Zuckersteuer, Kabinett

Zuckersteuer kommt: Kabinett beschließt Abgabe auf Softdrinks

10.05.2026 - 11:07:47 | boerse-global.de

Bundeskabinett verabschiedet Gesetzentwurf für Zuckerabgabe auf Getränke. Mediziner kritisieren den späten Starttermin 2028 und fordern eine schnellere Umsetzung.

Zuckersteuer kommt: Kabinett beschließt Abgabe auf Softdrinks - Foto: über boerse-global.de
Zuckersteuer kommt: Kabinett beschließt Abgabe auf Softdrinks - Foto: über boerse-global.de

Das Bundeskabinett verabschiedete Ende April 2026 den Gesetzentwurf für eine nationale Zuckerabgabe. Doch Mediziner fordern: Die Steuer soll früher kommen als geplant.

Die Abgabe soll Hersteller treffen, nicht direkt die Kunden. Das Ziel: Anreize für weniger Zucker in Getränken schaffen. Die Einnahmen von rund 450 Millionen Euro jährlich fließen direkt in die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Der Hintergrund: Der Kasse droht 2027 ein Defizit von bis zu 15 Milliarden Euro.

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Gestaffelte Abgabe nach Zuckergehalt

Der Entwurf von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sieht ein zweistufiges Modell vor. Getränke mit weniger als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter bleiben steuerfrei. Bei fünf bis acht Gramm werden 26 Cent pro Liter fällig. Alles über acht Gramm kostet 32 Cent pro Liter.

Das Modell orientiert sich an internationalen Vorbildern. In Großbritannien sank der Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken nach Einführung einer ähnlichen Abgabe um rund 30 Prozent. Dort gibt es erste Hinweise auf rückläufige Kariesraten und weniger Übergewicht bei Kindern.

Mediziner: „Aufschub nicht vertretbar“

Der geplante Starttermin 2028 stößt auf scharfe Kritik. Ärztepräsident Klaus Reinhardt fordert eine zügigere Umsetzung. Er bezeichnete die Abgabe als längst überfällig. Positive gesundheitliche Effekte träten oft erst mit Verzögerung ein – ein Aufschub um zwei Jahre sei angesichts der Lage nicht vertretbar.

Die Zahlen sind alarmierend: Rund 50 Prozent der Erwachsenen in Deutschland gelten als übergewichtig, 25 Prozent als adipös. Die durch Fettleibigkeit verursachten Kosten belaufen sich auf jährlich über 60 Milliarden Euro.

Milliarden-Einsparungen prognostiziert

Eine Studie der Technischen Universität München untermauert die Wirksamkeit. Bei konsequenter Umsetzung sind Einsparungen von bis zu 16 Milliarden Euro über 20 Jahre möglich. Besonders signifikant: Rund 244.000 Diabetes-Typ-2-Fälle könnten vermieden werden.

Kurzfristig rechnen Experten mit Kosteneinsparungen zwischen 20 und 170 Millionen Euro jährlich. Professor Hans Hauner vom Else-Kröner-Fresenius-Zentrum sieht in der gestaffelten Abgabe einen zentralen Schritt für die öffentliche Gesundheit. Sie sei ein wirksames Mittel gegen jahrelangen Lobbyismus der Lebensmittelbranche.

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Gesellschaftliche Akzeptanz bleibt gespalten

Eine INSA-Umfrage Anfang April 2026 zeigt: Die Meinungen gehen auseinander. 48 Prozent der Befragten befürworten eine spezifische Zuckersteuer auf Getränke, 47 Prozent lehnen sie ab. Steigt die Zustimmung auf 52 Prozent, wenn im Gegenzug die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel fällt.

Kritiker wie Vertreter der Linken bemängeln die fehlende Zweckbindung. Sie befürchten, die Steuer diene nur zur Schließung allgemeiner Haushaltslöcher, statt die Krankenkassenbeiträge zu senken.

Verschärfte Regulierung ab September

Parallel zur Zuckerabgabe verschärft sich die Lebensmittelkennzeichnung. Ab dem 1. September 2026 dürfen Nachhaltigkeits- und Öko-Label nur noch mit offizieller Zertifizierung verwendet werden. Große Handelsketten wie REWE führen den Nutri-Score bereits flächendeckend bei Eigenmarken ein.

Deutschland reiht sich damit in einen globalen Trend ein. Weltweit haben über 100 Länder verschiedene Formen der Zuckersteuer implementiert. Der Druck auf die Politik bleibt hoch – Pflegeverbände und Krankenkassen fordern strukturelle Reformen.

Was kommt als Nächstes?

Der Gesetzentwurf durchläuft in den kommenden Monaten die parlamentarischen Instanzen. Die Forderungen der Ärzteschaft nach einer früheren Einführung werden im Gesundheitsausschuss erneut thematisiert. Sollte sich der finanzielle Druck auf die Krankenkassen weiter verschärfen, könnte die Bdabatte um einen Start Anfang 2027 an Fahrt gewinnen.

Die Industrie reagiert bereits. Viele Hersteller experimentieren mit alternativen Süßungsmitteln oder veränderten Rezepturen. Ob die Abgabe tatsächlich den Zuckerkonsum senkt oder nur als zusätzliche Einnahmequelle dient, wird maßgeblich von flankierenden Präventionsmaßnahmen abhängen.

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