Bankenkrise, Weltwirtschaftskrise

Bankenkrise = Weltwirtschaftskrise?

Krise steht noch bevor

Russland mit hohen Windfall profits Moskau, Kiew, Sofia, Warschau, Prag auf Allzeithoch
Während die Ostbörsen von einem Hoch zu nächsten jagen, macht die von den Außenstehenden unüberschaubare Situation im Bankensektor vor allem in den USA weiterhin Sorge. Ein Chef nach den anderen von den großen, renommierten Investmentbanken UBS, Merill Lynch und nun Citibank muss nach dem Bekanntwerden von Mrd-Abschreibungsbedarf mit Millionen Abfindungen den Hut nehmen und lassen damit den Anleger im Regen stehen. Wie schön, dass die notleidenden Subprimekredite nicht doch nur in den Büchern von „konservativen“ deutschen Landesbanken geblieben sind. Auch Commerzbank-Chef Müller hat den Abschreibungsbedarf kurzer hand von 80 auf 1200 Mio. € erhöht. War es das jetzt? Was uns in Zukunft noch blüht, hängt einerseits von dem wahren Ausmaß der Subprime-Krise ab (100 Mrd. USD oder 1 Billion USD oder dazwischen?), anderseits auch von der Entwicklung der US-Wirstchaft und des US-Konsums. Die Tatsache, dass General Motors mit 37 Mrd. USD den größten Quartalsverlust in der Unternehmensgeschichte melden musste, lässt für den US-Konsum nichts Gutes befürchten. Auch die größten Hypothekenbanken Fannie Mai und Freddie Mac sagen beide, dass das Gröbste nicht überstanden ist, sondern erst in 2008 bevorsteht. Zudem drückt nach den stark gestiegenen Rohstoffpreisen nun die Inflationsgefahr. Auch fiel der Yen auf unter 113 USD/JPY (Achtung: Carry Trades schon vergessen???), was ein Krisenindikator ist wie der Goldpreis mit einem neuen 27-Jahreshoch von 832 USD/Unze. Wer hätte schon vor einigen Jahren die Prognose gewagt, dass bei einem Ölpreis von fast 100 USD/Barrel neue Höchstkurs an den Weltbörsen möglich werden und dass eine Petrochina bloß durch die Einführung an der Spielcasino-Börse Shanghai sich über Nacht verdoppelt und mit 1 Billion USD kurzfristig mehr als doppelt soviel wert war wie eine ExxonMobil und viermal so groß wie eine Gazprom? Alles das passt zu dem Bild der durch massive Geldmengenausweitung geförderten (oder gar verursachten) weltweiten „irrationalen Übertreibungen“. Der Kurs von Petrochina ist jetzt aber zu über 25% in wenigen Tagen nach dem Allzeicht-Hoch schon korrigiert. Es fragt sich nun, wann und wie weich sich der Bubble in China in Zukunft auflösen wird. Viele behaupten, dass sich der Bubble zumindest bis zu den olympischen Spielen in 2008 aufrechterhalten lässt. Der Markt wird sich danach aber nicht richten. Man kann nur hoffen, dass in einem solch spannungsgeladenen und explosiven Umfeld Bush/Cheney, die vor einem dritten Weltkrieg warnen, von einem geplanten Krieg gegen den Iran Abstand nehmen, wozu der Merkel-Besuch auch der Bush-Ranch hoffentlich beitragen konnte. Es brodelt aber auch in Pakistan, die schon Atomwaffen besitzen. Auch Georgien dreht zu kippen, was für US-Militäraktionen sehr von Nachteil wäre. Neuwahlen schon am 5. Januar sollen die Opposition beruhigen und den Ausnahmezustand schnell beenden. Ich nehme an, dass die US-Geheimdienste jetzt mehr im strategisch wichtigen Pakistan und Georgien zu tun haben als ihnen lieb ist. Ein falscher Schritt der Notenbanken oder der Politiker und wir befinden uns über Nacht in einer Weltwirtschaftskrise, denn sowohl Politkern als auch Unternehmensvorständen ist in Notlagen alles zuzutrauen, nur nicht zur rechten Zeit die Wahrheit zu erzählen. Ich persönlich rechne aber erst mit einer Verschärfung der Situation im nächsten Jahr, da jetzt weltweit die „Eingreiftruppen“ politisch und wirtschaftlich eingreifen werden, damit nichts anbrennt. Da sowohl die Finanzsituation in den USA aufgrund der zu starken Verschuldung als auch die geopolitische Situation sehr fragil ist, muss der Anleger aber mit allem rechnen. Nicht nur in illiquiden, sondern sogar in liquiden Märkten können die Kurse sehr schnell halbieren, wie sich jetzt schon nicht nur bei den US-Investmentbanken, sondern auch bei einigen osteuropäischen Banken abzeichnet wie in Kasachstan (Kazkommertsbank von 16 auf unter 8 €), wo Moody´s alle Großbanken im Rating herunterstufte, und Georgien (Bank of Georgia von 32 auf 22 €), wo sprichwörtlich der „Ausnahmenzustand“ herrscht.. Auch die Immobilienaktien in Osteuropa und Österreich halbierten sich in einigen Monaten so wie bei Meinl European Land von 22 auf 8 € (!) und der Meinl-Vorstand hat nun viele Klagen am Hals. Der ATX, der Index mit der größten Osteuropafantasie, verlor in den letzten Monaten über 30% an Wert. Ein Crash, den keiner im Moment bemerkt. Dies könnte demnächst auch Siemens in den USA aufgrund der 1 Mrd. USD-Schmiergeldkasse durch ausgebuffte US-Anwälte blühen. Wohlgemerkt: Siemens ist kein russisches Unternehmen! Auf der anderen Seite sind Crash-Kurse, solange die Gesamtwirtschaft nicht crasht, in der Regel Kaufkurse. Wenn jedoch einer der Großbanken demnächst in ernsthafte Schieflagen kommt, - und kein Bankvorstand wird uns hierüber rechtzeitig in Kenntnis setzen -, könnte ein Flächenbrand entstehen. Wesentlich dafür ist, wie stark der US-Konsum in den nächsten Monaten abnimmt und ob die USA in eine Rezession schlittert, denn dann kommen meistens erst die wahren Verschuldungsprobleme zum Vorschein. Insofern sollten wir uns freuen, dass die Börsen Kiew (+137%), Sofia (+51%), Warschau (+31%), Prag (29%) und sogar Moskau (+19) nach dreijähriger Super-Hause nochmals neue Höchstkurse im Angst-Monat Oktober erreichten. Auch sind die Kursverluste in den USA bisher noch nicht besorgniserregend. Erst wenn der Dow Jones nachhaltig unter 12.800 Punkte fällt, wird es charttechnisch gefährlich, da dann der langjährige Haussetrend kippen könnte und sich eine M-Formation andeutet. Die Warschauer Börse crashte am Freitag schon mit einem Kursverlust von 10% an einem Tag, was zeigt wie nervös die Institutionellen Anleger im Moment auf die Wall Street in einigen Ländern reagieren. Noch wird das alles aber unter der Rubrik „normale Gewinnmitnahmen“ abgehakt. Es lebe die „Vola!“ Wenn die Banken nicht ins Wanken geraten, können wir aber durch ein Short-Squeeze und die US-Börsen-Eingreifgruppe wieder eine Jahresendrallye bekommen, da die meisten Industrieunternehmen auf der Welt noch nie so viel verdient haben wie in diesem Jahr. Insbesondere bei russischen Ölunternehmen sind sehr gute Quartalsergebnisse im zweiten Halbjahr zu erwarten, so dass Russland ein guter Hedge bzw. „sicherer Hafen“ gegen einen Wallstreet-Crash werden könnte – ebenso wie Gold. Aber vielleicht ist auch der Ölpreis ein durch Finanzspekulanten herbeigeführter „Bubble“, der hernach auf übliche Weise korrigiert wird, nämlich durch die jetzt schon zum guten Stil gehörenden 30-50%-Korrektur bei gefährdeten Unternehmen. Seien Sie also auf alles vorbereitet, vor allem auf hohe „Vola“, dann erleben Sie hernach keine (negative) Überraschung.
@ ad-hoc-news.de | 10.11.07 22:55 Uhr