Corona, Altmaier

Altmaier sieht keine Chance für frühe Lockerungen

15.11.2020 - 18:30:00

Österreich kündigt Total-Lockdown an+++Verfassungsschutz rechnet mit Radikalisierung von Corona-Gegnern+++Merkel: „Winter wird uns allen noch viel abverlangen“

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sieht noch lange keine Gründe für eine Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus gegeben. Der CDU-Politiker schätze, dass Deutschland noch vier bis fünf Monate mit harten Einschränkungen rechnen muss. Am Montag treffen sich die Minister und die Bundeskanzlerin um ein erstes Fazit aus dem bisherigen Lockdown zu ziehen. Es ist damit zu rechnen, dass der Lockdown noch länger anhalten wird. Viele Minister, wie zum Beispiel Markus Söder, sprechen sich sogar für weitere Verschärfungen der Maßnahmen aus.

Österreich kündigt Total-Lockdown an

Die österreichische Regierung hat ab kommenden Dienstag einen Total-Lockdown beschlossen. Schulen und Universitäten und alle nicht dem Lebenserhalt dienende Geschäfte müssen demnach schließen. Auch wird die bisher schon geltende Ausgangssperre auf den ganzen Tag ausgeweitet. Die Maßnahmen sollen vorerst bis zum 6. Dezember gelten.

Verfassungsschutz rechnet mit Radikalisierung von Corona-Gegnern

Der Präsident des niedersächsischen Verfassungsschutz, Bernhard Witthaut, rechnet wohlmöglich mit einer weiteren Radikalisierung von Corona-Leugnern. Eine Verhärtung des Tons, gepaart mit Umsturzfantasien rechtsradikaler Gruppierung würde sowohl im Internet als auch auf der Straße zunehmen. Dazu bewiesen bereits verübte Anschläge wie eine Sprengstoffexplosion in Berlin oder der Brandanschlag auf das Robert Koch-Institut, dass sie die Szene um die Gegner der Corona-Maßnahmen zunehmend radikalisieren würde. Witthaut kündigte daher an, Teile der Bewegung stärker unter Beobachtung zu stellen.

Merkel: „Winter wird uns allen noch viel abverlangen“

Am Montag treffen sich die Bund- und Länderchefs um eine erste Zwischenbilanz aus dem bisherigen Lockdown zu ziehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigte aber bereits an, dass der kommende Winter viel von den Menschen abverlangen wird. So erinnerte Merkel daran, dass es noch lange dauern wird, bis sich alle wieder unbeschwert begegnen könne.

Kanada und Schweden als Risikogebiete eingestuft

Aufgrund steigender Fallzahlen hat die Bundesregierung nach Empfehlung des Robert Koch-Instituts nun auch Kanada und Schweden als Corona-Risikogebiete eingestuft. Damit besteht gleichzeitig eine Reisewarnung vom Auswärtigen Amt. Reisen in Risikogebiete sind jedoch weiterhin erlaubt. Allerdings müssen sich Reiserückkehrer in eine zweiwöchige Quarantäne begeben.

RKI meldet neuen Rekord an Corona-Infektionen

Das Robert Koch-Institut meldet einen neuen Höchststand an Neuinfektion. Innerhalb von 24 Stunden wurden 23.542 neue Corona-Fälle registriert. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn sei es derzeit noch nicht absehbar, wie und ob die neuen Maßnahmen wirken. Das Virus hätte eine lange "Bremsspur", so Spahn.

Spahn hält Corona-Beschränkungen über Weihnachten für wahrscheinlich

Gesundheitsminister Jens Spahn deutete an, dass auch noch über die Weihnachtszeit mit Einschränkungen im Öffentlichen Leben zu rechnen sei. Die aktuelle Lage im Pandemiegeschehen gebe keinen Anlass dazu, die Maßnahmen zu lockern. Feiern sollten auch über Weihnachten nicht über 10 bis 15 Personen hinaus gehen, so der CDU Politiker. Die hohen Zahl an Schulklassen, die sich momentan in Quarantäne befinden, sei auch ein Zeichen dafür, dass der Lockdown noch länger anhalten wird. Auch das Robert Koch-Institut meldetet mit fast 22.000 Neuinfektion innerhalb von 24 Stunden wieder neue erschreckend hohe Infektionszahlen.

RKI-Chef Wieler warnt vor Überlastung der Krankenhäuser

Zahlfallen an Infizierten, Todesfälle und Patienten die auf der Intensivstation versorgt werden müssen, werden laut dem Chef des Robert Koch-Instituts weiterhin ansteigen. Krankenhäuser werden an ihre Belastungsgrenzen kommen. Allerdings nimmt die Schnelligkeit der steigenden Fallzahlen etwas ab und die Infektionszahlen bleiben zwar hoch aber relativ stabil. Dies zeige auch, dass die momentan geltenden Maßnahmen eine gewisse Wirkung entfalten, auch wenn spürbare Effekte der Beschränkungen immer erst zeitverzögert deutlich werden.

Kein Karneval zum Karnevalsauftakt

Wie jedes Jahr am 11.11. beginnt um 11:11 Uhr die Karnevalssaison. Allerdings finden die Feiern dieses Jahr wohl mehr im eigenen Wohnzimmer statt. Mit Kampagnen und Appellen richten sich Politiker und Prominente an die Öffentlichkeit, um die Menschen dazu aufzurufen, auf Feiern zu verzichten. In Köln besteht beispielsweise ein Alkoholverbot in der Innenstadt und Oberbürgermeisterin Henriette Reker sagte: „Diesmal gibt es keinen 11.11“. Das Ordnungsamt soll mit Hilfe der Polizei dafür sorgen, dass die Feierverbote auch durchgesetzt werden. Auch in anderen Karnevalshochburgen wird es dieses Jahr keine Sitzungen und Umzüge geben. Lediglich online oder im Fernsehprogramm des WDR wird die Saisoneröffnung zu spüren sein.

Lockdown hält an

Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten wollen ein erstes Zwischenfazit aus den Ergebnissen des Lockdowns ziehen. Sachsens Ministerpräsident Kretschmer äußerte sich bereits dazu und sagte dass derzeit noch keine Zeichen und Gründe für eine baldige Lockerung der Maßnahmen gegeben sind. Die Infektionszahlen seien weiterhin sehr hoch. Das RKI meldete zuletzt einen Wert von 18.487 Neuinfektionen in Deutschland.

Spahn plant im Kampf gegen Corona Zusammenarbeit mit Google

Gesundheitsminister Jens Spahn kündigt bezüglich eines zukünftigen Impfstoffs eine umfangreiche Informationskampagne an. Dazu zählen Auskünfte über den Verteilungsplan von Impfstoffdosen aber auch über eventuelle Nebenwirkungen, die sobald sie vorkommen sollten, sofort an die Bevölkerung weitergegeben werden. Damit soll für mehr Transparenz hinsichtlich der Versorgung mit Impfstoffen gesorgt sein. Des Weiteren kündigte Spahn in einer Pressekonferenz mit dem Internetgiganten Google einen Ausbau der Digitalisierung des Gesundheitswesens an.

Biden stellt Expertengremium zur Bekämpfung des Corona-Virus vor

Der zukünftige US-Präsident Biden kündigte bereits vor seiner Amtseinführung, eine neue Politik im Umgang mit dem Corona-Virus an. Er stellte dazu bereits ein neues Expertengremium vor, dass sich mit der Pandemie beschäftigen wird. Der Virologe Fauci, der auch zu Trumps Beratern in der Corona-Krise zählte, soll ebenfalls dazugehören. Biden schwor allerdings die US-Bürger auf einen harten Winter ein. Teile seiner Strategie sollen eine Maskenpflicht sein, sowie die Einführung umfangreicher Corona-Tests. Sobald ein Impfstoff vorhanden ist, soll dieser kostenlos, egal ob versichert oder nicht, allen US-Bürgern zur Verfügung stehen.

Bildungsministerin fordert Maskenpflicht auch an Grundschulen

Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) fordert eine generelle Maskenpflicht an Schulen. An vielen Schulen besteht bereits eine Maskenpflicht auch im Unterricht. Grundschulen sind davon jedoch ausgenommen. Um die Fallzahlen zu senken, halte es Karliczek für sinnvoll, auch an Grundschulen eine Maskenpflicht einzuführen.

Ständige Impfkommission stellt Verteilungsplan für Impfstoff vor

Die Ständigen Impfkommission hat sich in Absprache mit dem Deutschen Ethikrat und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina dazu ausgesprochen, Risikogruppen bei Impfungen gegen das Corona-Virus zu bevorzugen. Sollte ein Impfstoff vorhanden sein, würde dieser nicht vorrätig für die gesamte Bevölkerung vorhanden sein. Daher sei ein Verteilungsplan von Nöten. Laut Gesundheitsminister Jens Spahn zählen etwa 40 Prozent der Bundesbürger zur Riskikogruppe. Ältere und anfällig Erkrankte müssen bei Impfungen bevorzugt werden. Auch Menschen die im Gesundheitswesen tätig sind und sogar Angehörige der Polizei sollen zuerst Impfungen erhalten. Bundeskanzlerin Merkel betonte, dass aber besonders Risikogruppen, Ärzte und Pflegekräfte im Fokus stehen. Eine allgemeine Impfpflicht soll es dagegen nicht geben.

Portugal setzt Ausnahmezustand in Kraft

Nun reagiert auch Portugal mit harten Mitteln gegen die letztlich stark gestiegenen Corona-Zahlen. Zwischen 23 Uhr und 5 Uhr morgens, gilt eine Ausgangssperre. Am Wochenende dürfen die Menschen sogar nur bis 13 Uhr ihre Wohnung verlassen. Der Ausnahmezustand gilt vorerst zwei Wochen, kann aber verlängert werden, sollten die Zahlen nicht zurückgehen.

Söder fordert Aufarbeitung nach Ausschreitungen in Leipzig

Nach der Großdemonstration am Wochenende in Leipzig, die von den Corona-Skeptikern „Querdenken“ organisiert wurde, fordert nun auch CSU-Chef Söder eine Aufarbeitung der Vorgänge. Etwa 20.000 Personen haben ohne Abstände einzuhalten und ohne das Tragen von Masken gegen die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung demonstriert. Söder betonte, dass es keine Sonderrechte für Corona-Gegner gebe. Die Polizei sei nicht gegen die Demonstranten vorgegangen.

Biontech und Pfizer wollen Zulassung eines Impfstoffs beantragen

Die Pharmaunternehmen Biontech und Pfizer wollen einen Antrag auf Zulassung eines Impfstoffs stellen. Bei Tests wurde bei Probanden ein 90-prozentiges geringeres Risiko festgestellt am Corona-Virus zu erkranken als ohne Verabreichung des Serums. Der Antrag soll noch im November in den USA gestellt werden.

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