WhatsApp-Chats vor Gericht: Mapisa-Nqakula bestreitet ihre Echtheit
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 18:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die frühere südafrikanische Verteidigungsministerin Nosiviwe Mapisa-Nqakula hat vor dem Gauteng High Court bestritten, WhatsApp-Nachrichten mit der Auftragnehmerin Nombasa Ntsondwa-Ndhlovu ausgetauscht zu haben.
Laut einem Bericht von timeslive.co.za vom 28. September 2026 wies sie zudem den Vorwurf zurück, eine Bestechungszahlung von 2 Millionen Rand für die Beförderung von Noel Ndhlovu zum Surgeon General der südafrikanischen Streitkräfte (SANDF) gefordert zu haben. Die fraglichen Chats seien nach ihrer Darstellung nicht authentisch.
Zeugin widerspricht der Darstellung
Die Auftragnehmerin Nombasa Ntsondwa-Ndhlovu sagte als Zeugin aus, sie habe die geforderte Zahlung verweigert. Mapisa-Nqakula bestreitet darüber hinaus, Einfluss auf die Ernennung von Noel Ndhlovu zum SANDF Surgeon General genommen zu haben. Damit stehen sich vor Gericht zwei gegensätzliche Versionen desselben Sachverhalts gegenüber, wobei die Echtheit der digitalen Kommunikation im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht.
Umfang der Anklage
Die ehemalige Ministerin sieht sich insgesamt zwölf Korruptionsanklagen sowie einer Anklage wegen Geldwäsche gegenüber, die sich auf ihre Amtszeit zwischen 2016 und 2019 beziehen. Der Anklage zufolge sollen insgesamt 4,5 Millionen Rand an Bestechungsgeldern geflossen sein, davon angeblich 2,1 Millionen Rand in bar.
Die vor Gericht verhandelten WhatsApp-Nachrichten bilden nach den vorliegenden Informationen einen zentralen Baustein der Beweisführung der Anklage – und ebenso den zentralen Angriffspunkt der Verteidigung.
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Digitale Beweismittel im Fokus
Der Fall reiht sich in eine wachsende Zahl von Gerichtsverfahren ein, in denen die Beweiskraft von Messenger-Nachrichten grundsätzlich infrage gestellt wird. Grundsätzlich gilt: Die bloße Existenz von Nachrichten, E-Mails, Fotos oder Dateien belegt für sich genommen weder deren Authentizität noch ihre Integrität.
Isolierte Screenshots können unzureichend sein, wenn sie nicht mit Geräten, Backups oder anderen Aufzeichnungen abgeglichen werden. Forensische Sicherung, eine lückenlose Dokumentation der Untersuchungsschritte sowie eine nachvollziehbare Beweiskette gelten als wesentliche Voraussetzungen, um Ursprung und Unverfälschtheit digitaler Kommunikation vor Gericht überprüfbar zu machen.
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Im Fall Mapisa-Nqakula wird es damit maßgeblich davon abhängen, ob die Anklage die technische Herkunft und Unverändertheit der vorgelegten WhatsApp-Chats belegen kann – oder ob der Einwand der Angeklagten, die Nachrichten seien nicht echt, gerichtlich Bestand hat. Das Verfahren dauert an.
