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Erste Bilanz der LBS Süd: Start geglückt / Geschäftsentwicklung 2023(FOTO)Stuttgart / München / Mainz / Karlsruhe - Bausparneugeschäft nach Rekordjahr aufhohem Niveau / Summe der Bauspardar-lehen fast verdreifacht / 7,75 MilliardenEuro für den Wohnungsbau / Immobilienmarkt konsolidiert / Neuer LBS-Service fürdie Energetische Sanierung / Betriebsergebnis in Höhe von 63,5 Millionen EuroNach einem herausfordernden Jahr 2023, in dem die LBS Südwest und die LBS Bayernfusioniert haben, hat die neu entstandene Landesbausparkasse Süd ihr erstesGeschäftsjahr erfolgreich abgeschlossen.

04.03.2024 - 12:33:13

LBS Landesbausparkasse Süd / Erste Bilanz der LBS Süd: Start geglückt / ...

Erste Bilanz der LBS Süd: Start geglückt / Geschäftsentwicklung 2023(FOTO)Stuttgart/München/Mainz/Karlsruhe (ots) - Bausparneugeschäft nach Rekordjahr aufhohem Niveau / Summe der Bauspardar-lehen fast verdreifacht / 7,75 MilliardenEuro für den Wohnungsbau / Immobilienmarkt konsolidiert / Neuer LBS-Service fürdie Energetische Sanierung / Betriebsergebnis in Höhe von 63,5 Millionen Euro

Nach einem herausfordernden Jahr 2023, in dem die LBS Südwest und die LBS Bayernfusioniert haben, hat die neu entstandene Landesbausparkasse Süd ihr erstesGeschäftsjahr erfolgreich abgeschlossen. Die LBS Süd ist die größte der fünfLandesbausparkassen in Deutschland und erreicht per Ende September 2023 einenMarktanteil von 34 Prozent in ihrem Geschäftsgebiet. Ihre Kundinnen und Kundenverfügen über rund 3,3 Mio. Verträge mit einer Bausparsumme von etwa 160 Mrd.Euro. Die vorläufige Bilanzsumme der LBS Süd beträgt 38,1 Mrd. Euro. Damit stehtsie künftig unter der Aufsicht der Europäischen Zentralbank. Nach derjuristischen Fusion hat die LBS Süd am 26. August 2023 ihren Geschäftsbetriebaufgenommen. Da die Fusion rückwirkend zum 1. Januar vollzogen wurde, bilanziertdie LBS Süd für 2023 ihr erstes volles Geschäftsjahr.

Bausparneugeschäft: Beruhigung auf hohem Niveau

Gegenüber dem von der dramatischen Zinswende geprägten Ausnahmejahr 2022 hatsich das Bausparneugeschäft im vergangenen Jahr wieder normalisiert. 2023schlossen die Menschen in Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz knapp218.000 Verträge (-10,8 %) über eine Bausparsumme von 16,4 Mrd. Euro ab (-19,9%). Das Neugeschäft erreicht damit ein hohes Niveau, das die Vorjahre 2020 und2021 noch deutlich übertrifft. Das LBS-Bauspargeschäft ist traditionellfinanzierungsgetrieben und hat sich entsprechend der durch die gestiegenenBauzinsen bedingten Beruhigung des Immobilienmarktes im zurückliegenden Jahrabgeflacht. Der Bestand an Bauspareinlagen bei der LBS Süd lag zum Ende desJahres 2023 stabil bei 32,7 Mrd. Euro.

Finanzierungsgeschäft: Bauspardarlehen fast verdreifacht

Auch im Finanzierungsgeschäft spiegelt sich die Zinsentwicklung der letzten zweiJahre wider. Die gestiegenen Kapitalmarktzinsen und die damit einhergehendezunehmende Zurückhaltung bei Immobilienvorhaben haben dasFinanzierungsneugeschäft gebremst.

Erfreulich ist der sehr hohe und stark gestiegene Anteil der Bauspardarlehen,deren Summe sich seit 2021 mehr als versechsfacht und gegenüber dem Vorjahrknapp verdreifacht hat. Die Summe der Auszahlungen von Bauspardarlehen stieg2023 um rund 186 Prozent auf 1,17 Mrd. Euro. "Darin zeigt sich der Kernnutzendes Bausparens, der mit der abrupten Zinswende wieder in den Fokus gerückt ist:langfristig sichere und günstige Darlehenszinsen. Wer noch einenzuteilungsreifen Bausparvertrag hat, kann jetzt bei der Baufinanzierung davonprofitieren", sagt Stefan Siebert, Vorsitzender des Vorstands der LBS Süd. Inden nächsten Jahren werden bei der LBS Süd Jahr für Jahr Bausparverträge mitmehr als 5 Mrd. Euro Bausparsumme in die Zuteilung kommen - und das ganzüberwiegend zu einem Darlehenszins von unter 3 Prozent.

Im Gesamtjahr 2023 erreichte die LBS Süd ein Finanzierungsneugeschäft in Höhevon 2,8 Mrd. Euro (-25 %). Die gesamten Wohnbaufinanzierungen vonPrivathaushalten und Selbstständigen in Deutschland verzeichneten einen Rückgangvon gut 37 Prozent. Rund 1,52 Mrd. Euro der LBS-Bewilligungen entfielen aufKredite für Vor- und Zwischenfinanzierungen sowie für sonstige Baudarlehen; 1,24Mrd. Euro auf bewilligte Bauspardarlehen.

Die Kreditauszahlungen beliefen sich 2023 insgesamt auf 3,26 Mrd. Euro (-7,7 %).Inklusive der Bausparguthaben stellte die LBS Süd ihren Kundinnen und Kunden imvergangenen Jahr rund 7,75 Mrd. Euro (+2,8 %) zur Verfügung. Der Kreditbestandbetrug zum Jahresende 23,0 Mrd. Euro.

Wachstumsmarkt kommunales Bausparen

Neben privaten Haushalten können auch Kommunen und kommunale Unternehmen miteinem Bausparvertrag für künftige Investitionen vorsorgen oder unmittelbarerforderliche Maßnahmen finanzieren. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung füreine zuverlässige Planung und gerade bei angespannter Haushaltslage von großerBedeutung. Mit den gestiegenen Zinsen registriert die LBS Süd auch einverstärktes Interesse von Kommunen an Bausparverträgen alsZinssicherungsinstrument. Kommunale Bausparverträge haben im Geschäftsjahr 2023bei der LBS Süd eine Summe von rund 460 Millionen Euro erreicht.

Immobilienmarkt konsolidiert

Die Zurückhaltung der Menschen beim Erwerb der eigenen Wohnimmobilie lässt sichauch am Geschäftsergebnis der LBS Immobilien GmbH Südwest ablesen. DieTochtergesellschaft der LBS Süd ist der größte Wohnimmobilienmakler imGeschäftsgebiet Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Sie verzeichnete 2023einen Rückgang von 12,5 Prozent beim vermittelten Objektvolumen. Dieses Ergebnisist Ausdruck der großen Verunsicherung, die im vergangenen Jahr dieImmobilienmärkte prägte. Im Geschäftsgebiet Bayern werden die gesamtenImmobilienvermittlungen der Sparkassen-Finanzgruppe, also auch der LBS, über dieSparkassen-Immobilien-Vermittlungs-GmbH abgewickelt. Diese wird ihre Zahlen imMai veröffentlichen.

Insgesamt verzeichnete der Wohnimmobilienmarkt in Süddeutschland ein um rund einDrittel geringeres Objektvolumen als im Vorjahr. Zum Zinsanstieg addierten sichUnsicherheiten über staatliche Förderprogramme, die Energiewende imGebäudebestand, steigende Baukosten und Bauauflagen als bremsende Faktoren. DieFinanzierung der eigenen vier Wände ist in der Regel die größte undlangfristigste Investition eines Privathaushalts. Deshalb gehörenPlanungssicherheit und Verlässlichkeit zu den wichtigsten Rahmenbedingungen, umWohneigentum zu erwerben.

Die Baugenehmigungen waren im Geschäftsgebiet der LBS Süd im vergangenen Jahrzweistellig rückläufig: in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mit einem Minusvon einem knappen Drittel und in Bayern mit einem Minus von knapp 25 Prozent.Mit Blick auf den zunehmenden Wohnungsmangel und die weiter steigenden Mieten -insbesondere in den großen Städten und Ballungszentren im wirtschaftlich starkenSüden Deutschlands - sieht die LBS Süd dringenden Handlungsbedarf.

Wohnungspolitik gefordert

Angesichts des sich abzeichnenden Fehlens von mehr als 700.000 Wohnungen fordertStefan Siebert die Politik auf, die Wohneigentumsbildung nicht aus den Augen zuverlieren: "Wohnen im Eigentum entlastet den Wohnungsmarkt, denn mit dem Umzugin die eigenen vier Wände wird meist eine Mietwohnung frei. Dadurch wird ofteine Umzugskette in Gang gesetzt. Die Fokussierung der Bundesregierung auf denMietwohnungsbau greift deshalb zu kurz."

Siebert begrüßt die Anhebung der Einkommensgrenzen bei derArbeitnehmer-Sparzulage auf jetzt 40.000 Euro für Alleinstehende und 80.000 Eurofür Paare als Signal des Staates, auch zukünftig den Eigenkapitalaufbau zuunterstützen. Er weist aber auch darauf hin, dass dies allein angesichts dergestiegenen Erwerbskosten in den vergangenen Jahren nicht ausreichen wird, umNormalverdienern Wohneigentum zu ermöglichen.

Auf einem gemeinsamen Bauspartag haben sich die deutschen Bausparkassen auf dreizentrale Aufgaben verständigt, die die Wohnungspolitik voranbringen können:Wohneigentumsbildung muss auch in Zukunft für breite Bevölkerungsschichtenmöglich bleiben, die Reform der privaten Altersvorsorge muss auch die staatlicheEigenheimrente umfassen und Klimaschutz im Gebäudebestand kann nur erfolgreichsein, wenn die Eigentümerinnen und Eigentümer mitgenommen und überzeugt werden.

Energetische Sanierung braucht Verlässlichkeit

Die flächendeckende Sanierung des Gebäudebestandes ist entscheidend, damitDeutschland seine Klimaziele erreichen kann. Sie wird aber nicht funktionieren,wenn überzogene Sanierungspflichten die Menschen verunsichern und abschrecken.Rund 30 Millionen Wohnungen in Deutschland sind älter als 30 Jahre und zu einemerheblichen Teil energetisch nicht modernisiert. Die Investitionskosten derEigentümerinnen und Eigentümer müssen in einem angemessenen Verhältnis zu denerwarteten Einsparungen nach der Sanierung stehen. Nur dann werden die nötigenMaßnahmen in Angriff genommen, damit der Gebäudebestand in Deutschland bis 2045auch tatsächlich klimaneutral sein kann.

Eine aktuelle Studie des Forschungsinstituts empirica hat ergeben, dass rund 40Prozent der deutschen Selbstnutzerhaushalte sich einen Modernisierungskredit vonmehr als 50.000 Euro leisten könnten unter der Voraussetzung, dass dieWohnkosten insgesamt nicht mehr als 30 Prozent des verfügbarenHaushaltseinkommens ausmachen. "Es ist deshalb wichtig, dass staatlicherseitseine angemessene - und verlässliche - Förderung zur Verfügung gestellt wird,"sagt Stefan Siebert.

Die LBS Süd kann als Bausparkasse einen Beitrag zur energetischen Sanierung desGebäudebestandes in ihrem Geschäftsgebiet leisten. Schließlich sind ihreKundinnen und Kunden zu einem großen Anteil Immobilieneigentümer und damitBetroffene. Die LBS arbeitet deshalb an der Erweiterung ihresLeistungsspektrums. Dazu gehören passgenaue Produkte für den kleinvolumigenModernisierungsbereich und optimierte Prozesse genauso wie die Qualifizierungdes eigenen LBS-Außendienstes rund um energetische Themen.

Dazu gehört insbesondere auch eine neue bundesweite LBS-Kooperation mit mehrerenNetzwerken zur Energie- und Förderberatung sowie die Einrichtung einesVermittlungsservice, den die LBS-Gruppe in diesem Jahr an den Start bringenwird. Über diesen Service können Kundinnen und Kunden schneller den Kontakt zurEnergie-, Förder- sowie Finanzierungsberatung herstellen und werden bis zurUmsetzung der jeweiligen Sanierungsmaßnahmen begleitet. Eine Energieberatung istin der Regel die notwendige Basis für die energetische Sanierung einer Immobilieund wird durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)gefördert. Aktuell stellt der Zugang zu Energieberatungen jedoch einen Engpassbei der zügigen Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen dar. Durch dieZusammenarbeit unter anderem mit dem deutschen Energieberater-Netzwerk e. V.(DEN) will die LBS hier vermitteln.

Betriebsergebnis erfüllt Erwartung

Das erste Betriebsergebnis der LBS Süd liegt voraussichtlich bei 63,5 Mio. Euro.Es ist geprägt von einem leicht ansteigenden Zinsüberschuss und einem Anstiegdes Verwaltungsaufwands, der im wesentlichen fusionsbedingt ist. Strukturen undProzesse müssen vereinheitlicht und die Unternehmenssteuerung und Regulatorikauf die erhöhten Anforderungen der EZB-Aufsicht vorbereitet werden. Hinzu kommtperspektivisch auch die Angleichung der Vertriebsstrukturen in denGeschäftsgebieten. "Aufgaben und Herausforderungen, die unser Haus undinsbesondere das Vorstandskollegium sicher noch im gesamten Jahr 2024 unddarüber hinaus beschäftigen werden," so Stefan Siebert.

Herausfordernde Personalpolitik

Verlassen kann sich die LBS Süd bei den anstehenden Aufgaben auf ihre rund 1.500Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie auf die etwa 860 Beraterinnen und Beraterim Außendienst. Die LBS Süd bietet sichere und attraktive Arbeitsplätze in einemwirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen. Fusionsbedingte Kündigungen gibt eskeine. Die Herausforderung besteht im Gegenteil zukünftig darin, wichtigeStellen bei Bedarf qualifiziert neu zu besetzen. "Wir setzen stark auf dieeigene Ausbildung und haben ein großes Interesse daran, unsere Auszubildendenanschließend auch zu übernehmen", erklärt Stefan Siebert. Zurzeit absolvieren 99junge Frauen und Männer eine Ausbildung bei der Landesbausparkasse an denStandorten Stuttgart, München, Karlsruhe und Mainz.

Ausblick

Das Umfeld für den Immobilienerwerb bleibt verhalten. Zwar scheint die Inflationauf dem Rückzug und damit eine Entspannung an den Zinsmärkten in Sicht,gleichzeitig aber stockt die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Für das Jahr2024 ist die LBS Süd vorsichtig optimistisch. Die - teuer erkauften -Immobilien-Boom-Jahre sind vorbei und werden absehbar nicht wiederkommen. DerImmobilienmarkt kehrt zurück zur Normalität. Aber die Bevölkerungszahl inDeutschland steigt weiter an, gleichzeitig wird nach wie vor viel zu weniggebaut und die Generationenaufgabe der energetischen Sanierung desGebäudebestandes steht an. "Das Bausparen und die LBS Süd werden auch in Zukunfteinen wichtigen Beitrag zur Bewältigung dieser Herausforderungen leisten," istsich Stefan Siebert sicher.

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