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HANNOVER / MAGDEBURG / HATTEN - In den Hochwassergebieten in Deutschland dürfte sich die Lage auch zu Beginn des neuen Jahres nicht entspannen.

01.01.2024 - 16:40:03

Vielerorts Dauerregen erwartet - Hochwasser-Lage bleibt angespannt

(neu: Aussagen von Bundesinnenministerin Faeser bei ihrem Besuch im Hochwassergebiet in Niedersachsen)

HANNOVER/MAGDEBURG/HATTEN (dpa-AFX) - In den Hochwassergebieten in Deutschland dürfte sich die Lage auch zu Beginn des neuen Jahres nicht entspannen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach sagte am Montag für die kommenden Tage erneut teils viel Regen voraus. In einigen Mittelgebirgen kann laut DWD am Dienstag "ergiebiger Dauerregen" fallen. Bundesinnenministerin Nancy Faeser versprach indes bei einem Besuch in Niedersachsen weitere Hilfe des Bundes.

Vor allem in Niedersachsen bleibt die Lage in den Hochwasser-Gebieten weiter angespannt. An vielen Orten im Land gibt es nach Daten des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz vom Montag bei den Pegelständen wenig Veränderung. Unter anderem für die Leine, die Aller und an Ober- und Mittelweser sei eine Warnung vor großem Hochwasser aktiv, meldete die Behörde am Morgen.

Der Wetterdienst erwartete auch am Mittwoch wiederholt Regenschauer, im Südwesten zum Abend hin auch einzelne Gewitter, im Südosten dagegen kaum Regen. Gebietsweise fallen Regenschauer laut dem DWD auch am Donnerstag.

Faeser besucht Hochwassergebiete in Niedersachsen

Einen Tag nach Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) machte sich die Bundesinnenministerin am Neujahrstag ein Bild der Hochwasserlage in Niedersachsen. Die SPD-Politikerin informierte sich in Hatten-Sandkrug bei Oldenburg über die Situation und sprach mit Einsatzkräften. Für die Hochwassergebiete in Niedersachsen sagte sie weitere Unterstützung zu. Sorgen würden ihr die Wetterprognosen mit weiterem Regen machen. "Das erschwert die Lage. Was wir tun können, werden wir tun." Sie würden noch einen weiteren Hubschrauber holen, um weiter unterstützen zu können.

Die Innenministerin dankte den Einsatzkräften für ihren selbstlosen Einsatz. "Hier ist in den letzten zehn Tagen wirklich Großartiges geleistet worden. Und ich finde, wir sprechen viel zu wenig über diese Einsatzkräfte", sagte sie. "Ich fange an bei der freiwilligen Feuerwehr, die neben ihrem Job, neben ihrer Familie und jetzt gerade auch noch an den Feiertagen hier ihr Bestes für andere geben." Das sei sehr selbstlos. Faeser dankte unter anderem auch den Rettungsdienstkräften und den Polizeikräften.

Am Tag zuvor hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sich per Rundflug mit einem Helikopter einen Eindruck über die Hochwasserlage im Norden Niedersachsens verschafft. Begleitet wurde er dabei von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und der Innenministerin des Landes, Daniela Behrens (beide SPD).

Angespannte Lage im Süden Sachsen-Anhalts

Neben Niedersachsen sind vor allem auch der Süden von Sachsen-Anhalt an der Grenze zu Thüringen sowie Gebiete in Nordrhein-Westfalen von Hochwasser betroffen. In Nordrhein-Westfalen kam es zum Jahreswechsel zu einer leichten Entspannung. In Sachsen-Anhalt bleibt die Hochwasserlage stabil, wenn auch teilweise auf einem hohen Niveau.

Angespannt bleibt die Lage weiter im Süden Sachsen-Anhalts an der Grenze zu Thüringen an der Helme. Wegen des Hochwassers an dem Fluss ist die Bahnstrecke dort zwischen Sangerhausen in Sachsen-Anhalt und Artern in Thüringen gesperrt worden. Grund für die Sperrung sei der Einsatz eines Baggers am Bahndamm bei Oberröblingen, um dort den Deich zu sichern, teilte der Landkreis Mansfeld-Südharz mit.

Städtetag fordert mehr Geld für Katastrophenschutz

Der Städtetag fordert angesichts des Hochwassers von Bund und Ländern deutlich mehr Geld für den Katastrophenschutz. "Bund und Länder müssen die Mittel für den Hochwasser- und Katastrophenschutz wieder deutlich ausbauen - und zwar dauerhaft und nicht ad hoc über Sonderprogramme. In der Vergangenheit ist beim Katastrophenschutz zu viel gespart worden", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

@ dpa.de