John Kerry, Li Qiang

Die USA versuchen, den Klimadialog mit China unabhängig von anderen Streitpunkten zu führen.

18.07.2023 - 13:19:54

China und USA zu mehr Klima-Zusammenarbeit bereit. Das will Peking zwar nicht, der US-Klimabeauftragte Kerry wird bei seinem Besuch aber dennoch hochrangig empfangen.

Der chinesische Ministerpräsident Li Qiang wünscht sich mehr Zusammenarbeit mit den USA im Kampf gegen die Erderwärmung. Eine engere Kooperation sei nicht nur im Interesse beider Länder, sondern der ganzen Welt, sagte Li nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua bei einem Treffen mit dem US-Klimabeauftragten John Kerry in Peking.

Auch Kerry sagte demnach, die USA seien bereit, die Zusammenarbeit mit China in wichtigen globalen Fragen wie Klimaschutz zu verstärken. Am Wochenende hatte er als Schwerpunkte genannt, die klimaschädliche Kohleverbrennung zu reduzieren sowie den Ausstoß des Treibhausgases Methan.

China und USA größte Co2-Emittenten

China stößt weltweit mit Abstand am meisten klimaschädliche Treibhausgase aus, gefolgt von den USA. Beim Pro-Kopf-Ausstoß allerdings liegen die Amerikaner deutlich vor den Chinesen. China plant, seine Emissionen erst ab 2030 schrittweise zu drosseln - was Experten als unvereinbar ansehen mit dem Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Schon jetzt hat sich die Erde um etwa 1,1 Grad erwärmt, in Deutschland sogar um 1,6 Grad. Die wärmsten acht Jahre, die aufgezeichnet wurden, lagen zwischen 2015 und 2022.

Kerry, der sich seit Sonntag zu einem viertägigen Besuch in Peking aufhält, wurde dort hochrangig empfangen. Während er sich am Montag mit dem chinesischen Klima-Chefunterhändler Xie Zhenhua traf, wurde er am Dienstag zunächst vom chinesischen Spitzendiplomaten Wang Yi und anschließend von Premierminister Li Qiang empfangen.

«Für jedes Problem eine angemessene Lösung»

Wang Yi sagte, der gegenseitige Austausch habe zuletzt zwar unter mangelnder Kommunikation gelitten. Durch die Wiederaufnahme des Dialogs könne aber «für jedes Problem eine angemessene Lösung gefunden werden».

Zunehmende Spannungen zwischen den rivalisierenden Mächten hatten China im vergangenen August dazu veranlasst, die Klima-Gespräche mit Washington vorübergehend auszusetzen. Dies geschah aus Protest gegen den Besuch der damaligen Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan.

Der Reise Kerrys wurde als weiteres Zeichen gewertet, dass sich beide Seiten um eine Stabilisierung der Beziehungen bemühen. Kerry ist der dritte hochrangige US-Politiker, der innerhalb weniger Wochen China besucht.

Die USA versuchen, den Klimadialog mit China unabhängig von anderen Streitpunkten zu führen. Doch Peking sieht das anders. Eine Zweiteilung der bilateralen Beziehungen sei unrealistisch und für Peking «inakzeptabel», hieß es am Sonntag zur Ankunft von Kerry in einem Leitartikel der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua.

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