BUND droht mit Ausstieg aus Rundem Tisch Gewässerschutz: Trinkwasser als gefährdet angesehen
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Erfurt (ddp-lth). Der BUND Thüringen droht mit einem Ende der Mitarbeit am Runden Tisch «Gewässerschutz Werra/Weser und Kaliproduktion». Derzeit sehe er keine Grundlage für weitere Verhandlungen in diesem Gremium, sagte der BUND-Landesvorsitzende Burkhard Vogel am Mittwoch in Erfurt. Grund sei, dass die Ende Mai vom Kasseler Salz- und Düngemittelkonzern K+S vorgestellte Strategie zur Eindämmung der Salzbelastung der Werra nicht ausreiche.

Eine Auswertung durch den BUND habe ergeben, dass sich die Salzbelastung der Werra nach der K+S-Strategie kurz- und mittelfristig erhöhen werde. Zwar wolle das Unternehmen die Laugenmenge halbieren. Dies werde aber vor allem durch Eindampfung des Wasseranteils erreicht, 70 Prozent der Salzfracht werde auch in Zukunft in die Werra geleitet. Außerdem solle weiterhin Lauge im Untergrund versenkt werde. Dies gefährde das Trinkwasser.

Das Konzept werde nicht einmal der öffentlich-rechtlichen Rahmenvereinbarung der Länder Hessen und Thüringen zur Eindämmung der Salzbelastung gerecht, sagte Vogel. Die Landesregierungen dürften ihre Verantwortung nicht länger an den Runden Tisch delegieren, sondern müssten K+S zur Umsetzung gesetzlicher Vorgaben zwingen, mahnte er. Auch Vertreter der Kommunen und von Bürgerinitiativen äußerten sich enttäuscht, appellierten aber an den BUND, den Ausstieg zu überdenken.

(ddp)