Wechseljahre, Frühe

Wechseljahre: Frühe Menopause vor 45 erhöht Diabetesrisiko um rund 30 Prozent

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 19:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
BZfE und DDG empfehlen Krafttraining, ausgewogene Ernährung und Stoffwechselkontrollen, um gesundheitlichen Folgen hormoneller Veränderungen entgegenzuwirken.
Frisches, unverarbeitetes Obst und Gemüse auf einem rustikalen Holztisch bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Mit dem Erreichen des vierten Lebensjahrzehnts setzt im menschlichen Körper ein schleichender Wandel ein. Nach Angaben des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE) verändert sich ab dem 40. Lebensjahr die Körperzusammensetzung merklich: Die Muskelmasse nimmt kontinuierlich ab, während der Anteil an Fettmasse steigt.

Gleichzeitig sinkt der tägliche Energieverbrauch. Dieser biologische Prozess führt häufig dazu, dass das Körpergewicht ansteigt, selbst wenn die bisherigen Essgewohnheiten unverändert beibehalten werden.

Hormonelle Dynamik und viszerales Bauchfett

Besonders ausgeprägt sind diese Veränderungen bei Frauen im Übergang zu den Wechseljahren, der oft schon viele Jahre vor der eigentlichen Menopause einsetzt. Durch das allmähliche Absinken des Östrogenspiegels verschiebt sich die Fettverteilung. Während Fettgewebe zunächst vor allem an Hüften und Oberschenkeln gelagert wird, lagert es sich im weiteren Verlauf bevorzugt am Bauch ab.

Nach Angaben des BZfE führt ein sinkender Östrogenspiegel zwar nicht zwangsläufig zu Übergewicht, und eine Gewichtsreduktion bleibt weiterhin möglich. Das entstehende viszerale Fettgewebe ist jedoch stoffwechselaktiv und erhöht das Risiko für Stoffwechselerkrankungen, Bluthochdruck sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Medizinische Beobachtungen stützen diesen Befund: Sinkendes Östrogen begünstigt die Umverteilung, während ein Anstieg des Follikel-stimulierenden Hormons (FSH) biochemische Prozesse in Gang setzt, die den Fettabbau im Bauchraum hemmen und die Umwandlung von Zucker in Fett verstärken. Stress und Schlafmangel können zudem über das Hormon Kortisol Heißhunger und Fettansammlungen zusätzlich anheizen.

Eine Untersuchung des Weizmann Institute im Fachjournal „Nature Medicine“, die über 300 Millionen Labordaten von mehr als einer Million Frauen auswertete, zeigte bei 52 von 90 Parametern signifikante Umbrüche rund um die Menopause, die hormonell teils mehr als ein Jahrzehnt vor dem eigentlichen Ausbleiben der Periode beginnen.

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Erhöhte Risiken für Herz und Stoffwechsel

Auch die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) weist auf die weitreichenden Konsequenzen hin. Zwar löse die hormonelle Umstellung Typ-2-Diabetes nicht direkt aus, sie begünstige aber Faktoren wie Bauchfett, verringerte Insulinempfindlichkeit und Bluthochdruck.

Laut der DDG-Präsidentin Professor Julia Szendrödi weisen internationale Studien darauf hin, dass Frauen mit einer frühen Menopause vor dem 45. Lebensjahr ein um rund 30 Prozent höheres Risiko für Typ-2-Diabetes tragen.

Fachleute raten daher zu präventiven Stoffwechsel-Checks in der Arztpraxis, die Nüchternglukose oder den HbA1c-Wert, Blutfette, Leberwerte, Blutdruck sowie das Gewicht und den Taillenumfang erfassen. Dies gilt insbesondere bei vorangegangenem Schwangerschaftsdiabetes oder familiärer Vorbelastung.

Zudem wird eine ärztliche Abklärung empfohlen, wenn eine rasche Gewichtszunahme von Symptomen wie starker Müdigkeit, Kälteempfindlichkeit oder Wassereinlagerungen begleitet wird, um organische Ursachen wie eine Schilddrüsenfehlfunktion zu prüfen.

Strategien bei Ernährung und Muskelerhalt

Um dem Absinken des Grundumsatzes und dem Abbau fettfreier Masse entgegenzuwirken, empfehlen Institutionen wie das BZfE und die DDG gezielte Lebensstilanpassungen. Als wirksamster Hebel für den Erhalt von Muskulatur und Stoffwechselaktivität gilt regelmäßiges Krafttraining, idealerweise zwei- bis dreimal wöchentlich, kombiniert mit Ausdauereinheiten.

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Auf der Ernährungsseite raten Ernährungsexperten zu einer mediterran ausgerichteten Kost: reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und hochwertigen Pflanzenölen bei moderater Energiezufuhr.

Eine systematische Übersichtsarbeit von 29 randomisierten Studien mit über 50-jährigen Personen zeigte hinsichtlich des Muskelerhalts und der Kraft keinen signifikanten Unterschied zwischen pflanzlichen und tierischen Proteinquellen.

Für die Stabilität der Muskel- und Knochenmasse im höheren Alter sind vielmehr die Gesamteiweißzufuhr, die Nährstoffdichte und die Kombination mit körperlicher Bewegung entscheidend.

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