Berlin (ddp-bln). Die Berliner S-Bahn hat bei der Wartung ihrer Fahrzeuge bis zur Ablösung der alten Geschäftsführung offenbar systematisch Fristen überzogen. Das berichtete die Onlineausgabe der «Berliner Morgenpost». Selbst, als in den Werkstätten Risse in den Bodenblechen oder Abweichungen von vorgeschriebenen Toleranzwerten festgestellt wurden, seien Triebwagen noch in den regulären Streckeneinsatz geschickt worden. Das belegen interne Unterlagen, die dem Online-Magazin vorliegen. «Eigentlich ein Wunder, dass da nichts Schlimmeres passiert ist», sagte ein S-Bahn-Insider gegenüber «Morgenpost Online».

Wie die Onlineausgabe der «Morgenpost» weiter berichtete, will die neue Geschäftsführung den Personalabbau zumindest vorläufig stoppen. Auch die für 2010 beabsichtigte Schließung der Hauptwerkstatt in Berlin-Schöneweide sowie die geplante Auslagerung des Kundendienstes und unrentabler Fahrkartenschalter wurden ausgesetzt. Das erklärten die vier erst Anfang Juli eingesetzten S-Bahn-Geschäftsführer in einem gemeinsamen Brief an die Belegschaft. Die Bahn-Manager räumen damit erstmals indirekt ein, dass der Sparkurs der letzten Jahre zu den vielen Problemen und Engpässen bei der S-Bahn beigetragen habe.

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