BÖRSENLEXIKON ARTIKEL

Luftpapiere, Subprime-Krise

Luftpapiere (values in the air)

Mit der Subprime-Krise 2007 aufgekommene Bezeichnung für hochbonitär scheinende Begebungen selbst auch erster Adressen (also keine Dingo-Werte zweifelhafter Emittenten oder gar Finanzgeier), die aber im Grunde wertlos sind. -Das weltweit angesehene Investmenthaus Goldman Sachs (GS) mit Hauptsitz in Neuyork tranchierte beispielsweise 2006 einen Pool, in dem 8 274 Hauskredite, überwiegend in Kalifornien, gebündelt waren. Der Wert dieses Portfolios wurde ursprünglich mit 494 Millionen USD angesetzt. Wie sich später herausstellte, standen hinter den verbrieften Hausbau-Darlehn gerade einmal 0,71 Eigenkapital. Die Revisoren deckten ferner auf, dass bei 58 Prozent der Schuldner die Einkommensverhältnisse überhaupt nicht oder grob fahrlässig überprüft wurden. Siehe Asset Backed Securities, Ausfall-Verlust, Finanzkrise, Krise der Sicherheiten, Liquiditätspool, Northern Rock-Debakel, Originate-todistribute- Strategie, Panik-Verkäufe, Rückschlag-Effekt, Subprime-Krise, Unterseeboot- Effekt, Verbriefung, traditionelle, Verbriefungsstruktur, Zweckgesellschaft, Zwei-Achtundzwanzig- Kredit.

© Universitätsprofessor Dr. Gerhard Merk, Universität Siegen