Waymo-Rückruf, Robotaxis

Waymo-Rückruf: 3.871 Robotaxis erkennen Baustellen nicht

20.06.2026 - 01:10:55 | boerse-global.de

Waymo startet sechsten Rückruf: Softwarefehler führt zu gefährlichen Fahrten in gesperrte Autobahnbaustellen.

Waymo ruft 3.871 Robotaxis wegen Baustellenfehlern zurück
Waymo-Rückruf - A Waymo self-driving car, a white Jaguar I-Pace, in a freeway construction zone with orange cones and barriers. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Google-Schwester kämpft mit schwerwiegenden Navigationsfehlern auf Autobahnen – und das Vertrauen der Kunden schwindet.

Waymo hat am 18. Juni 2026 einen Rückruf für 3.871 fahrerlose Fahrzeuge der fünften Generation eingeleitet. Grund: Die Robotaxis erkennen gesperrte Autobahnbaustellen nicht richtig. In 13 dokumentierten Vorfällen fuhren die Jaguar I-Pace-Fahrzeuge mit voller Geschwindigkeit in abgesperrte Bereiche – vorbei an Schildern und Leitkegeln.

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Sechs Vorfälle in Phoenix, sieben in San Francisco

Die Probleme traten gehäuft auf: Sechs der Zwischenfälle ereigneten sich im April in Phoenix, sieben weitere im Mai in der San Francisco Bay Area. Das autonome System erkannte nicht, dass Fahrspuren oder Auffahrten wegen Bauarbeiten gesperrt waren. Die Folge: Die Wagen steuerten direkt in aktive Arbeitszonen.

Bereits am 19. Mai schränkte Waymo den Autobahnbetrieb ein. Ein Software-Update soll das Problem beheben – als Over-the-Air-Update, das die Fahrzeuge automatisch installieren. Die interne Prüfung der Software begann Anfang Juni, eine formelle Sicherheitsüberprüfung fand am 1. Juni statt. Die endgültige Rückrufentscheidung fiel am 8. Juni.

Sechster Rückruf für Waymo

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA überwacht den Rückruf und warnt: Der Softwarefehler erhöhe das Unfallrisiko auf Schnellstraßen erheblich. Es ist bereits der sechste Rückruf für das Unternehmen. Erst im Mai waren 3.791 Fahrzeuge wegen Problemen mit überfluteten Straßen zurückgerufen worden. Frühere Rückrufe betrafen Softwarefehler mit stationären Barrieren (Mai 2025) und Sicherheitsprotokolle für Schulbusse (Dezember 2025).

Ein offenes Verfahren läuft zudem zu einem Vorfall vom Januar 2026, bei dem ein Waymo-Fahrzeug in der Nähe einer Schule ein Kind erfasste und leicht verletzte.

Trotz der Pannen hält Waymo an seiner Sicherheitsbilanz fest: Die autonomen Fahrzeuge seien in 92 Prozent weniger schwere Unfälle verwickelt als menschliche Fahrer – eine etwa 13-fache Reduzierung.

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Anwohner in Los Angeles klagen über Lärm

Doch nicht nur technische Probleme plagen Waymo. In Südkalifornien wächst der Unmut der Anwohner. Seit Mai 2026 berichten Bewohner der Stadtteile Westchester und Santa Monica in Los Angeles, dass die Robotaxis Wohnstraßen als Abstellplätze nutzen. Bis zu zwölf Mal täglich fahren die Fahrzeuge vor – mit steigender Lärmbelästigung und Verkehrsbehinderung. Lokale Behörden prüfen, ob dies gegen Vorschriften zur gewerblichen Nutzung von Anwohnerstraßen verstößt.

Vertrauen der Verbraucher schwindet

Die öffentliche Meinung kippt zunehmend. Umfragen zeigen: Rund 60 Prozent der US-Fahrer haben Angst vor autonomen Fahrzeugen. Die Begeisterung fiel von 18 Prozent im Jahr 2022 auf nur noch 13 Prozent im Jahr 2025.

Dennoch plant Waymo den internationalen Ausbau. Im September 2026 sollen die Robotaxis in London an den Start gehen. Ob die jüngsten Pannen diesen Zeitplan gefährden, bleibt abzuwarten.

de | wissenschaft | 69586370 |