werden um dann in einem anschließenden Test nachzuweisen ob eine Person infiziert ist oder nicht. Damit ließe sich ein Totalausfall von 14 Tagen vermeiden, da die Infektionszeit in der Regel nach 5 Tagen überstanden sei.

USA stellen sich gegen weltweite Impfinitiative

Die USA verweigern eine Teilnahme an der Impfinitiative Covax, die weltweit einen fairen Zugang zu einem möglichen Impfstoff ermöglichen soll. Das Weiße Haus begründet seine Ablehnung wegen der Beteiligung der WHO am Impfprojekt. Im Juli ist die USA aus der WHO ausgetreten, weil sie die Fehlkommunikation der Weltgesundheitsorganisation als Hauptgrund für die rasche Ausbreitung der Pandemie betrachtet.

Polizeigewerkschaft warnt vor Radikalisierung der Corona-Proteste

Der Vizechef der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, warnt vor einer weiteren Radikalisierung der Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen. Man müsse nun darauf achten, dass Rechtsextreme sich nicht die komplette Protestbewegung aneignen, um sie als Sprachrohr rechter Ideologien auszunutzen. Zwar seien die Teilnehmer in ihren Ansichten divers und nur ein Anteil der Protesttierenden von rechter Gesinnung. Die Menschen müssen sich jedoch im klaren sein, mit wem sie dort Seite an Seite mitmarschieren. Nach der Auflösung der Demonstration am Wochenende hat ein rechtsextremer Mob die Stufen des Bundestags gestürmt und konnte ungehindert Reichsflaggen und Reichskriegsflaggen wedeln. Warum die Polizei erst jetzt von einer Radikalisierung spricht obwohl Rechtsextreme teils seit Wochen im Regierungsviertel kampieren und nicht härter gegen gegen die Demonstrierenden vorgegangen wurde, wie die Polizei es sonst ähnlich auf antifaschistischen Veranstaltungen tat, bleibt fraglich.

WHO ruft zum Dialog mit Protestierenden auf

Angesichts der Zunahme und Radikalisierungen der Proteste gegen die Corona-Maßnahmen, rief die Weltgesundheitsorganisation Regierungen dazu auf, sich in Besonnenheit zu üben und in den Dialog mit den Protestierenden zu treten. Es sei in dieser Zeit wichtig, die Gesellschaft durch Gegenmaßnahmen nicht noch mehr zu spalten. Das Recht Kritik zu üben und Handlungen der Regierungen in Frage zu stellen, müsse gerade in Ausnahmesituationen wie in der Corona-Krise gewahrt werden.

Israel erreicht Höchststand an Neuinfektionen

Die Zahl an Neuinfektionen hat in Israel einen neuen Höchststand erreicht. Mit 2159 Fällen innerhalb von 24 Stunden, sind die meisten neuen Infektionen seit dem Ausbruch der Pandemie verzeichnet worden. In besonders betroffenen Gebieten wurden die Lockerungen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus wieder zurückgenommen. So wurden in 23 Ortschaften erneut Schulschließungen angekündigt. Gemessene an der Einwohnerzahl hat Israel beinah doppelt so viele Neuinfektionen wie in Deutschland.

Rund 40.000 Teilnehmende während Corona-Demo in Berlin

Etwa 40.000 Teilnehmer sollen in Berlin an der Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesrepublik demonstriert haben. Die Polizei schätzt die Teilnehmerzahl auf 38.000. Die Veranstalter reden von höheren Zahlen. Die Kundgebung wurde von der Polizei aufgelöst, nachdem Mindestabstände und die Maskenpflicht nicht mehr eingehalten wurde. Berlin Innensenator Geisel will nun eine generelle Maskenpflicht bei Demonstrationen einführen. Im Zuge der Kundgebung haben auch Rechtsextreme die Absperrungen am Bundestag überwunden und verbotene Reichskriegsflaggen gezeigt. 316 Personen wurden festgenommen. 131 Teilnehmende seien wegen Angriffe gegen die Polizei festgenommen worden. Insgesamt wurden 33 Beamte verletzt. Das LKA ermittelt auch gegen Beamte, die eine Frau in den Rücken geschlagen haben sollen, nachdem sie sich einer Festnahme verweigerte.

@ ad-hoc-news.de