Windows-Bloatware: Microsoft installiert ungefragt LG- und Alienware-Apps
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 10:38 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Microsofts automatische Treiberverteilung spielt Nutzern ungefragt Bloatware aus – inklusive nerviger Pop-ups.
Seit Ende Juni 2026 berichten Windows-Anwender von einem ärgerlichen Phänomen: Sobald sie bestimmte Gaming-Monitore anschließen, installiert das Betriebssystem eigenmächtig Zusatzsoftware. Betroffen sind vor allem Geräte von LG (UltraGear-Modelle wie 27GP83B und 27GN800) sowie Alienware. Die Installation erfolgt über die Geräte-Metadaten-Pipeline von Windows und den Microsoft Store – ohne dass die Nutzer zustimmen.
Bloatware mit Werbung im Schlepptau
Die unerwünschten Begleiter heißen LG Monitor App Installer oder Alienware Command Center. Eigentlich sollen sie die Bildschirmeinstellungen verwalten. Doch nach der Installation ploppten bei vielen Anwendern Werbe-Pop-ups für McAfee-Sicherheitssoftware auf. In der Community wird die Software daher inzwischen als Bloatware oder gar Adware eingestuft.
Die eigentliche Funktion der Apps tritt dabei in den Hintergrund. Für viele Nutzer wiegt die aufdringliche Werbung schwerer als der angebliche Mehrwert der Monitor-Steuerung.
So stoppen Nutzer die Zwangsinstallation
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Bis Microsoft offiziell Stellung bezieht, haben Betroffene mehrere Möglichkeiten, sich zu wehren:
- Autostart deaktivieren: Die Apps in den Windows-Einstellungen am automatischen Start hindern
- Gruppenrichtlinien nutzen: Über den Group Policy Editor die automatische Installation von Hersteller-Apps blockieren
- Microsoft Store deaktivieren: Die radikalste Lösung, um künftige Zwangsinstallationen zu verhindern
Update schafft Abhilfe bei Speicherfresser
Parallel zu den Bloatware-Meldungen hat Microsoft das Update KB5095093 ausgerollt. Es war zunächst als Vorabversion am 23. Juni 2026 erschienen und gehört zum Juli-Patchday. Das Update behebt einen gravierenden Windows-11-Fehler: Die Datei CapabilityAccessManager.db-wal, die Berechtigungsereignisse von Apps protokolliert, konnte in einigen Fällen unkontrolliert wachsen – auf bis zu 500 Gigabyte.
Wer unter knappem Speicherplatz leidet, sollte das Update installieren und anschließend die aufgeblähte Log-Datei manuell löschen. Dazu muss vorher der zugehörige Dienst gestoppt werden.
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Weitere Sicherheitsrisiken im Visier
Während Microsoft die Bloatware-Problematik noch nicht offiziell adressiert hat, warnen Sicherheitsforscher vor weiteren Gefahren für die Plattform. Anfang Juli 2026 wurde eine Kampagne bekannt, bei der sich Angreifer als Microsoft-Teams-Helpdesk ausgaben und die Fernzugriffssoftware EtherRAT installierten – ein Tool, das Ethereum-Smart-Contracts zur Steuerung nutzt.
Zudem wurde der STOCKSTAY-Backdoor-Trojaner entdeckt, der Systeme in der Ukraine über eine WinRAR-Sicherheitslücke (CVE-2025-8088) angreift. Die Schadsoftware tarnt sich als Aktien-Tracker oder Taschenrechner, um unerkannt Verbindungen zu Cloud-basierten Kontrollservern aufzubauen.
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