szmmctag
Bild: Datenschutzaffäre bei Bahn

Datenschutzaffäre bei Bahn

Vergrößern

Wirtschaft & Börse

Bahn-Datenaffäre: Erste Rufe nach Mehdorn-Rücktritt

04.02.09 | 10:36 Uhr

Berlin (dpa) - Angesichts der massenhaften Überprüfung von Mitarbeiterdaten bei der Bahn und der Telekom wird der Ruf nach schärferen Regelungen lauter. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar setzt sich für ein Arbeitnehmer-Datenschutzgesetz ein.

Berlin (dpa) - Angesichts der massenhaften Überprüfung von Mitarbeiterdaten bei der Bahn und der Telekom wird der Ruf nach schärferen Regelungen lauter. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar setzt sich für ein Arbeitnehmer-Datenschutzgesetz ein.

«Die Daten von Mitarbeitern dürfen nur zu arbeitsrechtlichen Zwecken wie Lohnbuchhaltung verwendet werden», forderte Schaar in der «Berliner Zeitung» (Mittwoch). Ein präventiver Datenabgleich dürfe nicht hingenommen werden. «Es darf sich keine Unternehmen-Selbstjustiz etablieren, die ohne gesetzliche Grundlage und ohne richterliche Kontrolle abläuft.»

Auch der FDP-Innenpolitiker Max Stadler hält neue Regelungen für notwendig. «Bei allem verständlichen Bemühen der Firmen, gegen Korruption vorzugehen, ist es an der Zeit, klare Regelungen zu erlassen, was aus datenschutzrechtlichen Aspekten nötig ist», sagte er dem Blatt.

Der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Sebastian Edathy (SPD), fordert ebenfalls einen besseren Datenschutz für Arbeitnehmer. Der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Mittwoch) sagte Edathy: «Ich halte es für dringend geboten, Voraussetzungen und Grenzen für Zugriffe auf Arbeitnehmerdaten gesetzlich präziser zu regeln.» Vor allem die Frage der Verhältnismäßigkeit, also welche Eingriffe in Persönlichkeitsrechte zur Korruptionsbekämpfung in Betrieben angemessen seien, bedürfe der Konkretisierung. Edathy kündigte an, das Thema Arbeitnehmer-Datenschutz in die bevorstehenden Koalitionsgespräche über die geplante Novelle des Bundesdatenschutzgesetzes einzubringen.

Die Bahn hat eingeräumt, in den Jahren 2002 und 2003 rund 173 000 ihrer damals rund 240 000 Mitarbeiter auf Korruptionsverdacht überprüft zu haben. Dies geschah mit Abgleich von Mitarbeiterdaten wie Wohnadressen, Telefonnummern und Bankverbindungen mit jenen von 80 000 Firmen, die Auftragnehmer der Bahn waren. Am Dienstag bestätigte der Konzern auch noch, dass der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats am Freitag über einen weiteren Datenabgleich im Jahr 2005 informiert worden sei. Bei der Telekom wurden ebenfalls Daten von Mitarbeitern mit denen ihrer Geschäftspartner abgeglichen. Bankverbindungen der Lieferanten seien «zu Testzwecken» mit den Lohn- und Gehaltskonten der Belegschaft verglichen worden, teilte die Telekom mit. Zur Zahl der betroffenen Mitarbeiter äußerte sich das Unternehmen nicht.

Über den erneuten Fall eines Datenabgleichs bei der Bahn im Jahr 2005 wurde «Tagesspiegel»-Informationen zufolge Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) bereits am vergangenen Freitag informiert. Dies gehe aus einem Schreiben von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn (SPD) an Tiefensee hervor, das der Zeitung vorliege (Mittwoch). Darin schreibe der Manager an den Minister, die Aufarbeitung der von Ihnen gestellten Fragen zu den Umständen der in den Jahren 2002 bis 2005 durchgeführten Datenabgleiche sowie deren juristische Bewertung werde noch Zeit in Anspruch nehmen. Das Schreiben datiere vom 30. Januar 2009. Mit Blick auf den von Tiefensee geforderten Bericht über diese Vorgänge schrieb Mehdorn, so die Zeitung, er versichere, dass eine umfassende Stellungnahme zügig erarbeitet werde.

Noch am Dienstag hatte sich Tiefensee darüber beschwert, die Bahn informiere in der Datenaffäre nur scheibchenweise. Es dauere zu lange, es komme nicht konsequent, hatte er gesagt.

Unterdessen forderte der innenpolitische Sprecher der SPD- Fraktion, Dieter Wiefelspütz, indirekt den Rücktritt Mehdorns, sollten sich Berichte bestätigen, wonach 2005 sämtliche Bahnmitarbeiter auf Korruption überprüft wurden. «Wenn das so wäre, wird sich Herr Mehdorn nach einer neuen Tätigkeit umsehen müssen», sagte Wiefelspütz dem «Kölner Stadt-Anzeiger» (Mittwoch).

Url zum Artikel:
http://www.ad-hoc-news.de/bahn-datenaffaere-erste-rufe-nach-mehdorn-ruecktritt--/de/Wirtschaft-Boerse/20024580

Druckendrucken Artikel versendenversenden Bookmarks Bookmark
close
Bookmark bei: Oneview Oneview
Bookmark bei: Mr. Wong Mr. Wong
Bookmark bei: Webnews Webnews
Bookmark bei: Linkarena Linkarena
Bookmark bei: Newsider Newsider
Bookmark bei: Readster Readster
Bookmark bei: Yigg Yigg
Bookmark bei: Digg Digg
Bookmark bei: Del.icio.us Del.icio.us
Bookmark bei: StumbleUpon StumbleUpon
Bookmark bei: Yahoo Yahoo
Bookmark bei: Google Google
Bookmark bei: Blinklist Blinklist
Bookmark bei: Technorati Technorati
Artikel versenden
Sie versenden diesen Artikel:
Bahn-Datenaffäre: Erste Rufe nach Mehdorn-Rücktritt

Berlin (dpa) - Angesichts der massenhaften Überprüfung von Mitarbeiterdaten bei der Bahn und der Telekom wird der Ruf nach schärferen Regelungen lauter. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar setzt sich für ein Arbeitnehmer-Datenschutzgesetz ein.

captcha reload
Bitte geben sie folgend den angezeigten Sicherheitscode ein.
 
mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder

Schließen

Kommentare



captcha reload
Bitte geben Sie den angezeigten Sicherheitscode ein.


mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder
Aktueller Artikel:
Bahn-Datenaffäre: Erste Rufe nach Mehdorn-Rücktritt
Berlin (dpa) - Angesichts der massenhaften Überprüfung von Mitarbeiterdaten bei der Bahn und der Telekom wird der Ruf nach schärferen Regelungen lauter. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar setzt sich für ein Arbeitnehmer-Datenschutzgesetz ein.

Schließen



Kommentar schreiben

Bildergalerie

Bilder: 7Bild: Merkel, Westerwelle und Steinmeier Merkel sieht Deutschland vor Herkulesaufgabe

Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister und...

Bilder: 6Bild: Siegerehrung Paralympics: Zweites Gold für Braxenthaler

Sieger Martin Braxenthaler (m), Takeshi Suzuki...

Bilder: 6Bild: Torgefahr Champions League: Inter und ZSKA im Viertelfinale

Sevillas Luis Fabiano (l) testet Moskaus Keeper...

Bilder: 7Bild: Tränengas Unruhen zum «Tag des Zorns» in Jerusalem

Auch Tränengas wurde geworfen. Ein israelischer...



Börsenlexikon
A |  B |  C |  D |  E |  F |  G |  H |  I |  J |  K |  L |  M |  N |  O |  P |  Q |  R |  S |  T |  U |  V |  W |  X |  Y |  Z | 
Kurszeiten
RealtimeKurse stehen in Realtime zur Verfügung  | ZeitverzoegertKurse werden 15 Minuten verzögert angezeigt  | SchlusskursKurse zum Börsenschluss

Thema des Tages

Bild: Metro Metro beschleunigt Konzernumbau
Metro Metro beschleunigt Konzernumbau

Metro beschleunigt Konzernumbau

Düsseldorf (dpa) - Der Handelskonzern Metro drückt nach Umsatz- und Gewinnrückgängen im...

Fotogalerien

Bild: Merkel sieht Deutschland vor Herkulesaufgabe
Merkel, Westerwelle und Stein
Bild: Paralympics: Zweites Gold für Braxenthaler
Siegerehrung
Bild: Champions League: Inter und ZSKA im Viertelfinale
Torgefahr
Bild: Erotische Bilder oder Aktfotografie mit Stil und Anmut
Bild: Erotische Bilder oder Aktfotografie mit Stil und AnmutBild: Erotische Bilder oder Aktfotografie mit Stil und Anmut
Erotische Bilder oder Aktfoto

Kolumnen

TV Bigsize Neue Rakete entdeckt!

TradeCentre Analysen

Neue Rakete entdeckt!

Funkwerk steht vor Comeback!


TV Bigsize Bis zu 200% Gewinn!

TradeCentre Analysen

Bis zu 200% Gewinn!

VERBIO: Schwarze Zahlen in 2010?


TV Bigsize GoYellow: Kaufen?

TradeCentre Analysen

GoYellow: Kaufen?

GoYellow Media startet Web 2.0 Telefonbuch


Factsheets

Aerocast
Biochem Solitions