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Arzneimittelausgaben in Bayern auf Höchststand - PatentgeschützteProdukte als KostentreiberMünchen - Die Ausgaben für Arzneimittel steigen bayernweit weiter rasantan: Die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) gaben im Jahr 2022 in Bayern 7,99Milliarden Euro für Arzneimittel im ambulanten Bereich aus, bundesweit waren es54,1 Milliarden Euro.

27.11.2023 - 07:57:04

BKK Landesverband Bayern / Arzneimittelausgaben in Bayern auf ...

Im Freistaat steigen die Ausgaben seit Jahrenüberproportional: Seit 2010 erhöhte sich der Bruttoumsatz je GKV-Versicherten inBayern um 60,5 Prozent auf 711 Euro im Jahr 2022. Bundesweit stiegen dieAusgaben im gleichen Zeitraum um 53,2 Prozent auf 743 Euro je Versicherten. Auchim Jahr 2023 und im Ausblick auf 2024 geht der Trend nach oben, stellt derLandesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) in Bayern fest und mahntRegulierungen im Arzneimittelmarkt an.

Zuletzt hatte der Gesetzgeber mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz versucht,der rasanten Ausgabenentwicklung im Arzneimittelbereich Einhalt zu gebieten. Mitmäßigem Erfolg, wie Dr. Ralf Langejürgen, Vorstandsvorsitzender des BKKLandesverbandes Bayern, feststellt: "Die massiven Kostensteigerungen bei sehrhochpreisigen, patentgeschützten Arzneimitteln belasten die GKV und damit dieBeitragszahler enorm. Das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz geht zwar in dierichtige Richtung, reicht aber insgesamt nicht aus. Der Gesetzgeber istgefordert, insbesondere die Preise für neue Produkte stärker zu regulieren unddie umfangreichen Ausnahmeprivilegien im Arzneimittelbereich abzubauen."

Bei patentgeschützten Arzneimitteln haben Unternehmen seit demGKV-Finanzstabilisierungsgesetz sechs Monate Zeit, ihr neues Produkt ohnePreisobergrenze auf den Markt zu bringen. Langejürgen: "Dieser Freifahrtscheinist für die Krankenkassen immer noch viel zu teuer. Auch ein neues Produkt musssich an seinem Zusatznutzen im jeweiligen Anwendungsgebiet messen lassen undsich ab dem Zeitpunkt des Markteintrittes preislich an der bestehendenProduktgruppe orientieren."

Patentgeschützte und damit nicht generikafähige Fertigarzneimittel machen knapp11 Prozent der verordneten Tagesdosen (DDD), aber 55 Prozent des Umsatzes amFertigarzneimittelmarkt aus. Dazu gehören die meisten Immunsuppressiva, die zumBeispiel zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie Rheuma oder Psoriasiseingesetzt werden. Immunsuppressiva machen zwar nur 0,5 Prozent der verordnetenTagesdosen (DDD) aus, verursachen aber bundes- und bayernweit gut 15 Prozent desBruttoumsatzes; in Bayern waren das im vergangenen Jahr rund 1,02 MilliardenEuro.

Wesentliche Ausgabentreiber sind aber auch Arzneimittel, die häufig bei sogenannten Volkskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder chronischobstruktiven Lungenerkrankungen (COPD) verordnet werden. So stehen Antidiabetikain Bayern für 5,7 Prozent der Tagesdosen und mit einem Volumen von 485 MillionenEuro für 7,4 Prozent des Bruttoumsatzes im Fertigarzneimittelbereich.

Viele chronische Erkrankungen sind oft direkt und nachweislich durch denLebensstil beeinflussbar. Mit zahlreichen Angeboten unterstützen dieBetriebskrankenkassen ihre Versicherten dabei, ihre Gesundheit zu stärken undungesunde Lebensweisen zu vermeiden, damit Krankheiten am Ende gar nicht erstentstehen.

Weitere Informationen:

GKV-Arzneimittel-Schnellinformation (GAmSi) (https://www.gkv-gamsi.de/gamsi_berichte/quartalsberichte.jsp?area=Alle&criterion1=7179072&criterion2=Alle#list_59984)

BKK Dachverband - Positionspapier hochpreisige Arzneimittel (https://www.bkk-dachverband.de/fileadmin/Artikelsystem/Positionspapiere/2022/BKK_DV_Positionspapier_hochpreisige_Arzneimittel_final.pdf)

BKK Gesundheitsportal (bkk-gesundheit.de) (https://www.bkk-gesundheit.de/)

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