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Ein Nachruf auf Hans-Jürgen Bocker? Ein Weckruf!

"Hier ist mein Geheimnis. Es ist ganz einfach. Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar." (Der kleine Prinz)

Unser Freund, Mentor und Vorbild ist nicht mehr unter uns. Mit tiefer Betroffenheit reagierten wir auf die Nachricht, dass Prof. Dr. Hans-Jürgen Bocker am vergangenen Freitag, den 23. Oktober 2020, im Alter von 81 Jahren verstorben ist. Möge seine Seele in Frieden ruhen und sein Geist in uns dieselbe Kraft an Liebe in Bewegung setzen.

Kurz nach der Gründung der Elementum im Jahr 2007 übernahm Professor Dr. Bocker das Amt des Verwaltungsratspräsidenten der in der Schweiz ansässigen Elementum International. Zusammen mit den Familien Pravica und Luitz baute er ein Familienunternehmen auf, das sich für echte Werte stark machte. Nachdem er sich aus gesundheitlichen Gründen vor ein paar Jahren aus dem Berufsleben zurückzog und nach Deutschland zog, fungierte er weiterhin als Ehrenpräsident und schrieb in dieser Zeit noch einige Artikel über gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge und die Bedeutung von physischen Edelmetallen für die persönliche Freiheit.

Als Hajo, wie ihn seine Freunde nannten, am 13. Juli 1939 das Licht der Welt in Thüringen erblickte, konnte er nicht ahnen, dass nur wenige Wochen später der Zweite Weltkrieg ausbrechen sollte. Ein ungeheuerlicher Angriff des Kollektivs auf die Menschlichkeit und eine tragische Zerstörung aller kulturellen Ideale, die die Aufklärung mühselig hervorgebracht hatte.

Umso erstaunlicher ist, und umso hoffnungsvoller stimmt, dass trotz dieser dunklen Zeit ein Freigeist aufblühen konnte, der mit unerschütterlicher Liebe, gepaart mit Humor und Scharfsinn, wie eine einsame Leuchtfackel in der rauen Nacht für Wärme und Licht sorgte. Doch nicht für sich selbst, sondern vornehmlich für seine Mitmenschen und die Natur.

Derartig selbstloses Verhalten ist seit Menschengedenken eine Seltenheit geblieben, die jedoch vielmehr als immerwährender Hoffnungsschimmer am Horizont erstrahlt, dass der Mensch von Grund auf gut ist. Im ewig erscheinenden Hier und Jetzt schenkt uns Derartiges die Hoffnung zurück auf eine bessere Welt. Hajo ist ein solch zeitloses Geschenk.

Nach seinem Maschinenbau-Studium in Darmstadt studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität München und promovierte 1978 an der Universität von Süd-Afrika. Für viele Jahre war er beruflich in Afrika und auf der ganzen Welt unterwegs, für namhafte Unternehmen, Persönlichkeiten und Regierungen.

Es waren diese Erfahrungen und Erlebnisse rund um den Globus, die ihn zu dem gemacht haben, wie wir ihn kennen, schätzen und lieben. Ein Gutmensch, Menschenfreund und Weltverbesserer, der die Natur so liebte, als würde er vergängliche Schönheit aufhalten können. Ein Botschafter des Guten und jemand, der für dringend benötigte Aufklärung sorgte, damit das Gewohnheitstier Mensch aus dem Käfig seiner Gedankenlosigkeit befreit wird.

Als er an namhaften Hochschulen in Deutschland, Süd-Afrika, Kanada und den USA dozierte, waren es die Studenten und somit die neue Generation an Führungskräften, die in den Genuss seiner mannigfaltigen Erfahrungen und lebhaften Erzählungen aus dem wahren Leben kamen. Auch wenn es nicht jeder vermochte, ihn zu deuten und seine Absichten hinter dem gesprochenen oder geschriebenen Wort zu erkennen, so hatte er die Gabe, auch diesen Menschen zumindest ein Lächeln ins Gesicht zaubern zu können und zum eigenständigen Denken zu animieren.

Seine unverwechselbare Art und Weise, andere wachrütteln und zur Reflektion anregen zu wollen, zeugte von unbändiger Nächstenliebe und Ehrfurcht vor der Natur des kollektiven Seins.

Insgeheim wusste er wohl, dass eine andere Herangehensweise nötig sei, um in den Köpfen der Menschen etwas auszulösen. Und so tat er es mit Humor mitsamt überspitzten Worten und widersinnig erscheinenden Beispielen, allein um die Sinne seines Gegenübers vollumfänglich zum Leben zu erwecken – raffiniert verpackt von seiner unfassbaren Genialität, seinem begreifbaren Erfahrungsschatz und seinem liebenswürdigen Charme. Stets bescheiden und aufrichtig bodenständig, denn sein Leben von der ersten bis zur letzten Minute war alles andere als leicht. Mögest Du nun Deine Ruhe finden, denn Dein Werk ist vollbracht – in all Deiner Vollkommenheit.

Und so ist die Trauer und die tiefe Betroffenheit um sein Ableben umso grösser. Denn er wird uns fehlen, wenngleich es tröstet, dass er etwas geschaffen hat, das für die Unvergänglichkeit gemacht ist. Sein Wesen hat uns berührt, womit er in uns weiterlebt. 

Er hat seine Arbeit gewissenhaft erledigt, spätestens jetzt sind wir dran.

»Nur wenig von der vielen Grausamkeit, die von Menschen geübt wird, kommt wirklich auf Kosten grausamer Triebe. Das meiste davon fließt aus übernommener Gewohnheit und aus Gedankenlosigkeit. Die Grausamkeit hat also keine sehr festen, aber weit verzweigte Wurzeln. Darum macht es so viel Mühe, sie auszurotten. Aber die Zeit muss kommen, wo die von Gewöhnung und Gedankenlosigkeit geschützte Nichtmenschlichkeit der vom Denken verfochtenen Menschlichkeit erliegen wird. Arbeiten wir daran, dass sie kommt.« (Albert Schweitzer)


Quelle: https://youtu.be/APCfhw_Bj5M 

@ ad-hoc-news.de | 26.10.20 10:43 Uhr