Weißdorn, Bluthochdruck

Weißdorn bei Bluthochdruck: Meta-Analyse zeigt 6,7 mmHg weniger Druck

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 22:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Studien belegen mögliche Wirkungen einzelner Pflanzen; Süßholz und Beinwell zeigen zugleich, warum Dosierung und Anwendung Grenzen haben.
Frisch geerntete Heilkräuter und leere Apothekergläser auf einem Holztisch in einem sonnigen Garten. Illustration mit AI erstellt.

Die eigenständige Gesundheitsvorsorge mit Mitteln aus Natur und Haushalt gewinnt als Ergänzung zur Schulmedizin an Bedeutung. Ob der Anbau im eigenen Garten oder die Herstellung traditioneller Salben und Tinkturen: Fachbeiträge und Studien zeigen Potenziale, aber auch klare Grenzen und Sicherheitsrisiken pflanzlicher Zubereitungen auf.

Gartenkräuter zwischen Tradition und wissenschaftlicher Evidenz

Der gezielte Anbau von Arzneipflanzen dient manchen Haushalten als naturnahe Krisenvorsorge. Für ausgewählte Pflanzen existiert eine wissenschaftliche Datenbasis.

So ergab eine Meta-Analyse von 6 randomisierten Studien mit 428 Teilnehmern für Weißdorn bei Hypertonie eine durchschnittliche Senkung des systolischen Blutdrucks um ca. 6,7 mmHg. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) führt Weißdorn zudem zur Anwendung bei Herzrasen auf, das durch Nervosität, Stress oder Schlafstörungen ausgelöst wird.

Neben Weißdorn zählen weitere Gewächse zum Repertoire für die Hausapotheke: Mariendistel liefert Silymarin zur Unterstützung der Leber, Minze dient der Verdauung und Johanniskraut kommt bei Stress sowie Schlafproblemen infrage.

Hagebutte liefert Vitamin C, während Thymian bei Husten und Salbei bei Beschwerden in Mund und Rachen genutzt werden. Schafgarbe, die im Oktober geerntet werden kann und unter anderem Cineol sowie Chamazulen enthält, wirkt entzündungshemmend und krampflösend bei Verdauungs- und Menstruationsbeschwerden.

Auch Beinwell wird im Herbst geerntet. Äußerlich aufgetragen bei Prellungen, Zerrungen oder Verstauchungen erwies sich die Pflanze laut einer Untersuchung (PubMed-ID 18193693) als mindestens gleich effektiv wie Diclofenac. Wegen enthaltener Pyrrolizidinalkaloide, die im Verdacht stehen, Leberschäden und Krebs zu verursachen, darf Beinwell jedoch nicht innerlich angewendet werden.

Zubereitungen für den Haushalt: Balsame und Salben

Neben Tees und Tinkturen lassen sich traditionelle Rezepturen wie Pechsalbe oder Varianten des bekannten Tigerbalsams im Haushalt herstellen. Ein Rezept für einen hausgemachten Balsam nach Vorbild des Tigerbalsams kombiniert 2 Esslöffel Olivenöl und 2 Teelöffel Bienenwachspastillen mit jeweils 2 Tropfen Pfefferminz-, Eukalyptus- und Lavendelöl.

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Nach rund 5 Minuten Vorbereitung und 10 bis 15 Minuten Erhitzen und Mischen entsteht die Salbe. Solche DIY-Mischungen sind nicht klinisch getestet und stellen keinen medizinischen Ersatz dar. Sie dürfen keinesfalls auf offene Wunden oder Schleimhäute gelangen und sind ohne ärztlichen Rat für Schwangere und Kinder ungeeignet.

Ein weiteres traditionelles Rezept ist die Pechsalbe aus Fichtenharz. Das Harz wirkt antibakteriell sowie antimykotisch und wird bei maximal 60 Grad Celsius im Wasserbad gelöst. Die Rezeptur sieht 20 Gramm Baumharz, 40 Milliliter kaltgepresstes Öl und 10 Gramm Bienenwachs vor und kommt traditionell bei Gelenkbeschwerden sowie zur Wundpflege zum Einsatz.

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Wirkstoffrisiken und Anwendungsgrenzen

Trotz des natürlichen Ursprungs bergen viele Heilpflanzen Risiken und Kontraindikationen. Das zeigt das Beispiel der Süßholzwurzel, die unter anderem in Monographien der Kommission E, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie des HMPC beschrieben wird (Stand Oktober 2026). Ihr Hauptwirkstoff Glycyrrhizin wird im Darm zu entzündungshemmender Glycyrrhetinsäure umgewandelt.

Das HMPC erkennt Süßholz bei Verdauungsbeschwerden mit Sodbrennen sowie traditionell als Schleimlöser bei Husten an. Eine ältere Studie (Chaturvedi et al., 1979) dokumentierte zudem bei 15 Patienten mit Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren nach zweimonatiger Gabe von täglich dreimal 3 Gramm Süßholzpulver eine Besserung.

Gleichzeitig kann Süßholz zu Blutdruckanstieg, Wassereinlagerungen und einer Senkung des Kaliumspiegels führen. Die Tagesdosis sollte maximal 15 Gramm Wurzel betragen, und ohne ärztlichen Rat sollte die Einnahme vier Wochen nicht überschreiten.

Bei Bluthochdruck sowie Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen ist Süßholz kontraindiziert. Grundsätzlich gilt für alle pflanzlichen Mittel: Bei schweren Erkrankungen oder anhaltenden Symptomen können sie moderne medizinische Behandlungen nicht ersetzen.

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