Ausland, Angela Merkel am 07.12.2018

Werkzeugmaschinenhersteller Trumpf erwartet Auswirkungen der internationalen Krisen auf die Geschäftsentwicklung

24.09.2020 - 10:18:15

Die Handelskonflikte zwischen den USA, Europa und China trüben die Geschäftserwartungen des Maschinenbauers Trumpf.

Die derzeitigen politischen und wirtschaftlichen Konflikte können zu ernsthaften wirtschaftlichen Konsequenzen führen, betont Nicola Leibinger-Kammüller, Vorsitzende der Trumpf-Gruppe gegenüber dem „Handelsblatt“. Wenn ich auf die aktuelle globale Lage sehe, komme ich ins Nachdenken. Der ungelöste Handelskonflikt zwischen den USA und China und die Entfremdung zwischen Europa und den USA belasten das internationale Klima in einer Zeit, in der die anstehenden Herausforderungen nach Kooperation verlangen. Leibinger-Kammüller verweist auf den Strukturwandel in der Industrie, die Klimakrise, die Digitalisierung und die hohe Staatverschuldung in der Corona-Krise. Das Problem ist die Gleichzeitigkeit, alles kommt auf einmal und ist auch nur im gegenseitigen Kontext zu lösen, mahnt die Trumpf-Chefin.
Doch statt Solidarität und dem Willen zu einem gemeinsamen Handeln, dominiert ein aggressives Gegeneinander. Die EU erreicht intern noch nicht einmal eine gemeinsame Linie in der Flüchtlingsfrage. Das Gemeinwohl wird zugunsten von Einzelinteressen zurückgestellt. Dies bereitet mir Sorgen, betont Leibinger-Kammüller. Auch die Corona-Krise verlangt nach einem offenen und realistischen Umgang. Der Abbau der Staatsverschuldung wird nicht ohne erhebliche Einschnitte in den Lebensstandard der Menschen möglich sein. Das muss klar kommuniziert werden, fordert die Konzernchefin.
Trumpf als Werkzeugmaschinenhersteller ist erheblich von dem Strukturwandel der Automobilindustrie betroffen. Wir müssen den Wandel in der Mobilität gestalten. Einer Kaufprämie für Autos mit Verbrennungsmotor erteilt die Managerin eine klare Absage. Die Automobilindustrie hat viele strategische Fehler gemacht und sich zum Teil selbst in die heikle aktuelle Lage gebracht. Dennoch muss die Bundesregierung den Erhalt dieser Schlüsselindustrie in Deutschland sichern. Die Trumpf-Chefin verlangt klare Ansagen an die deutschen Autohersteller. Das Handeln der Bundesregierung in der Corona-Krise erhält die volle Unterstützung, wobei die Ausweitung der Kurzarbeiterregelung bei Trumpf auf ein geteiltes Echo stößt.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in den letzten Jahren entscheidend zu einer stabilen politischen und wirtschaftlichen Entwicklung beigetragen und die Krisen entschieden angegangen und gemeistert. Die Trumpf-Managerin ist sich sicher, dass sich die Menschen bald nach der Ära Merkel zurücksehnen werden. Für die kommende Bundestagswahl steht auf der Seite der SPD mit Olaf Scholz ein geeigneter Kandidat zur Verfügung. Bei der Union sieht Leibinger-Kammüller derzeit noch Handlungsbedarf. Die Frage der Kanzlerkandidatur sollte schnell und eindeutig geklärt werden. In der Corona-Krise konnte sich Markus Söder profilieren, so dass er ein durchaus erfolgversprechender Kandidat für die Merkel-Nachfolge ist, befindet die Unternehmerin aus Baden-Württemberg im „Handelsblatt“.

 

Redaktion ad-hoc-news.de, NeoMatrix

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