Weißes, Fleisch

Weißes Fleisch: 20% erhöhtes Magenkrebsrisiko bei Frauen

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 19:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie mit 450.112 Menschen verknüpft Geflügel bei Frauen und verarbeitetes Fleisch mit bestimmten Krebsrisiken im Verdauungstrakt.

Langzeitstudie: Fleischkonsum beeinflusst Krebsrisiken unterschiedlich
Frisches, rohes Gemüse und Hülsenfrüchte auf einer dunklen Holzoberfläche in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

In der Ernährungsforschung wird seit langem die Auswirkung verschiedener Fleischarten auf die menschliche Gesundheit untersucht. Aktuelle Berichte aus dem September 2026 widmen sich einer umfangreichen Langzeitstudie, die im International Journal of Cancer veröffentlicht wurde.

Die Untersuchung befasst sich mit der Frage, inwieweit der Konsum von weißem Fleisch, verarbeitetem Fleisch und rotem Fleisch mit der Entstehung bestimmter Krebsarten im Verdauungstrakt korreliert.

Erhöhtes Risiko für Magenkrebs bei Frauen durch weißes Fleisch

Die Datenlage basiert auf einer groß angelegten Beobachtung von 450.112 Personen aus neun verschiedenen Ländern. Über einen Zeitraum von 14,1 Jahren wurden die Ernährungsgewohnheiten und Gesundheitsdaten der Teilnehmenden dokumentiert. Ein zentrales Ergebnis der Analyse betrifft den regelmäßigen Verzehr von weißem Fleisch, wie beispielsweise Hähnchen.

Den Auswertungen zufolge besteht bei Frauen ein möglicher Zusammenhang zwischen dem Konsum von Geflügel und einem erhöhten Risiko für Nicht-Kardia-Magenkrebs. Die Ergebnisse zeigen, dass jede zusätzliche Portion von 20 Gramm weißem Fleisch pro Tag das Risiko für diese spezifische Krebsart im unteren oder mittleren Magenbereich um 20 Prozent steigern könnte.

Ein signifikanter geschlechtsspezifischer Unterschied wird dabei deutlich: Bei männlichen Probanden ließ sich kein Zusammenhang zwischen dem Konsum von weißem Fleisch und einem erhöhten Magenkrebsrisiko feststellen.

Auswirkungen von verarbeitetem Fleisch auf Magen und Speiseröhre

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Neben weißem Fleisch untersuchten die Forscher auch die Effekte von verarbeitetem Fleisch auf die Entstehung bösartiger Tumore. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bereits moderate Mengen einen messbaren Einfluss auf das Erkrankungsrisiko haben könnten.

Bei einer täglichen Mehreinnahme von 30 Gramm verarbeitetem Fleisch steige das Risiko für ein Adenokarzinom des Magens um 9 Prozent. Zudem erhöhe sich laut den Daten das Risiko für ein Adenokarzinom der Speiseröhre um 13 Prozent.

Diese statistischen Berechnungen stützen sich auf eine breite Datengrundlage. Innerhalb der untersuchten Probandengruppe wurden insgesamt 876 Magenkrebs-Fälle und 215 Fälle von Speiseröhrenkrebs dokumentiert, die als Basis für die Risikoermittlung dienten.

Keine signifikanten Korrelationen bei rotem Fleisch festgestellt

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Ein weiterer wesentlicher Aspekt der Untersuchung war die Rolle von rotem Fleisch. Im Gegensatz zu den Befunden bei verarbeitetem Fleisch und den Beobachtungen bei weißem Fleisch bei Frauen konnten die Wissenschaftler in dieser spezifischen Langzeitauswertung keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Verzehr von rotem Fleisch und einem erhöhten Risiko für Magen- oder Speiseröhrenkrebs nachweisen.

Die Studie liefert damit detaillierte Einblicke in die komplexen Zusammenhänge zwischen Ernährungsgewohnheiten und onkologischen Risiken. Während rotes Fleisch in Bezug auf die hier untersuchten Krebsarten im Verdauungstrakt unauffällig blieb, rückt insbesondere die Wirkung von weißem Fleisch bei Frauen sowie der allgemeine Konsum von verarbeitetem Fleisch in den Fokus der präventiven Ernährungsforschung. Fachleute betonen, dass diese Ergebnisse zur weiteren Differenzierung von Ernährungsempfehlungen beitragen können.

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de | wissenschaft | 70083011 |