Corona, Sputnik V

Frankreich ist Hochinzidenzgebiet

28.03.2021 - 13:00:00

Thüringen und Bayern fordern schnelles Entscheiden über Sputnik V+++Großbritannien erwägt dritte Impfung für über 70-jährige+++Hausärzte dürfen Impfstoffe bestellen – aber nur in Thüringen

Ganz Frankreich wurde nun zum Hochinzidenzgebiet erklärt. Die Sieben-Tages-Inzidenz stieg auf einen Wert über 300. Wer nach Deutschland einreisen will, muss nun einen negativen Corona-Test vorlegen, der nicht älter ist als 48 Stunden.

Thüringen und Bayern fordern schnelles Entscheiden über Sputnik V

Bayerns Ministerpräsident Söder fordert bei der Entscheidung über die Freigabe des russischen Impfstoffs Sputnik V zügiger zu handeln. Man habe aus der Vergangenheit gelernt, dass zu langes Zögern zu Lieferengpässen führen kann. Eine Entscheidung ob der Impfstoff nun zugelassen werden soll oder nicht, sollte daher so bald wie möglich fallen. Auch Thüringens Ministerpräsident Ramelow fordert schnelleres Handeln. Er wirft der Bundesregierung jedoch auch vor, immer noch ideologische Vorbehalte gegen den Impfstoff aus Russland zu haben.

Großbritannien erwägt dritte Impfung für über 70-jährige

Als Reaktion auf die britische Virus-Mutation, sollen in Großbritannien ab September alle über 70-jährigen eine dritte Impfung erhalten. Medizinisches Personal und Pflegekräfte sollten sich ebenfalls dreimal impfen lassen, da die Immunisierung durch die Mutation nachlassen könnte. Großbritannien geht äußerst schnell mit der Immunisierung der Bevölkerung voran. Bereits Ende Juni sollen alle Erwachsenen geimpft worden sein.

Hausärzte dürfen Impfstoffe bestellen – aber nur in Thüringen

Ab nächsten Dienstag dürfen Hausärzte in Thüringen Impfdosen des Herstellers Biontech/Pfizer bestellen. Allerdings sind die Dosen pro Arztpraxis auf 30 Bestellungen pro Woche festgelegt. Während in Deutschland bisher nur in Impfzentren Corona-Impfungen durchgeführt werden dürfen, soll es in Frankreich bald auch für Tier- und Zahnärzte erlaubt sein Menschen zu impfen. Die deutsche Bürokratie und der Föderalismus werden also noch ihr Bestes geben, um die Pandemie noch weiter hinauszuzögern.

Sachsen führt Testpflicht an Schulen ein

Sachsen führt als erstes Bundesland eine Testpflicht an Schulen einführen. Ein Grund mehr, für viele Schüler und Schülerinnen die Schule zu schwänzen. Wer keinen Test über sich ergehen lassen will, muss die Schulaufgaben zuhause nachholen. Allerdings soll das Angebot für den Heimunterricht minimiert werden.

Impfen am Drive-In

Während das Impfprogramm in Deutschland an der Bürokratie scheitert, werden in den USA mittlerweile etwa 2,5 Millionen Menschen täglich geimpft. Mitunter werden auch Parkplätze dazu genutzt um Impfungen durchzuführen. Vielerorts muss man dazu, wie bei einem Drive-In, nicht mal mehr das eigene Auto verlassen. Ganz in US-kapitalistischer Manier, werden teilweise als Impfbelohnung Rabattgutscheine für Supermärkte vergeben. Dies wirkt absurd aber es bleiben eben auch die USA.

Testpflicht für alle Flugreisende ab Dienstag

Ab Dienstag soll es eine Testpflicht für alle Flugreisenden aus dem Ausland geben. Dies betrifft auch Reisende aus Nicht-Risikogebieten wie zum Beispiel Mallorca. Die Tests müssen von den Reisenden selbst bezahlt werden. Die Fluggesellschaften wurden dazu angehalten, nur noch Personen zu transportieren, die einen negativen Test vorweisen können.

Johnson kritisiert verschärfte Kontrollen von Impfstoffexporten der EU

Nachdem die EU die Exportkontrollen auf Impfstoffe verschärft hat, kritisiert nun der britische Premierminister Johnson die Blockade von Lieferungen nach Großbritannien. Allerdings hat das Vereinigte Königreich eine höhere Impfrate und hält selbst Impfstoffdosen für die Europäische Union zurück. Auch der frühere Präsident der EU-Komission Juncker kritisierte die Blockierung von Exporten.

RKI-Chef Wieler hält am Lockdown fest

Das Robert Koch-Institut meldet den höchsten Anstieg an Neuinfektionen seit Januar. Innerhalb von 24 Stunden wurden 22.657 neue Corona-Fälle in Deutschland registriert. Allerdings wird mittlerweile auch mehr getestet als im Januar. Die Sieben-Tages-Inzidenz steigt auf 108,1. Zuletzt wurde dieser Wert am 9. Januar erreicht. Laut RKI-Präsident Wieler sei das Festhalten am Lockdown von zentraler Bedeutung um die Pandemie zu bekämpfen. Für eine Person mit geregelten und gesichteten Einkommen ist dies sicherlich ein leichtes Reden. Laut Wieler gebe es jedoch kein anderes „Werkzeug“ bevor nicht mindestens 80 Prozent der Bevölkerung immun sind.

Göring-Eckardt fordert mehr Beteiligung des Parlaments an Corona-Konferenzen

Die Fraktionsvorsitzende der Bündnisgrünen, Göring-Eckardt, fordert eine breitere Beteiligung bei kommenden Entscheidungen über Corona-Maßnahmen. Statt hinter verschlossenen Türen sollte das Parlament mehr in Entscheidungen mit involviert werden. Auch die CSU und Vertreter Die Linke forderten eine größere Beteiligung des Parlaments in Entscheidungsfragen, um auch das Vertrauen in der Bevölkerung wieder herzustellen.

„Osterruhe“: Merkel rudert zurück

Die während der Bund-Länder-Konferenz beschlossenen „Ruhephase“ zu Ostern, wurde von der Bundeskanzlerin widerrufen. Merkel räumte Fehler bei der Entscheidung ein und übernahm dafür die volle Verantwortung. Der Druck aus der Bevölkerung und Wirtschaft scheint demnach zu groß geworden zu sein. Nach einer Fülle an Beschwerden die auf die Beschlüsse folgten, folgte nun eine Rücknahme der "Osterruhe". Dies zeigt einerseits zwar, dass die Kritik aus der Bevölkerung anscheinend noch wahrgenommen wird. Anderseits äußert sich darin auch die Willkür und Unbeholfenheit, die von der Regierung derzeit an den Tag gelegt wird.

EU verschärft Ausfuhrkontrollen von Impfstoffen

Die EU will die Kontrollen für die Ausfuhr und den Export von Impfstoffen verschärfen und gegebenenfalls schneller blockieren. Die EU reagiert damit wohl auch auf aktuelle Verstöße gegen Lieferverträge. Kürzlich wurde bekannt, dass AstraZeneca etwa 30 Millionen Impfstoffdosen in Italien ungenutzt lagerte, um sie nach Großbritannien auszuliefern. Gleichzeitig ist AstraZeneca jedoch im Rückstand mit den Lieferungen an die EU.

Linksfraktionschef fordert Kanzlerin zur Vertrauensfrage auf

Dietmar Bartsch (Die Linke) forderte Bundeskanzlerin Merkel dazu auf, im Bundestag die Vertrauensfrage zu stellen. Er reagiert damit auf die Rücknahme der Entscheidung zur Erweiterung der Osterfeiertage. Die Kanzlerin räumte Fehler bei der Entscheidung ein. Die Durchsetzung eines verpflichtenden Feiertags am Gründonnerstag und am Karsamstag sei auch gesetzlich nicht so einfach und spontan möglich. Laut Bartsch sei durch die Umentscheidung das Vertrauen in der Bevölkerung erschüttert. Daher müsse auch das Vertrauen im Bundestag erneut geprüft werden.

Seehofer stellt sich gegen Forderung auf Gottesdienste zu verzichten

Bundesinnenminister Seehofer stellte sich gegen die beschlossenen Empfehlungen, Religionsgemeinschaften anzuhalten, auf Gottesdienste an Ostern zu verzichten. Laut Seehofer würden Hygienekonzepte in Kirchen gut funktionieren und erinnerte an die christlichen Werte, die auch die CDU und CSU in ihrem Namen tragen. Seehofer vergaß dabei anscheinend, dass die Kirche vom Staat getrennt ist. Vielmehr noch ist seine Forderung ein Schlag ins Gesicht für alle Kultureinrichtungen, die ebenfalls Hygienekonzepte entwickelt haben, aber im Gegensatz zur Kirche keine freiwillige Entscheidungsmacht darüber haben, ob sie nun öffnen sollen oder nicht.

EMA schickt Delegation nach Russland

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA will eine Delegation nach Russland entsenden, um die Produktionsstätten des Impfstoff Sputnik V zu inspizieren. Dies sei Teil der Prüfung, die für eine Zulassung für den Europäischen Sektor noch notwendig wäre. Wann eine Zulassung erfolgen könnte, steht jedoch noch nicht fest. Sputnik V soll eine Wirksamkeit von 91 Prozent gegen das Corona-Virus erbringen.

Reiseverbände kritisieren neue Corona-Beschlüsse

Über die jüngsten Corona-Beschlüsse der Bundesregierung hagelt es vermehrt Unmut aus der Wirtschaft. Der Tourismusverband DTV kritisierte die Entscheidung zwar Urlaub auf Mallorca zu erlauben, hierzulande jedoch kontaktfreien Urlaub wie zu Beispiel in Ferienhäusern zu unterbinden. Der Reiseverband DRV sprach sich ebenfalls dafür aus, inländische Reisen zu erlauben. Gleichzeitig wurde aber auch die Entscheidung begrüßt, von der Quarantänepflicht für Reiserückkehrer abzusehen.

 

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