Baugewerbe für 2009 verhalten optimistisch: Umsatzplus dank öffentlicher Aufträge erwartet - Wirtschaftsbau schwach
Vergrößern Baugewerbe für 2009 verhalten optimistisch | Bild: ©

Berlin (ddp). Das deutsche Baugewerbe erwartet wegen der schwachen Konjunktur in diesem Jahr weniger Aufträge, sieht sich aber nicht am Beginn einer rezessiven Phase. Nach einer Umsatzsteigerung von sechs Prozent im vergangenen Jahr, die vor allem auf den boomenden Wirtschaftsbau zurückzuführen war, soll der Umsatz 2009 nur noch leicht um 1,3 Prozent zulegen, wie der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Der Wirtschaftsbau als Zugpferd der Branche wird in diesem Jahr aus Sicht des Verbandes vom öffentlichen Bau abgelöst, der sich dank der Investitionen von Bund, Ländern und Kommunen als einziger Bereich positiv entwickeln werde. Nicht ganz so starke Umsatzrückgänge wie beim Wirtschaftsbau werden Loewenstein zufolge beim Wohnungsbau erwartet. Trotz des prognostizierten Umsatzrückgangs werde die Zahl der Beschäftigten am Bau auf dem aktuellen Niveau von 705 000 verharren.

In den ostdeutschen Bundesländern werde die Entwicklung mit einem Umsatzplus von 3,7 Prozent besser verlaufen als in den westdeutschen Bundesländern mit einem Plus von nur 0,7 Prozent.

Zur Ankurbelung der Bautätigkeit forderte Loewenstein von der Bundesregierung ein spezielles «Konjukturpaket Wohnungsbau». Dies sei notwenig, da das Konjunkturpaket II keine Maßnahmen zur Förderung des Wohnungsbaus über die KfW-Förderprogramme hinaus enthalte. «Die Bauwirtschaft war in der Vergangenheit immer eine Konjunkturlokomotive», sagte der ZDB-Präsident. «Wenn man diese kräftig anheizt, wird sie die Konjunktur wieder in Gang setzen». fügte er hinzu.

Laut Loewenstein sind seit 2005 rund 2,3 Millionen Wohnungen mit Fördermitteln aus den KfW-Programmen saniert worden. «Unter dem Aspekt, dass rund 25 Millionen Wohnungen saniert werden müssten, ist dieses jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.» Für Haushalte, die für Sanierungsmaßnahmen keine Kredite benötigen, schlug Loewenstein die Einführung einer Energiesparprämie in Höhe von 25 Prozent von maximal 20 000 Euro nachgewiesener Arbeitskosten vor.

Um im Mietwohnungsbestand Maßnahmen zur energetischen Sanierung anzukurbeln, solle für private Vermieter der Erhaltungsaufwand auf bis zu fünf Jahre verteilt sowie für gewerbliche Vermieter eine erhöhte Abschreibung für energetische Sanierungskosten über einen Zeitraum von zehn Jahren ermöglicht werden. Zur Förderung des Wohnungsneubaus sollte die Förderung nach dem Eigenheimrentengesetz (Wohn-Riester) ausgebaut werden.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft IG BAU (Bauen-Agrar-Umwelt), Klaus Wiesehügel, machte sich am Mittwoch für Änderungen am Konjunkturpaket II stark. Wiesehügel befürchtet, dass die darin vorgesehenen Milliarden-Investitionen für Infrastruktur und Bildung nur in streng begrenzten Projekten ausgegeben werden könnten. Kommunale Zuständigkeiten würden nicht berücksichtigt, was viele Arbeiten im Straßen- und Kanalbau sowie bei der öffentlichen Gebäudesanierung ausschließen würde, sagte Wiesehügel im Südwestrundfunk (SWR). Dies müsse noch vor der Verabschiedung des Konjunkturpaketes am Freitag im Bundestag geklärt und entsprechend geändert werden.

(ddp)