WhatsApp-Benutzernamen: Indisches Ministerium warnt vor Betrugswelle
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 18:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Seit dem 29. Juni 2026 können WhatsApp-Nutzer individuelle Benutzernamen für ihre Konten reservieren. Die Funktion, die Anfang Juli breit ausgerollt wurde, sorgt international für Unbehagen bei Sicherheitsbehörden und Verbraucherschützern.
Indisches Ministerium warnt vor Betrugswelle
Das indische IT-Ministerium sieht ein erhöhtes Risiko für Betrug, Phishing und Identitätsdiebstahl. Der Grund: WhatsApp entfernt sich von der reinen Identifikation über die Telefonnummer. Kriminelle könnten nun leichter Konten mit falschen Identitäten erstellen. Experten befürchten, dass täuschend echte Benutzernamen Nutzer in die Irre führen.
Die Verbraucherzentrale NRW rät in Deutschland zur Vorsicht bei der Namenswahl. Ihre Empfehlung: Pseudonyme statt Klarnamen verwenden. Das schütze die Privatsphäre und beuge Missbrauch vor.
Metas Schutzmaßnahmen – gut gemeint, nicht gut gemacht
Der Mutterkonzern Meta hat nach eigenen Angaben Namen von Prominenten, Behörden und staatlichen Institutionen vorab reserviert oder gesperrt. So soll Missbrauch verhindert werden.
Doch Branchenberichte zeigen Schwachstellen. Erste Tests und Analysen offenbaren Lücken im System. Angreifer könnten sie nutzen, um sich unrechtmäßige digitale Identitäten zu verschaffen.
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Cyberkriminalität auf dem Vormarsch
Die Warnungen kommen zu einer Zeit steigender Cyberkriminalität. Verbraucherschützer beobachteten zuletzt großangelegte Phishing-Wellen gegen Kunden deutscher Banken. Die Masche: manipulierte Nachrichten, die zur Aktualisierung von Sicherheits-Apps auffordern – mit dem Ziel, an Bankdaten zu gelangen.
Auch Unternehmen sind betroffen. Sicherheitsberichte dokumentieren eine neue Angriffsmethode: Sprachgesteuerte Phishing-Anrufe, bei denen Kriminelle versuchen, eigene Passkeys in Microsoft-365-Konten zu hinterlegen. Besonders betroffen sind der Gesundheitssektor und die Technologiebranche.
Interpol meldet Erfolge – EU verlängert Chat-Control
Trotz der düsteren Lage gibt es auch positive Nachrichten. Interpol hat bei der Aktion „First Light“ in 97 Ländern rund 6.000 Verdächtige festgenommen. Die Behörden stellten Vermögenswerte von etwa 293 Millionen US-Dollar sicher. Die Täter agierten professionell – in einigen Fällen bauten sie sogar ganze Polizeidienststellen nach, um Opfer unter Druck zu setzen.
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Parallel dazu hat das EU-Parlament die rechtliche Grundlage für die Chat-Control bis 2028 verlängert. Die Regelung erlaubt Anbietern weiterhin, unverschlüsselte Nachrichten auf kriminelle Inhalte zu scannen. Ende-zu-Ende-verschlüsselte Dienste bleiben von diesen Maßnahmen vorerst ausgenommen.
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