Wired-Test: OpenAI Dots schlägt fünf andere Always-on-Assistenten
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 06:36 Uhr | Redaktion boerse-global.deAm 29. September 2026 hat OpenAI auf seinem Developer Day in San Francisco den permanent aktiven persönlichen Assistenten Dots vorgestellt. Das System basiert auf den Anfang 2026 eingeführten Codex-Programmierwerkzeugen und agiert selbstständig im Hintergrund, um Nutzern ohne vorherige Eingabeaufforderung Unterstützung anzubieten.
Wie Berichte vom 27. Oktober 2026 darlegen, läuft Dots auf dem Modell GPT-6 Astra, greift auf eigene Cloud-Rechenkapazitäten zurück und lässt sich über ein Plugin-Ökosystem mit mehr als 4.000 Anwendungen verknüpfen.
Proaktive Recherche und Aufgabenteilung
Nach der Verknüpfung mit Kalendern, E-Mail-Konten, Rechnern und Drittanbieter-Apps überwacht Dots Arbeitsabläufe im Hintergrund. Viele der Funktionen ähneln den Codex-Werkzeugen, erforderten dort jedoch noch eine stärkere manuelle Anleitung.
Dots unterscheidet zwischen fest delegierten Aufgaben und einer proaktiven Recherche. Bei letzterer prüft der Assistent fortlaufend den Kontext, das Wissen, vorangegangene Unterhaltungen sowie gesetzte Berechtigungen der Anwender.
Das System kann Recherchen durchführen, Daten analysieren, Dokumente vorbereiten, Software erstellen sowie Programmänderungen, Nachrichten oder Besprechungsbuchungen vornehmen.
Je nach Vorgabe holt der Assistent vor der Ausführung eine Freigabe ein oder übergibt das Ergebnis direkt an den Nutzer. Während rein cloudbasierte Aufgaben weiterlaufen, wenn der Computer des Nutzers ausgeschaltet ist, setzen lokale Rechenprozesse eine aktive Desktop-Anwendung voraus.
Wer die Vorteile neuer KI-Systeme im Arbeitsalltag voll ausschöpfen möchte, benötigt neben technischer Unterstützung auch klare Strategien zur Selbstorganisation. Dieser kostenlose Ratgeber stellt sieben bewährte Methoden vor, mit denen Sie Ihre Produktivität nachhaltig steigern. 7 Methoden für effektives Zeitmanagement kostenlos entdecken
Praxiserfahrungen und Datenschutzsteuerung
Alexander Embiricos, Leiter der Enterprise-Produkte bei OpenAI, erläuterte die Funktionsweise auf der Konferenz TechCrunch Disrupt. Zwar seien viele Abläufe auch zuvor mit Codex abbildbar gewesen, doch habe dies erheblich mehr manuellen Aufwand bedeutet.
Unter anderem berichtete ein Drohnen-Ingenieur, dass Dots einen Systemausfall identifiziert und Lösungshinweise bereitgestellt habe, noch bevor er das Problem selbst bemerkt habe. Embiricos räumte jedoch ein, dass eine Terminkonfliktwarnung in einem Fall erst drei Minuten vor Beginn erfolgt sei.
Zudem habe der Assistent anfangs so häufig um Erlaubnis gebeten, dass Anwender Kritik äußerten. Für künftige Aktualisierungen kündigte Embiricos daher deutlich feinteiligere Berechtigungsstufen an.
Die Datenschutzkontrollen entsprechen weitgehend den Standards von ChatGPT, womit sich das Modelltraining deaktivieren und Ressourcenfreigaben steuern lassen. Allerdings verwehrt die Anwendung bislang einen reinen Lesezugriff auf Cloud-Speicher.
Hinsichtlich der geschäftlichen Interaktion erklärte Embiricos, er nutze persönlich eine menschliche Assistentin und wolle es strikt vermeiden, an Treffen mit den Software-Agenten anderer Personen teilzunehmen. Um dots künftig um Transaktionsfunktionen zu erweitern, führt OpenAI Verhandlungen mit Zahlungsdienstleistern; ein Zeitplan hierfür wurde nicht genannt.
Während autonome Assistenten immer mehr Aufgaben übernehmen, stellt die neue EU-KI-Verordnung Unternehmen vor komplexe rechtliche Herausforderungen. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden bietet jetzt den notwendigen Überblick über alle relevanten Fristen, Pflichten und Risikoklassen des AI Acts. Kostenloses E-Book zum EU AI Act herunterladen
Preise, Plattformen und Wettbewerbsumfeld
Dots steht über die ChatGPT-Desktop- und Mobil-App für Pro- und Business-Premium-Kunden in ausgewählten Ländern zur Verfügung, wobei OpenAI bislang keine Länderliste vorlegte und der Start in der Europäischen Union unklar bleibt. Neben der Anbindung an Slack und Microsoft Teams soll eine SMS-Integration in Kürze folgen.
Durch den höheren Autonomiegrad verbraucht der Assistent mehr Rechen-Tokens. Das Pro-Abonnement kostet 100 US-Dollar pro Monat (rund 92 Euro), wobei die erste Instanz ohne Zusatzkosten enthalten ist. Ein ähnliches Modell nutzte OpenAI zuvor bei ChatGPT Work, das bei Uber an alle 30.000 Mitarbeiter verteilt wurde.
Das Magazin Wired veröffentlichte am 26. Oktober 2026 die Ergebnisse eines ganztägigen Vergleichstests auf dem iPhone, in dem sechs Always-on-Assistenten gegeneinander antraten.
Neben OpenAI Dots umfasste das Testfeld Meta Muse, Instinct, Claude Duet von Anthropic, Google Gemini Spark sowie Grok Bot von xAI. Dots schnitt dabei am besten ab, unter anderem bei der Essensbestellung, der Terminkoordination und nächtlichen Handlungsempfehlungen.
Die Preisspanne der getesteten Systeme reichte von kostenlosen Modellen wie Muse oder dem einladungsbasierten Instinct bis zum Pro-Tarif von Dots. Neben den genannten Konkurrenten stehen auch Anbieter wie Hark und Tab im Wettbewerb um den Markt für autonome Arbeitsplatzassistenten.
