Tumbler Ridge: OpenAI kannte Drohungen acht Monate vor Massenschießerei
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 10:38 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die kanadische Provinz British Columbia wirft dem ChatGPT-Entwickler OpenAI vor, monatelang vor einer Massenschießerei von gewalttätigen Drohungen eines Nutzers gewusst zu haben – ohne die Behörden zu alarmieren.
Generalstaatsanwältin Niki Sharma gab am Dienstag bekannt, dass die Provinz Anwaltskanzleien in Kanada und Kalifornien beauftragt hat. Ziel ist es, das Unternehmen für seine Rolle bei der Tragödie von Tumbler Ridge zur Rechenschaft zu ziehen.
Versäumte Warnung vor der Tat
Im Zentrum der Klage steht der Umgang OpenAIs mit dem Account des 18-jährigen Jesse Van Rootselaar. Bereits im Juni 2025 – rund acht Monate vor der Tat – hatten Mitarbeiter des Unternehmens gewalttätige Gespräche und Eingaben des Nutzers entdeckt. Der Account wurde gesperrt. Doch eine Meldung an die Polizei blieb aus.
Am 10. Februar 2026 eskalierte die Situation: Van Rootselaar tötete acht Menschen, darunter seine Mutter, seinen Halbbruder, fünf Kinder im Alter von elf bis dreizehn Jahren sowie eine Lehrkraft an einer örtlichen Schule. 27 weitere Personen wurden verletzt. Der Täter nahm sich nach der Tat das Leben.
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Milliardenhilfe für die betroffene Gemeinde
Die Provinz fordert Schadenersatz, um die Kosten der Folgen zu decken – insbesondere für den Neubau einer Schule. Sowohl die Regierung von British Columbia als auch die kanadische Bundesregierung haben jeweils umgerechnet rund 93 Millionen Euro für den Bau einer neuen Schule und eines Gesundheitszentrums zugesagt.
Neben der Provinzklage haben bereits Angehörige der Opfer eine separate Zivilklage gegen OpenAI in Kalifornien eingereicht. „Wir sind bereit, vor Gericht zu ziehen, um sicherzustellen, dass das Unternehmen für sein Versagen zur Verantwortung gezogen wird“, so Sharma.
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Altman entschuldigte sich – Premier nennt das unzureichend
OpenAI-CEO Sam Altman hatte sich im April 2026 öffentlich entschuldigt. British Columbias Premier David Eby bezeichnete die Entschuldigung damals als nicht ausreichend. Das Unternehmen betont, seine Sicherheitsvorkehrungen inzwischen verschärft zu haben. Unter den aktuellen Regeln, so OpenAI, würde ein solcher Vorfall heute den Behörden gemeldet.
Die Ermittlungen der kanadischen Bundespolizei RCMP befinden sich in der Schlussphase. Eine gerichtliche Untersuchung durch den Coroner wurde angeordnet. Die Provinz wird von der Kanzlei CFM Lawyers aus Vancouver und der kalifornischen Kanzlei Stranch, Jennings & Garvey vertreten.
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