Arbeitsplätze - IG Metall Küste fordert Erhalt der 1200 Arbeitsplätze bei Kittner: Die Arbeitsplätze dürften nicht durch Einzelinteressen gefährdet werden Die IG Metall Küste fordert den Erhalt der 1200 Arbeitsplätze bei der von Insolvenz bedrohten Autohaus-Gruppe Kittner in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Alle Gläubiger müssten jetzt an einem Strang ziehen, sagte Bezirksleiterin Jutta Blankau am Samstag in Hamburg.
Vergrößern Arbeitsplätze - IG Metall Küste fordert Erhalt der 1200 Arbeitsplätze bei Kittner | Bild: ©

Die Arbeitsplätze dürften nicht durch Einzelinteressen gefährdet werden. Die Beschäftigten hätten in der Vergangenheit erhebliche Opfer durch einen Sanierungstarifvertrag erbracht.

Eine Sanierung müsse daher auch ohne weiteren Verzicht der Belegschaft möglich sein, betonte die Gewerkschafterin. Nicht die Beschäftigten, sondern das Management und die Banken hätten bei der Restrukturierung des Unternehmens versagt. Die IG Metall sieht nach Blankaus Worten gute Möglichkeiten für die Fortführung des Unternehmens. Kittner habe eine hochmotivierte Belegschaft. Die Werkstätten und der überwiegende Teil der Autohäuser seien profitabel.

Die Ursachen für die Krise des Unternehmens wertete Blankaus als zum Teil hausgemacht. Durch falsche Unternehmensentscheidungen sei ein großer Schuldenberg angewachsen. Probleme gebe es aber auch wegen der insgesamt schwierigen Situation der Kraftfahrzeugbranche, räumte die Gewerkschafterin ein.

Wie die «Lübecker Nachrichten» (Samstagausgabe) berichteten, hatte die Geschäftsführung der Kittner-Gruppe am Freitagabend mitgeteilt, voraussichtlich am Montag oder Dienstag Insolvenz anzumelden. Mehrmonatige Sanierungsbemühungen von Norddeutschlands größtem Autohändler seien damit gescheitert. «Wir würden in enorme Liquiditätsschwierigkeiten geraten, wenn wir das nicht tun», zitierte das Blatt den alleinigen Geschäftsführer der Kittner-Gruppe, Wolfgang Mehte.

Es sei bisher noch nicht gelungen, dass sich sämtliche Banken, die die Kittner-Gruppe weiterfinanzieren wollten, auf eine von allen getragene Vorgehensweise verständigt hätten. Nach Informationen der Zeitung scheiterte die Rettung des Unternehmens letztlich an der Zusage einer Bank. Der Konzern schaltete die Kieler Landesregierung dem Bericht zufolge zur Vermittlung ein. Nach Aussage von Mehte bestehe die finanzielle Schieflage der Kittner-Gruppe bereits seit 2005.

Hamburg (ddp-nrd)