Zucker in Getränken: +15% Krebsrisiko pro Softdrink täglich
16.06.2026 - 08:25:11 | boerse-global.de
Aktuelle Studien aus dem Frühjahr und Sommer 2026 zeigen: Nicht nur der Kaloriengehalt zählt. Auch die Art der Süßung und der Erhalt der Muskelmasse spielen eine entscheidende Rolle.
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Süßstoffe unbedenklich – Zucker bleibt das Problem
Eine am 15. Juni im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlichte Analyse des National Cancer Institute in Rockville liefert klare Ergebnisse. Die Forscher werteten Daten von mehr als 1,5 Millionen Erwachsenen über knapp 18 Jahre aus. Ihr Fazit: Aspartam-gesüßte Getränke erhöhen das Krebsrisiko nicht. Ein zunächst beobachteter Zusammenhang mit Leberkrebs verlor nach Berücksichtigung von BMI und Diabetes seine statistische Signifikanz.
Ganz anders sieht es bei zuckerhaltigen Getränken aus. Pro zusätzlichem Softdrink pro Tag stieg das Risiko für ein hepatozelluläres Karzinom (HCC) um zehn Prozent. Für ein intrahepatisches cholangiozelluläres Karzinom (ICC) waren es sogar 15 Prozent. Fachleute weisen allerdings darauf hin, dass zuckerfreie Alternativen zwar Kalorien sparen, aber das Hungergefühl verstärken können.
Diese Getränke killen den Abnehmerfolg
Mehrere Getränkegruppen gefährden die Gewichtsreduktion besonders:
- Zuckerhaltige Softdrinks: Klassische Limonaden und Colas liefern leere Kalorien ohne Nährwert.
- Gesüßte Kaffeespezialitäten: Vanilla-Caramel-Latte mit Sahne enthält versteckte Zucker und Fette.
- Alkoholische Getränke: Liköre und Cocktails haben einen hohen Anteil an Fructose und Kohlenhydraten. Rotwein gilt als moderater Ersatz.
- Industrielle Smoothies: Gekaufte Produkte enthalten oft hohe Fruchtzuckerkonzentrationen. Selbstgemachte Gemüse-Varianten sind die bessere Wahl.
Ein aktueller Trend im Sommer 2026 sind Kaffeekonzentrate. Anbieter wie Nestlé oder kleinere Marken wie TryMoin bringen Produkte für schnellen Iced Coffee auf den Markt. Doch gesüßte Varianten geraten in die Kritik: Pro zehn Milliliter Konzentrat können bis zu sechs Gramm Zucker stecken.
Mindful Drinking: Der neue Trend
Als Gegenbewegung zu kalorienreichen Mixgetränken etabliert sich „Mindful Drinking“. Der Deutsche Tee & Kräutertee Verband beobachtet eine steigende Nachfrage nach Cold Brew Teas. Diese werden mit kaltem Wasser zubereitet und sind meist zuckerfrei und kalorienarm. Branchenexpertin Kyra Schaper bestätigt den Trend und verweist auf neue Rezepturen wie den „Tee-Frosé“ – eine Kombination aus alkoholfreiem Roséwein und Cold Brew Tea.
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Muskelerhalt: Medikamente versus Sport
Im Kampf gegen Übergewicht gewinnen medikamentöse Ansätze wie GLP-1-Analoga an Bedeutung. Eine am 16. Juni in Nature Medicine veröffentlichte Studie untersuchte die Kombination des Wirkstoffs Tirzepatid mit dem Antikörper Apitegromab. Der Hintergrund: Bei starker medikamentöser Gewichtsabnahme können bis zu 40 Prozent der verlorenen Masse auf Muskelgewebe entfallen.
In der 24-wöchigen Studie mit 102 Teilnehmern zeigte sich ein deutlicher Unterschied. Die Gruppe mit dem zusätzlichen Antikörper verlor nur 14,6 Prozent ihres Gesamtgewichtsverlusts an Magermasse. In der Placebo-Gruppe lag dieser Anteil bei 30,2 Prozent. Experte Haiko Schlögl vom Uniklinikum Leipzig betont jedoch: Für die meisten Patienten bleiben Sport und ausreichende Proteinzufuhr die effektivsten Methoden zum Muskelerhalt.
Schnell abnehmen: Kein Jo-Jo-Effekt nachweisbar
Eine norwegische Studie liefert neue Daten zum gefürchteten Jo-Jo-Effekt. Die Untersuchung wurde im Mai 2026 auf dem Europäischen Kongress für Adipositas in Istanbul vorgestellt. Bei 284 Erwachsenen zeigte sich: Eine schnelle Gewichtsabnahme (unter 1.000 kcal/Tag über acht Wochen) führte nach zwölf Monaten zu einem höheren Gesamtverlust (14,4 Prozent) als ein langsames Vorgehen (10,5 Prozent). Ein verstärkter Jo-Jo-Effekt durch schnelles Abnehmen ließ sich nicht bestätigen.
