FED, WallStreet

Crazy Wall Street hängt am seidenen Faden der FED

+++“Flash Boys“ bringen die Aktienmärkte durcheinander+++„Plunge Protection Team“ rettet die Wall Street+++Kommt die Zinswende der FED schon im Oktober?+++Putin ist wieder im Gespräch+++Frieden oder Krieg in der Ukraine?+++VW-Krise zieht weite Kreise+++Schwellenländer in Gefahr+++Gold und Silber erholt+++Aktienmärkte nervös+++

Die Anleger reagierten am Freitag sehr nervös auf etwas enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten. Erst schossen die Aktienmärkte nach unten, dann erholten sie sich intraday wieder kräftig, um im Plus zu schließen. Die Anleger ringen dabei um die Beantwortung der Frage, ob die FED die Zinsen schon im Oktober oder erst im Dezember erhöhen wird. Die dann eingeleitete Zinswende ist von großer Bedeutung für viele Unternehmen aus Schwellenländern wegen der hohen Schulden in US-Dollar. VW ist das Symbol einer globalen Vertrauenskrise. Auch die Charttechnik ist brisant. Zudem drohen geopolitische Spannungen mit Putin in Syrien und in der Ukraine.

US-Arbeitsmarkdaten sorgen für starke Kursbewegungen an der Wall Street

 

Am Freitag wirbelten die US-Arbeitsmarkdaten die Aktienmärkte einmal wieder ordentlich durcheinander. Gemeldet wurde die Schaffung von „nur“ 146.000 neuen Stellen  außerhalb der Landwirtschaft in den USA und  für den August wurde die Zahl auf 136.000 korrigiert.  Die Arbeitslosenquote blieb dabei bei 5,1 Prozent.

 

Daraufhin fiel der Dow Jones Industrial Index zunächst wie ein Stein von 16.350 auf 16.000 Indexpunkte, um sich hernach wieder auf ein Tageshoch von 16.470 Indexpunkten zu erholen. So etwas nennt man neudeutsch „Intraday-Reversal“ und ist in der Regel ein Zeichen für steigende Aktienkurse in den nächsten Tagen. Auch der DAX, der von ausländischen Anlegern dominiert wird,  machte zeitgleich nach Bekanntgabe der US-Arbeitsmarktdaten das Jo-Jo-Spiel mit und fiel erst nach 14.30 Uhr von 9460 auf 9400 Indexpunkte, um sich hernach wieder auf 9700 Indexpunkte zu erholen. Diese verrückten und schwer nachvollziehbaren Kurskapriolen gibt es sehr oft nach US-Arbeitsmarktdaten am Freitag, wo die Aktienmärkte sehr hektisch und irrational reagieren. Hier spielen die „Flash boys“, also die Hochfrequenzhändler aus  New York, Chicago und London eine große Rolle, die sekundenschnell Nachrichten auswerten und die Märkte durch Leerverkäufe in eine bestimmte Richtung „zwingen“, um hernach unvermittelt die andere Seite über die Terminmärkte zu „spielen“.

 

Der Goldpreis stieg am Freitag nach den schwachen US-Arbeitsmarktdaten um 2,2 Prozent auf 1138 US-Dollar/Unze und der Silberpreis sogar um 4,86 Prozent auf 15,24 US-Dollar-Unze, was freilich immer noch nahe dem 5-Jahrestief ist. Auch andere Rohstoffe wie Kupfer konnten sich am Freitag um 1,4 Prozent auf 5142 US-Dollar/tonne erholen.

 

Alles hängt jetzt am seidenen Faden der FED

 

Die heftigen Kursausschläge liegen darin begründet, dass die Notenbank-Chefin Janet Yellen bis Ende des Jahres eine Zinserhöhung ankündigte, wenn sich die Rahmendaten für die US-Wirtschaft bis Ende Dezember nicht nachhaltig verändern. Vor dem Hintergrund der China-Krise beließ sie überraschend die Zinsen bei der letzten Notenbanken-Sitzung im September auf dem gleichen Niveau wie zuvor, was die Aktienmärkte schon verunsicherte. Nun befürchten die Anleger eine Zinsanhebung der FED im Oktober (ohne Pressekonferenz) oder im Dezember (mit Pressekonferenz). Nach dem ersten „Schock“ setzte sich am Freitag im Tagesverlauf die Meinung durch, dass es aufgrund der schwachen US-Arbeitsmarktdaten doch nicht zu einer Zinserhöhung der FED im Oktober oder Dezember kommen könnte und daraufhin stiegen die Aktienkurse wieder stark an. Zudem erreichte der Dow Jones Industrial  Index mit 16.000 Indexpunkten eine „kritische Marke“, die nicht nachhaltig unterschritten werden darf, da sonst ein Kurseinbruch an der Wall Street und dann im Gleichklang auch an den Weltbörsen droht. Das „Plunge Protection Team“ in den USA, das die Wall Street in schwierigen Marktphasen retten soll, hat dies wohl jetzt am Freitag – vorerst - verhindert.

 

VW-Krise noch nicht überwunden

 

In Deutschland rätseln die Anleger und Analysten, was nun an Schadenersatzklagen auf VW zukommen wird und hier gehen die Meinungen sehr weit auseinander von 10 Milliarden  bis 40 Milliarden Euro. Je nachdem wie hier das Urteil bzw. die Vorverurteilungen ausfallen, gibt es Herab- oder Heraufstufungen bei der Kursprognose von VW, nachdem sich der Kurs schon seit dem hoch mehr als halbiert hat. VW steckt in jedem Fall in einer großen Vertrauens- und Glaubwürdigkeitskrise.

 

VW als Symbol einer globalen Vertrauenskrise

 

Dies könnte aber auch ein Symbol für Vertrauenskrise den globalen Finanzmärkten sein, die anscheinend nur am seidenen Faden der FED-Entscheidungen hängen. Es wird auch in Zukunft zu irrationalen Kettenreaktionen kommen, die sogar zu einem Crash führen können, den der US-Investmentstratege Martin Armstrong für den Oktober bei Staatsanleihen erwartet. Zu beachten ist aber der Einbruch von Unternehmensanaleihen wie bei VW, Petrobras oder Glencore. Immer mehr Rohstoffunternehmen, auch die US-Fracking-Unternehmen, kommen jetzt bei so niedrigen Rohstoffpreisen in Liquiditätsschwierigkeiten und müssen Unternehmensteile verkaufen.

 

Unternehmensanleihen von Rohstoffkonzernen geraten unter Druck

 

Eine Zinswende in den USA könnte viele Schwellenänder und viele Großunternehmen in Schwellenländern in ernsthafte Schwierigkeiten wegen der zu hohen Verschuldung in US-Dollar bringen. Ein Konkurs von einem Großunternehmen wie Petrobras oder Glencore wäre ein black swan für die Weltbörsen und die Weltwirtschaft, da dann die Spreads von vielen Unternehmensanleihen wieder in die Höhe springen, wie zuletzt auch bei VW.

 

Wichtige Ereignisse vor und nach der Zinswende

 

Neben der befürchteten Zinswende in den USA stehen demnächst wichtige Ereignisse an wie die Rekapitalisierung der griechischen Banken mit 25 Milliarden Euro, wie die Begrenzung der Flüchtlingswelle in Europa und damit das Kriegsgeschehen in Syrien jetzt auch mit russischen Luftangriffen, wie die Befriedung der Ost-Ukraine und Afghanistan durch die Rückkehr der Taliban.

 

Putin meldet sich zurück – mit umstrittenen Luftangriffen in Syrien

 

Putin hat sich - zumindest militärisch - zurückgemeldet indem er anordnete, dass russische Bomber Stellungen von „Terroristen“ in Syrien angreifen. Bei einem muss man Putin bei seiner Rede in der UNO Recht geben: der gewaltsame  und völkerrechtswidrige Exportversuch von westlichen Demokratien im arabischen Raum durch die USA ist fehlegschlagen und ein Resultat ist nun auch die Flüchtlingswelle in Europa und der IS-Staat als größte Terrorgruppe der Welt. Dies ist nun schwer wieder rückgängig zu machen. Der arabische Raum bleibt ein Pulverfass. Auch die Taliban kehren nach Afghanistan wieder zurück. Man spricht schon davon, dass auch die Bundeswehr wieder nach Kundus zurückkehren soll, da die afghanische Armee dort überfordert sei.

 

Es ist zu viel Blei in der Luft – vor allem auch in den USA!

 

Neben IS-Kriegern sollen in Syrien durch russische Luftangriffe aber auch angeblich Stellungen von oppositionellen Rebellen getroffen  worden sein, was zu Unfrieden und Unstimmigkeiten führte. Man darf jetzt gespannt sein, ob es Putin zumindest  gelingt, freie Wahlen nach ukrainischem Recht in der Ukraine stattfinden zu lassen. Die Separatisten wollen Panzer abziehen. Ob dies geschieht und in welchen  Umfang, muss auch abgewartet werden. Es ist schon viel zu viel Blei in der Luft, auch jetzt wieder bei einem Amoklauf in den USA, wo Obama gegen die Waffenlobby nicht anzukommen scheint und resigniert.

 

„Kalter Krieg“ führt zum Wegfall der Friedensdividende

 

Ich befürchte, dass es auch in der Ost-Ukraine später wieder Krieg geben wird, da es zu viele Kriegstreiber auf beiden Seiten gibt und dazu zählt auch der „rechte Mob“ in der Ukraine. Das größte Manöver der NATO aller Zeiten mit 36.000 Soldaten, wo auch 3000 deutsche Soldaten mitmachen, findet gerade in Italien, Spanien und Portugal statt. Es soll dort sechs Wochen lang die „schnelle Einsatzgruppe“ gegen Russland trainiert werden. Man probt also schon mal den Weltkrieg gegen Russland in Südeuropa. Die Stellvertreter-Krieg in Syrien/Irak und in der Ost-Ukraine und auch der „Kalte Krieg“ USA gegen Russland werden also weitergehen und damit die Friedensdividende an den Weltbörsen wegfallen. Dennoch gibt es auch immer wieder gute Erholungschancen im Trading-Bereich, sogar an der Moskauer Börse.

 

 

„Rote Linien“ wegen der angeschlagenen Markttechnik jetzt unbedingt beachten

 

Aufgrund der angeschlagenen Markttechnik ist jetzt weiterhin eine defensive Anlagepolitik ratsam. Die nächsten wichtigen „roten Linien“ die an den Weltbörsen nicht unterschritten werden dürfen, können Sie der neuen Ausgabe des EAST STOCK TRENDS (EST, www.eaststock.de) vom  11. September entnehmen. Nach dem Crash am 24. August und den schwachen Kursen im September befinden sich immerhin 7 Börsen aus Osteuropa unter den Top-Performern der Welt. Die Börse Riga stieg sogar  schon um 40 Prozent.

Erst informieren, dann investieren

Nach der Korrektur  bleibt auch die Moskauer Börse eine attraktive und stark unterbewertete Trading-Börse. Die preiswertesten Aktienmärkte kommen aus Osteuropa. Die Aktienmärkte aus Serbien und Slowenien zählten im letzten Jahr mit einem Plus von jeweils 18 Prozent in 2014 zu den Top-Performern auf der Welt. Die Börse Budapest (Ungarn)  war bis April 2015 einer der Top-Performer mit einem Plus von über 36 Prozent. Aber auch die baltischen Börsen stiegen schon über 15 Prozent bis April 2015 (bis jetzt +15 Prozent in Estland, +40 % in Riga!). Jetzt korrigierten die Börsen ein wenig durch Gewinnmitnahmen, was im EAST STOCK TRENDS auch erwartet und angekündigt wurde. Die Moskauer Börse ist jetzt in etwa in US-Dollar auf dem Niveau wie zu Jahresbeginn, wobei der MICEX-Index noch  über 20 Prozent im Plus ist. Es kam aber zuletzt zu hohen Währungsverlusten durch den schwachen Rubel. infolge des schwachen Ölpreises.

Informieren Sie sich jetzt ausführlich über die Hintergründe der Ukraine/Russland-Krise, aber auch das zukünftige Erholungspotential der unterbewerteten Aktien aus Osteuropa. Bestellen Sie jetzt auch ein Probe-Abo (3 Ausgaben per Email für nur 15 €) des monatlich erscheinenden Börsenbriefs EAST STOCK TRENDS (EST)  mit einem weiteren Ukraine/Russland-Special mit vielen Hintergrund-Informationen und neuen Anlage-Vorschlägen wie mit der "Aktie des Monats“ und lukrativen Zertifikaten unter www.eaststock.de, dort unter Börsenbrief.  Der letzte  EST erschien am 12. August 2015. Der nächste EST folgt im September.

Die  „Aktie des Monats Dezember 2014“  Surgut Vz. stieg seit Kaufempfehlung im Hoch um 81 Prozent in wenigen Monaten. Die Muster-Depot-Aktie Magnit verzehnfachte sich bereits seit 2009, erreichte im Juli aber sogar ein neues Allzeit-Hoch. Die Vorzeigeaktie Luxoft verdoppelt sich bereits seit der Empfehlung im EST als „Aktien des Monats“ vor einem Jahr. Das neuen Muster-Depots  II des EST ist immer noch bis 11. September  mit über 40 Prozent seit Jahresbeginn kräftig im Gewinn und haben den DAX klar outperformt, was man einloggen konnte. Im neuen EAST STOCK TRENDS wurde eine Petrochemieaktie und ein Hafenbetreiber   aus Russland  als „Aktien des Monats“ neu  herausgestellt. Zudem wurde ein weiteres Ukraine-Special mit vielen lesenswerten Hintergrundinformationen über die Ukraine angefertigt. Wie heißt es so schön: erst informieren und dann investieren!

TV- und Radio-Hinweise: Andreas Männicke wird am 5. Oktober 2015 um 13.00 Uhr im DAF    und am 6. Oktober 2015 um 13.00 Uhr in Börsen Radio Networks über  die  Beschlüsse in Paris befragt. Sie können das Interview hernach  unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik Interviews abrufbar.  Schauen Sie sich auch das gleichnamige EastStockTV-Video, Folge 83unter www.eaststock.de, dort unter der Rubrik „Interviews“ an.

Seminar-Hinweis: Das nächste Ostbörsen-Seminar „Go East – in der Krise liegt die Chance“ wird am 25. November 2015 in Frankfurt/M gleich nach dem EK-Forum um 17.00 Uhr stattfinden. Info und Anmeldung unter www.eaststock.de, dort unter Seminar

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@ ad-hoc-news.de | 04.10.15 14:40 Uhr