5. Februar 2002: Am Auslaufkanal des früheren KKW Lubmin beginnt der Bau eines 35 Millionen Euro teuren Industriehafens.
Juli 2006: Die Energiewerke Nord teilen mit, dass am künftigen Hafen eine 31 Hektar große Fläche für ein Steinkohlekraftwerk reserviert ist.
28. Dezember 2006: Der dänische Energiekonzern Dong Energy bestätigt Pläne zum Bau von bis zu drei 800-Megawatt-Kraftwerksblöcken in Lubmin.
12. Januar 2007: Investor und Landesregierung stellen in Schwerin das Projekt vor, das nur noch zwei Steinkohlemeiler vorsieht. Die Inbetriebnahme ist für 2012 geplant.
30. Januar 2007: Neben dem Bürgerverein «Zukunft Lubminer Heide» kündigen in Ostvorpommern SPD, Linkspartei/PDS, Grüne, WWF und BUND gemeinsame Aktionen gegen die Kraftwerkspläne an.
22. April 2007: Bei einer Bürgerbefragung stimmen in Lubmin 79,5 Prozent der Wähler gegen den Kraftwerksbau.
5. September 2007: SPD-Vize-Landeschef Gottfried Timm verkündet seine strikte Ablehnung des von Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) befürworteten Projekts.
4. Oktober 2007: Dong Energy erteilt die ersten Aufträge.
7. November 2007: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stellt sich auf einem CDU-Parteitag in Binz hinter die Pläne des Investors.
27. November 2007: Ex-Landtagspräsident Hinrich Kuessner (SPD) schlägt eine Volksbefragung zum Kraftwerksbau vor.
18. Dezember 2007: Bei einem ersten Erörterungsverfahren des Staatlichen Amts für Umwelt und Natur Stralsund verlassen Kraftwerksgegner in Greifswald unter Protest den Saal. Sie erklären die Genehmigungsbehörde für befangen.
14. Januar 2008: Am Rande des Neujahrsempfangs der Landesregierung in Heringsdorf fordern 200 Demonstranten eine Abkehr von dem Projekt.
17. Januar 2008: Dong Energy lehnt die von der SPD geforderte Halbierung der Kraftwerkskapazität ab.
12. Februar 2008: Kraftwerksgegner starten in Schwerin eine Unterschriftenaktion für eine Volksinitiative.
19. Februar 2008: Die Umweltverbände BUND und NABU legen gegen den ersten Vorbescheid im Genehmigungsverfahren Widerspruch ein.
21. Februar 2008: SPD-Landeschef Erwin Sellering bekräftigt den von seiner Partei vorgeschlagenen Kompromiss für eine verringerte Kraftwerksleistung.
26. Februar 2008: Die CDU dringt auf eine zügige Fortsetzung des Genehmigungsverfahrens.
4. März 2008: Dong-Projektleiter Peter Gedbjerg geht trotz geforderter Nachbesserungen weiter von der Genehmigungsfähigkeit des Kraftwerks aus.
11. April 2008: Das Ostseebad Thiessow auf der Insel Rügen kündigt an, gegen das Kraftwerk vor dem Verwaltungsgericht klagen zu wollen.
16. April 2008: Kraftwerksgegner übergeben Listen mit 32 000 Unterschriften für eine Volksinitiative an den Landtag.
18. April 2008: BUND und WWF drohen im Fall einer behördlichen Genehmigung des Kraftwerksbaus mit einer gerichtlichen Klage.
3. Juli 2008: Wirtschaftsminister Jürgen Seidel (CDU) betont den Anspruch des Investors auf ein rechtsstaatliches Genehmigungsverfahren.
8. Oktober 2008: Der Wirtschaftsausschuss im Landtag lehnt auf Antrag der Koalitionsfraktionen die Volksinitiative gegen das Steinkohlekraftwerk ab.
22. Oktober 2008: Der Landtag lehnt die Volksinitiative gegen das Steinkohlekraftwerk mit den Stimmen von SPD und CDU ab.
28. Oktober 2008: Das Staatliche Amt für Umwelt und Naturschutz als Genehmigungsbehörde beginnt in Greifswald mit mehrwöchigen Anhörungsverfahren.
17. Dezember 2008: Wirtschafts- und Umweltministerium bitten in einem gemeinsamen Schreiben an die EU um eine Bewertung des Kraftwerksprojekts.
13. Januar 2009: In einer Umfrage sprechen sich 47 Prozent der Befragten in Mecklenburg-Vorpommern gegen das Projekt aus.
19. November 2009: Vertreter von Bürgerinitiativen und Umweltorganisationen fordern in Kopenhagen Dong Energy zu einem Projektverzicht auf. Der Energiekonzern kündigt an, bis 2040 seinen weltweiten Nutzungsanteil regenerativer Energien von gegenwärtig 15 auf 85 Prozent zu erhöhen. An dem Projekt in Lubmin will er festhalten.
11. Dezember 2009: Der Aufsichtsrat von Dong Energy beschließt, die Kraftwerkspläne aufzugeben.
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