Sudan, USA

Ethnische Säuberungen, Vergewaltigungen, Kriegsverbrechen - seit mehr als 15 Jahren hat der Internationale Strafgerichtshof einen Blick auf die Krisenregion Darfur.

14.07.2023 - 10:33:43

USA begrüßen Ermittlungen zu Kriegsverbrechen im Sudan. Nun werden erneut Ermittlungen aufgenommen.

Infolge zunehmender Berichte über Kriegsverbrechen in der Region Darfur im westlichen Sudan haben die USA die Ankündigung des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) begrüßt, die Aufnahme von Ermittlungen zu prüfen. «Wir fordern alle Staaten auf, mit dem IStGH zusammenzuarbeiten, damit die Menschen in Darfur die ihnen versprochene Gerechtigkeit bekommen», teilte das US-Außenministerium am Donnerstag mit.

Zuvor war bekannt geworden, dass die mit der sudanesischen Armee rivalisierende RSF-Miliz in West-Darfur für die Tötung von mindestens 87 Menschen verantwortlich sein soll. In einer Mitteilung der Vereinten Nationen am Donnerstag hieß es, diese seien in einem Massengrab verscharrt worden. Auch in der Stadt Misterei an der Grenze zum Tschad soll die Miliz demnach Zivilisten getötet haben.

In dem Land im Nordosten Afrikas kämpft seit Mitte April die Armee unter Staatschef Abdel Fattah al-Burhan gegen die Paramilitär-Miliz RSF des ehemaligen Vizemachthabers Mohammed Hamdan Daglo, nachdem ein Machtkampf unter den zwei Putschgenerälen offen eskaliert ist.

Bereits seit über 15 Jahren untersucht der IStGH Verbrechen in der Krisenregion Darfur. In der Region kam es seit Jahrzehnten zu schweren Konflikten zwischen der arabischstämmigen Zentralregierung und ethnischen Minderheiten. Dabei kam es zu ethnischen Säuberungen, Vergewaltigungen und weiteren Kriegsverbrechen. Gegen Sudans ehemaligen Machthaber Omar al-Baschir wurde wegen seiner Rolle im Darfur-Konflikt ein Haftbefehl entlassen. Es war der erste Haftbefehl gegen einen amtierenden Staatschef überhaupt. Al-Baschir werden Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen vorgeworfen. Bislang wurde Al-Baschir jedoch nicht vom Sudan ausgeliefert.

@ dpa.de