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WPS Office: Kingsoft antwortet auf Kritik an Preisen und Speicher

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 11:52 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Kingsoft Office stellt klar: Basisfunktionen von WPS bleiben kostenlos. Trotz Nutzerprotesten steigen Umsätze durch KI-Abos und Firmenkunden stark.

Kingsoft Office: WPS-Konzern reagiert auf Preis- und Speicherkritik
WPS - Frustrierte Hand über einer Tastatur, mit abstrakten digitalen Linien im Hintergrund, die KI und Softwarekomplexität darstellen. 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der chinesische Softwarekonzern Kingsoft Office hat auf die wachsende öffentliche Kritik an der Preisgestaltung und den Speicheranforderungen seiner Bürosoftware WPS Office reagiert. Die grundlegenden Funktionen der kostenlosen Version würden nicht eingeschränkt oder mit neuen Gebühren belegt, stellte das Unternehmen nach einem Sturm der Entrüstung in den sozialen Medien klar. Nutzer hatten dem Konzern vorgewworfen, mit aggressiver Monetarisierung von KI-Funktionen und intransparenten Preismodellen das Vertrauen zu verspielen.

Kritik am undurchsichtigen Mitgliedschaftssystem

Die Klarstellung vom 9. Juli 2026 folgte auf eine Reihe von Beschwerden über ein zunehmend komplexes und teureres Abomodell. Die Entwicklung der Preise spricht eine deutliche Sprache: Kostete eine Standard-Mitgliedschaft 2019 noch umgerechnet rund 12 Euro, stieg der Preis für eine „Super-Mitgliedschaft" 2023 auf etwa 23 Euro. Mit der Einführung spezieller KI-Mitgliedschaften kletterte der Preis 2024 auf rund 32 Euro, während eine umfassende „Grand-Mitgliedschaft" mittlerweile bei etwa 45 Euro pro Jahr liegt.

Kingsoft kündigte an, die Mitgliedschaftsstufen zu vereinfachen und transparenter zu gestalten. Allerdings bestätigte das Unternehmen, dass bestimmte Premium-Funktionen – insbesondere die KI-Agenten und intelligenten Werkzeuge – weiterhin separat abgerechnet werden. Genau diese Praxis sorgt für Unmut: Viele Nutzer sehen KI-Funktionen als Teil grundlegender Arbeitsabläufe, die bisher ohne Zusatzkosten nutzbar waren.

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Die finanziellen Kennzahlen zeigen jedoch, dass die Strategie aufgeht. 2025 erzielte Kingsoft mit seinem Privatkundengeschäft umgerechnet rund 4,7 Milliarden Euro – ein Plus von 10,42 Prozent. Das Geschäftskundenprodukt WPS 365 legte sogar um beeindruckende 64,93 Prozent auf rund 930 Millionen Euro zu.

Der „Festplatten-Killer" unter Druck

Neben den Preisen sorgte auch der Speicherhunger der Software für Ärger. Prominente Kritik von Social-Media-Managern und zahlreichen Nutzern machte deutlich: WPS Office frisst auf den primären Systemlaufwerken massiv Speicherplatz. Inländische Medien tauften die Software mit ihren 678 Millionen Nutzern daraufhin den „Festplatten-Killer".

Kingsoft reagierte mit der Ankündigung einer speziellen Speicherverwaltungsfunktion. Dieses Werkzeug soll helfen, den Platzbedarf der Software zu kontrollieren und die Überlastung der Systemlaufwerke zu verhindern.

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Expansion trotz Nutzerunmut

Während das Unternehmen die Kritik adressiert, treibt es gleichzeitig die Produktentwicklung voran. Am 9. Juli 2026 wurden Details zum Lenovo Idea Tab Pro Gen 2 bekannt, das mit einer PC-Version von WPS Office ausgeliefert wird. Das Tablet mit Snapdragon 8s Gen 4 Prozessor, 13-Zoll-3,5K-Display und 10.200-mAh-Akku soll komplexe Büroaufgaben und Makros über die WPS-Suite bewältigen können.

Die mobile Version von WPS Office erhielt zudem ein Update mit KI-gestützten Werkzeugen: Schreibassistenten, Rechtschreibprüfung und automatische Gliederungserstellung für Präsentationen. Für internationale Märkte kostet die professionelle Version rund 65 Euro pro Jahr – inklusive 20 Gigabyte Cloud-Speicher und erweiterter PDF-Funktionen. Bereits im Frühjahr brachte das Unternehmen eine spezielle Tablet-Version auf den Markt, die mit Stifteingabe und integrierten KI-Funktionen die Lücke zwischen Mobilgeräten und Laptops schließen soll.

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