Zuckergetränke: Studie findet 2,45-fach höheres Magenkrebsrisiko
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 08:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Untersuchungen widmen sich verstärkt den gesundheitlichen Folgen gängiger Konsumgewohnheiten rund um Fast Food und begleitende Erfrischungsgetränke. Gleichzeitig rücken psychologische Mechanismen in den Mittelpunkt der Forschung, die steuern, wie Verlangen entsteht und wie sich ein bewusster Genuss von Mahlzeiten und Süßwaren im Alltag verankern lässt.
Risiken durch Begleitgetränke: Zuckerhaltige Erfrischungen im Fokus
Bei schnellen Mahlzeiten greifen Konsumenten häufig zu gesüßten Softdrinks. Das Statistische Bundesamt bezifferte den Pro-Kopf-Verbrauch zuckerhaltiger Erfrischungsgetränke in Deutschland für das Jahr 2024 auf rund 93 Liter.
Ernährungsfachleute bewerten Fast Food dabei nicht isoliert, sondern betrachten Zutaten, Portionsgrößen und Beilagen im Gesamtbild – ein relevanter Faktor angesichts der Reichweite großer Ketten wie McDonald's, die weltweit täglich rund 72 Millionen Gäste verzeichnen.
Welche Risiken mit zuckerhaltigen Begleitgetränken einhergehen können, verdeutlicht eine im Fachjournal Gastro Hep Advances veröffentlichte Untersuchung des Massachusetts General Hospital und der Harvard Medical School. Anhand von Daten von 112.285 Teilnehmenden – darunter 68.311 Frauen und 42.973 Männer – erfassten die Forschenden 278 Magenkrebsfälle.
Der Konsum von mindestens einem zuckerhaltigen Getränk pro Tag (240 ml) ging im Vergleich zu keinem Konsum mit einem 2,45-fach erhöhten Magenkrebsrisiko einher. Bei Frauen zeigte sich ein etwa dreifach, bei Männern ein etwa zweifach erhöhtes Risiko.
Für mit Süßstoff gesüßte Getränke ließ sich hingegen kein erhöhtes Risiko feststellen. Zu den methodischen Einschränkungen der Beobachtungsstudie zählen die Erfassung über Selbstangaben sowie die kaum erfolgte Berücksichtigung einer Infektion mit Helicobacter pylori.
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Koffeingehalt und Konsummuster moderner Trendgetränke
Neben klassischen Limonaden spielen stark koffeinhaltige Trendgetränke eine wachsende Rolle im Alltagskonsum. Ein Marktcheck des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) vom September 2026 zeigt teils erhebliche Koffeingehalte auf.
Nocco Ramonade enthält demnach 180 mg Koffein pro 330-ml-Dose, während Gönrgy Viva Fundarina auf 160 mg und Monster Energy Ultra Strawberry Dreams auf 150 mg pro 500-ml-Dose kommen. Das zubereitete Holy-Koffeinpulver erreicht 160 mg pro 500-ml-Portion.
Zum Vergleich: Ein Glas Eistee enthält etwa 14 mg Koffein, eine Dose Cola 35 mg, eine 250-ml-Dose eines Energydrinks wie Red Bull 80 mg und eine Tasse Filterkaffee (200 ml) rund 90 mg.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt für Kinder und Jugendliche einen Grenzwert von maximal 3 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag, was bei einem Körpergewicht von 40 Kilogramm einer Obergrenze von 120 mg entspricht.
VKI-Ernährungswissenschafterin Teresa Bauer warnt vor einer Unterschätzung dieser Werte und verweist auf besondere Risiken bei einer Kombination mit Alkohol oder Sport.
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Psychologische Steuerungsmechanismen und bewusster Genuss
Neben den physiologischen Effekten stehen zunehmend verhaltenspsychologische Ansätze im Fokus. Eine im Fachjournal Body Image veröffentlichte randomisierte Studie an 110 brasilianischen Frauen im Alter von 18 bis 35 Jahren untersuchte Interventionen auf Basis kognitiver Dissonanz.
Nach sechs einstündigen Sitzungen wies die Trainingsgruppe nach 24 und 48 Wochen signifikante Verbesserungen sowie einen Rückgang von restriktivem, unkontrolliertem und emotionalem Essverhalten auf.
In Südkorea entwickelte sich zudem ein Phänomen um sogenannte Dopamin-Seiten: Die von der Entwicklerin Park Seo-hyun gestaltete Plattform „FoodNeverComes“ verzeichnet laut dem Sender MBC täglich etwa 200 bis 300 Zugriffe. Nutzer können Speisen aus 22 Länderküchen virtuell auswählen und mit Schein-Kreditkarten bestellen, um Vorfreude ohne tatsächliche Kalorienzufuhr zu erzeugen.
Der Wirtschaftspsychologe Dr. Georg Felser hält diesen psychologischen Effekt grundsätzlich für denkbar, gibt jedoch zu bedenken, dass das Hungergefühl dadurch auch verstärkt werden könne. Entwickler wie Malhee beschreiben das Verfahren als virtuellen Lifehack gegen Impulskäufe.
Einen praxisnahen Ansatz zur Integration von Genuss ohne Verbote bietet das 90/10-Prinzip: Dabei bestehen 90 Prozent der Ernährung aus nährstoffreichen Grundnahrungsmitteln, während 10 Prozent für den bewussten Genuss reserviert bleiben, um Heißhungerattacken und Leistungseinbrüchen durch einseitigen Verzicht vorzubeugen.
