Wechseljahre, Viszerales

Wechseljahre: Viszerales Fett um 10% senkt Diabetes-Risiko um 28%

19.06.2026 - 13:57:14 | boerse-global.de

Studien zeigen: Hormonabfall in den Wechseljahren beeinflusst Stoffwechsel und Gelenke massiv. Neue Ansätze wie GLP-1 und pflanzliche Mittel bieten Hilfe.

Wechseljahre: Neue Therapien gegen Fett und Gelenkschmerz
Wechseljahre - Eine Frau in den Wechseljahren hält ihr Knie, um Gelenkschmerzen und Gewichtsprobleme zu symbolisieren. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Forschung zeigt: Der Hormonabfall beeinflusst Stoffwechsel, Fettverteilung und Gelenke massiv. Die gute Nachricht: Es gibt neue Therapien und Präventionsstrategien.

Viszerales Fett: Das unsichtbare Risiko

Nicht das Gewicht auf der Waage ist entscheidend, sondern wo die Fettpolster sitzen. Eine Langzeitstudie der Universität Leipzig und der Ben-Gurion-Universität im Fachjournal Circulation belegt: Wer das viszerale Fett um zehn Prozent reduziert, senkt das Risiko für Typ-2-Diabetes um 28 Prozent – unabhängig vom Gesamtgewicht.

Die Fettverteilung verändert sich in den Wechseljahren dramatisch. Der sinkende Östrogenspiegel begünstigt die Einlagerung von Bauchfett. Das ist besonders tückisch, weil viszerales Fett Entzündungsbotenstoffe freisetzt und die Insulinwirkung verschlechtert.

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Hormonersatz und neue Medikamente

Kann eine Hormonersatztherapie (HRT) gegenzusteuern? Eine Metaanalyse von Jiang aus dem Jahr 2025 mit über 5.700 Teilnehmerinnen aus 17 Studien deutet darauf hin: HRT kann die Insulinresistenz bei postmenopausalen Frauen senken.

Noch spannender: Beobachtungsstudien mit rund 111.000 Probanden zeigen, dass GLP-1-Rezeptor-Agonisten wie Ozempic oder Wegovy möglicherweise das Brustkrebsrisiko um 30 Prozent senken. Doch die Mittel haben eine Schattenseite.

Der Bewegungs-Killer

GLP-1-Präparte helfen beim Abnehmen – aber sie machen auch träge. Daten der Konferenz ENDO 2026 zeigen: Bei 753 Personen mit einem Durchschnittsalter von 53 Jahren sank die tägliche Schrittzahl von 5.047 auf 4.487 Schritte nach Therapiebeginn.

Besonders betroffen: Männer und Menschen mit bestehenden Gelenkschmerzen. Die Sorge der Fachleute: Schneller Gewichtsverlust plus Bewegungsmangel führt zu gefährlichem Muskelabbau. Die Lösung: Schon zu Beginn der Therapie feste Bewegungsziele setzen.

Gelenkschmerzen: Was wirklich hilft

Warum schmerzen in den Wechseljahren plötzlich die Knie? Der sinkende Östrogenspiegel fördert Entzündungen und reduziert die Gelenkschmiere. Die Diagnose ist knifflig: Ärzte müssen Arthrose, Rheuma oder Gicht ausschließen.

Neben der klassischen Hormonersatztherapie rücken pflanzliche Alternativen in den Fokus. EstroG-100, ein Extrakt aus drei Heilpflanzen (Cynanchum wilfordii, Phlomis umbrosa, Angelica gigas), wurde in mehreren klinischen Studien getestet. Das Besondere: Es bindet nicht an Östrogenrezeptoren, sondern beeinflusst serotonerge Bahnen. Studien von Chang (2012) und Lee (2014) mit 64 bis 119 Teilnehmerinnen dokumentierten verbesserte Symptom-Scores.

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Neue Versorgungsangebote

Ab Juli 2026 gibt es für Barmer-Versicherte in Berlin und Brandenburg das GLA:D-Programm. Es kombiniert Physiotherapie mit einer digitalen App und soll Schmerzen bei Knie- und Hüftarthrose lindern – und Operationen hinauszögern. Eine weitere Alternative zum Gelenkersatz: die Kniedistraktion.

Auch bei Belastungsinkontinenz gibt es Fortschritte. Beim Hydrogel Bulkamid wird ein biokompatibles Gel in die Harnröhrenwand injiziert. Der Eingriff dauert etwa zehn Minuten und ist minimalinvasiv.

Prävention: Die einfachen Mittel

Geschwollene Füße plagen 20 bis 30 Prozent der prämenopausalen Frauen. Experten raten: Salz reduzieren, Magnesium und Kalium erhöhen. Und: Gelenkschonende Bewegungsformen wie Wassergymnastik bleiben die Basistherapie – sie erhalten die Beweglichkeit ohne Überlastung.

de | wissenschaft | 69582307 |