Muse Image: Meta deaktiviert KI-Bildfunktion nach drei Tagen
Veröffentlicht: 11.07.2026 um 18:37 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Nach heftiger Kritik von Künstlern, Schauspielern und Datenschützern hat Meta eine neue KI-Funktion auf Instagram deaktiviert. Das Tool namens „Muse Image" erlaubte die Erstellung von KI-Bildern auf Basis öffentlicher Profile – ohne ausdrückliche Zustimmung der Betroffenen.
Einführung und schnelles Ende
Am 7. Juli 2026 hatte der Facebook-Konzern die Funktion über seine KI-Sparte Meta Superintelligence Labs gestartet. Nutzer konnten durch das Markieren oder Erwähnen öffentlicher Accounts KI-generierte Bilder erstellen oder verändern lassen. Das Problem: Alle öffentlichen Profile waren automatisch für die Nutzung freigegeben. Wer nicht teilnehmen wollte, musste selbst aktiv werden und die Einstellungen manuell ändern.
Bereits drei Tage später zog Meta die Reißleine. Am 10. Juli wurde Muse Image abgeschaltet. Ein Unternehmenssprecher räumte ein, dass das Projekt in der Umsetzung „danebengegangen" sei. Das verwandte Videotool Muse Video bleibt vorerst weiter verfügbar.
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Künstler und Verbände schlagen Alarm
Die Unterhaltungsbranche reagierte besonders scharf. Die US-Gewerkschaft SAG-AFTRA feierte die Abschaltung als „großen Erfolg" für ihre Mitglieder. Zuvor hatte sie detaillierte Anleitungen veröffentlicht, wie sich Schauspieler aus dem System abmelden konnten. Auch die Creative Artists Agency (CAA) forderte ein Modell der ausdrücklichen Zustimmung und stärkere Schutzmechanismen für die Gesichter und Stimmen öffentlicher Personen.
Schauspielerin Hannah Einbinder kritisierte öffentlich, dass Meta Profile ohne Erlaubnis automatisch eingebunden hatte. Die Bürgerrechtsorganisation Public Citizen sprach von einem „eklatanten Eingriff in die Privatsphäre". Privacy International warnte vor den globalen ethischen Implikationen des Tools.
Gefahr durch Deepfakes und Missbrauch
Besonders alarmierend: Das National Center on Sexual Exploitation wies darauf hin, dass die Funktion ein hohes Risiko für die Erstellung nicht-einvernehmlicher Deepfakes und mögliche Erpressungsversuche barg. KI-Ethiker bezeichneten das Opt-out-Modell als unethisch – Nutzer müssten nicht gezwungen sein, ihre Daten manuell vor KI-Modellen zu schützen.
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Die Kontroverse reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle ein. Bereits zuvor hatten andere KI-Entwickler wie OpenAI mit ihrem Videotool Sora Kritik auf sich gezogen, weil Nutzer Daten nur durch Opt-out schützen konnten. Ob Meta eine überarbeitete Version der Bildfunktion auf den Markt bringen wird, ist derzeit offen.
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