Blutdruck, Dreifaches

Zu niedriger Blutdruck: Dreifaches Alzheimer-Risiko nachgewiesen

13.06.2026 - 01:25:42 | boerse-global.de

Ein Ring als Blutdruckmessgerät erhält CE-Zertifizierung. Studien zeigen Risiken von Blutdruckschwankungen und neuen Therapieoptionen bei Post-COVID.

Südkoreanischer Blutdruck-Ring: Neue Ära der Hypertonie-Überwachung?
Blutdruck - Ein moderner, manschettenloser Blutdruckmessring an einem Finger, mit verschwommenen medizinischen Daten im Hintergrund. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Gerät ist seit Januar 2026 CE-MDR-zertifiziert und erfüllt internationale Standards wie die ISO 81060-2:2018. Auf Fachkongressen in Danzig und Manchester präsentierte der Hersteller im Juni 2026 die Technologie.

Bis Mai 2026 wurden in Südkorea bereits über 260.000 Verschreibungen für das System registriert. Die Koreanische Gesellschaft für Hypertonie empfahl als weltweit erste Fachgesellschaft den Einsatz solcher manschettenlosen Geräte. Experten sehen großes Potenzial: Die weniger invasive Überwachung könnte die Patientencompliance verbessern.

Blutdruckschwankungen: Das unterschätzte Risiko

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Nicht nur der absolute Blutdruckwert zählt – auch seine Variabilität. Eine Analyse der STABILITY-Studie mit über 13.000 Patienten mit koronarer Herzkrankheit belegt: Hohe Schwankungen des systolischen Blutdrucks erhöhen das Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle, Schlaganfälle oder Herzinfarkte signifikant. Die Ergebnisse wurden im Juni 2026 im European Heart Journal veröffentlicht.

Doch auch gängige Medikamente können den Blutdruck beeinflussen. Eine Studie von Mitte Juni 2026 zeigt: Die Einnahme von 4 Gramm Paracetamol pro Tag steigert den systolischen Blutdruck bei Hypertonie-Patienten um durchschnittlich 5 mmHg. Auf einem Nephrologie-Kongress in Glasgow wurde zudem über ein erhöhtes Nierenschaden-Risiko berichtet: Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes erhöhten Kalziumkanalblocker das Risiko für schwere Nierenereignisse um 33 Prozent. Positive Nachrichten gibt es dagegen zum Wirkstoff Finerenon: Er senkt das kombinierte Herz- und Nierenrisiko um 23 Prozent.

Zu niedriger Blutdruck: Dreifaches Alzheimer-Risiko

Die Forschung untersucht zunehmend den Zusammenhang zwischen Blutdruck und Demenz. Eine Analyse von fast 800.000 Datensätzen im Journal of the American Heart Association (Juni 2026) zeigt: Nicht nur Bluthochdruck ist gefährlich – insbesondere ein zu niedriger Blutdruck (Hypotonie) birgt erhebliche Risiken.

Hypotonie verdreifachte das Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung. Bluthochdruck steigerte es um das 1,6-Fache. Besonders deutliche Zusammenhänge zeigten sich in Daten der britischen Biobank sowie in verschiedenen US-Kohorten. Schwarze und hispanische Bevölkerungsgruppen waren überproportional betroffen.

Neue Post-COVID-Leitlinien: Mehr Therapieoptionen

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die Verordnungsfähigkeit bestimmter Wirkstoffe für Long- und Post-COVID im Off-Label-Use erweitert. Die Regelung gilt seit dem 11. Juni 2026.

Dazu gehört Ivabradin zur Behandlung des posturalen Tachykardiesyndroms (PoTS). Weitere Optionen: Metformin zur Prophylaxe bei einem Body-Mass-Index über 25 sowie Agomelatin und Vortioxetin gegen Erschöpfungszustände und kognitive Defizite. Die Verordnung zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung ist möglich, sofern die klinischen Voraussetzungen erfüllt sind.

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99 Prozent der Herzinfarkte vermeidbar

Die Bedeutung einer konsequenten Blutdruckkontrolle unterstreicht eine Langzeitanalyse aus dem Jahr 2025. Eine Studie mit über neun Millionen Erwachsenen im Journal of the American College of Cardiology kam zu dem Ergebnis: 99 Prozent der Herzinfarkte und Schlaganfälle gehen auf die vier Risikofaktoren Bluthochdruck, hohes Cholesterin, erhöhten Blutzucker oder Tabakkonsum zurück. Bluthochdruck war bei über 93 Prozent der Betroffenen präsent.

Experten warnen: Nächtlicher Bluthochdruck bleibt oft unentdeckt. Eine hypertensive Krise ab Werten von 180/120 mmHg erfordert eine zeitnahe medizinische Abklärung.

de | wissenschaft | 69530912 |