Stella hatte bei dem Architektenwettbewerb für das Projekt den ersten Preis gewonnen und den Auftrag des Bundes zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses in Form des Humboldt-Forums erhalten. Dagegen leitete ein Architekturbüro aus Berlin, das in dem Wettbewerb den dritten Platz erlangt hatte, ein vergaberechtliches Prüfungsverfahren ein.

Das dafür zuständige Bundeskartellamt in Bonn erklärte am 11. September den Vertrag mit dem italienischen Architekten für ungültig, unter anderem weil die Mitbewerber nicht über den Vertragsschluss mit Stella informiert worden waren. Auch habe der italienische Architekt zwei andere Architekturbüros in seine Planung mit eingebunden, die nicht an dem Wettbewerb beteiligt waren. Das Kartellamt forderte daher eine Wiederholung des Vergabeverfahrens ab dem Zeitpunkt der Preisgerichtsentscheidung.

Der Bund reichte dagegen Beschwerde ein. Weil das Bundeskartellamt seinen Sitz in Bonn hat, entscheidet nun das OLG Düsseldorf als zuständige Instanz in Nordrhein-Westfalen.

Der Bau des Stadtschlosses sollte ursprünglich bis 2013/2014 abgeschlossen sein. Er wird sich aber wohl um zwei Jahre verzögern. Das Humboldt-Forum wird neben der Humboldt-Universität und der Zentral- und Landesbibliothek die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit den außereuropäischen Sammlungen nutzen. Das teilweise kriegszerstörte Stadtschloss war 1950 auf Anweisung der damaligen DDR-Machthaber gesprengt worden.

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