Ausgabe - Bewohner bei Protestaktion in Flüchtlingslager Lebach leicht verletzt: Bei der Ausgabe von Lebensmittelpaketen im zentralen Flüchtlingsheim Lebach (Landkreis Saarlouis) ist es am Mittwoch zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung gekommen. Dabei sollen zwei irakische Bewohner einen Afghanen geschlagen und leicht verletzt haben, teilte die Polizei am Mittwoch in Lebach mit.
Vergrößern Ausgabe - Bewohner bei Protestaktion in Flüchtlingslager Lebach leicht verletzt | Bild: ©

Hintergrund war vermutlich die Protestaktion der Flüchtlinge gegen die ihrer Ansicht nach unzureichende Versorgung durch Sachleistungen.

Am Mittwochmorgen hatten sich etwa 50 bis 60 Personen an der Ausgabestelle versammelt, um demonstrativ die Annahme der Lebensmittelpakete zu verweigern. Sie fordern Geld statt Sachleistungen, um sich auch frische Lebensmittel kaufen zu können. Die Polizei vermutet, dass die beiden Bewohner den Mann bestrafen wollten, weil er trotz der Proteste zur Essensausabe gegangen war.

Eine Vertreterin des Saarländischen Flüchtlingsrats (SFR), der die Proteste grundsätzlich unterstützt, sagte auf ddp-Anfrage, es sei wohl aufgrund der gereizten Stimmung in der Einrichtung zu dem Streit gekommen. Da in dem Lager auch viele Familien mit Kindern wohnten, sei ein Großteil der Bewohner weiterhin auf die Lebensmittelpakete angewiesen. Es sei aber weiterhin eine «große Solidarität unter den Bewohnern» vorhanden und die Proteste würden trotz des Vorfalls auch am Freitag fortgeführt.

Gegen die beiden irakischen Flüchtlinge wurde ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Die Polizei hat zudem angekündigt, aufgrund des Vorfalls zukünftig in der Landesaufnahmestelle stärker präsent zu sein.

Lebach (ddp-rps)