Zahnentzündung: Studie mit 90.000 zeigt Risiko für Herz und Gehirn
27.06.2026 - 11:13:18 | boerse-global.de
Insbesondere die sogenannte NICO (Neuralgie-induzierende kavitätenbildende Osteonekrose) zeigt, wie lokale Entzündungen den gesamten Organismus belasten können. Die ischämische Osteonekrose ist eine chronische Durchblutungsstörung im Kieferknochen – oft symptomarm, aber mit erheblichen Folgen.
Wer ist besonders betroffen?
Mehr als 80 Prozent der diagnostizierten NICO-Fälle betreffen Frauen zwischen 35 und 55 Jahren. Die Erkrankung bildet Hohlräume im Kieferknochen, in denen sich Entzündungsbotenstoffe ansammeln. Als Hauptursachen gelten tote oder wurzelgefüllte Zähne sowie verbliebene Entzündungen nach Zahnextraktionen.
Auch eine individuelle Neigung zu Gerinnungsstörungen und Umweltgifte begünstigen die Entstehung. Problem: Die klassische Röntgendiagnostik zeigt diese Hohlräume oft nicht. Spezialisierte bildgebende Verfahren werden daher immer wichtiger.
Schonende OP und neue Mundpflege
In der Behandlung hat sich die Piezochirurgie als Standard etabliert. Das ultraschallbasierte Verfahren schabt entzündetes Gewebe besonders schonend aus. Ziel ist die vollständige Entfernung des nekrotischen Knochens und die Förderung der Durchblutung für eine gesunde Regeneration.
Parallel dazu gibt es neue Ansätze zur Kontrolle der Mundflora. Forscher des Fraunhofer IZI identifizierten eine Substanz, die gezielt Parodontitis-Erreger wie Porphyromonas gingivalis blockiert. Ein Pflege-Gel und eine Zahnpasta wurden bereits für den Markt angekündigt.
Wenn Zahnprobleme das Herz gefährden
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Eine US-Studie der „All of Us“-Kohorte mit über 90.000 Teilnehmern ab 55 Jahren belegt: Wer notwendige Zahnbehandlungen aus finanziellen Gründen unterlässt, hat ein deutlich höheres Risiko für Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Schlaganfall und Demenz.
Die Studienautoren schätzen, dass zwei bis vier Prozent dieser Erkrankungen vermieden werden könnten, wenn finanzielle Barrieren in der Zahnmedizin wegfallen. Zudem deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass die Kontrolle von P. gingivalis eine Rolle bei der Alzheimer-Prävention spielen könnte. Künftig könnten KI-gestützte Analysen von Netzhautbildern solche Risiken Jahre vor dem Ausbruch erkennen.
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Ab dem 1. Juli verlieren zudem ältere RSA-Zertifikate auf den elektronischen Heilberufsausweisen ihre Gültigkeit. Dann sind nur noch ECC-Verschlüsselungen zulässig. Die Maßnahmen unterstreichen die zunehmende Digitalisierung – und die neuen Sicherheitsstandards, die für die Dokumentation komplexer Krankheitsbilder wie NICO essenziell sind.
