Waymo, Premier

Waymo Premier: 28-Euro-Abo für bevorzugte Robotaxi-Fahrten

14.06.2026 - 09:33:45 | boerse-global.de

Waymo führt ein kostenpflichtiges Abo-Modell ein, investiert in Sicherheitsforschung und baut seine Testinfrastruktur massiv aus.

Waymo startet Premium-Abo und investiert in Sicherheitsforschung
Waymo - A sleek, futuristic Waymo robotaxi driving through a modern city street at dusk, showcasing autonomous technology in an urban setting. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mit einem neuen Premium-Abo und verstärkter Sicherheitsforschung will der Pionier die nächste Stufe zünden.

„Waymo Premier“: 30 Euro im Monat für mehr Komfort

Am 11. Juni 2026 führte Waymo das Abo-Modell „Waymo Premier“ ein. Für umgerechnet rund 28 Euro monatlich erhalten Nutzer in San Francisco, Los Angeles und Phoenix exklusive Vorteile. Das Programm ist zunächst nur auf Einladung verfügbar.

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Die Mitglieder profitieren von bevorzugter Fahrzeug-Zuteilung, zehn Prozent Rückvergütung in „Waymo Cash“ und bis zu fünf kostenlosen Stornierungen pro Monat. Zudem erhalten sie frühzeitigen Zugang zu neuen Städten.

Der Preis liegt deutlich über dem von Konkurrenz-Diensten: Uber One kostet etwa neun Euro pro Monat und zählt über 50 Millionen Abonnenten. Waymo rechnet mit einer Gewinnschwelle ab rund 280 Euro monatlichem Fahrpreis pro Kunde – das entspricht etwa vier Fahrten pro Woche in der Bay Area.

Aktuell absolviert Waymo 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche in zehn US-Städten. Das Ziel: eine Million wöchentliche Fahrten bis Ende 2026. Interessant: Austin und Atlanta bleiben außen vor – dort arbeitet Waymo exklusiv über die Uber-App.

Sicherheitsforschung mit der TU Delft

Parallel zum kommerziellen Vorstoß veröffentlichte Waymo am 12. Juni 2026 neue Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift Nature Communications. Das „Reference Driver“-Modell (ReD) simuliert, wie ein kompetenter und aufmerksamer menschlicher Fahrer Unfälle vermeidet.

Entwickelt in Kooperation mit der TU Delft, nutzt das Modell aktive Inferenz – es geht über reaktive Maßnahmen hinaus und modelliert proaktives Ausweichverhalten. Waymo stellt den Code unter einer akademischen Lizenz zur Verfügung, um Transparenz bei Sicherheitsstandards zu fördern.

Das Unternehmen verweist auf Drittstudien, wonach seine Fahrzeuge deutlich seltener in Unfälle mit Verletzten verwickelt sind als menschliche Fahrer.

Doch die Sicherheitsdebatte reißt nicht ab. Am 12. Juni 2026 rief Waymo rund 3.800 Robotaxis zurück – Auslöser war ein Vorfall in Texas, bei dem ein Fahrzeug in Hochwasser fuhr. Bereits zuvor hatten die US-Behörden NHTSA und NTSB Ermittlungen eingeleitet, unter anderem wegen eines Zwischenfalls mit einem Kind im Januar 2026.

Milliarden-Investment in Testgelände

Waymo baut seine Testinfrastruktur massiv aus. Wie aus einer Einreichung vom 9. Juni 2026 hervorgeht, erwarb das Unternehmen ein 5.500 Hektar großes Testgelände in Wittmann, Arizona – von Apple, für umgerechnet rund 205 Millionen Euro. Apple hatte das Gelände 2021 für etwa 116 Millionen Euro gekauft. Es umfasst spezialisierte Strecken für Stadt-, Autobahn- und Hochgeschwindigkeitstests.

Die Investitionen sind enorm. Im Februar 2026 sammelte Waymo 14,9 Milliarden Euro ein – die Bewertung stieg auf rund 117 Milliarden Euro. Dennoch bleibt der Druck hoch: Alphabets Sparte „Other Bets“ verzeichnete im ersten Quartal 2026 einen operativen Verlust von knapp zwei Milliarden Euro – ein deutlicher Anstieg gegenüber 1,14 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum.

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Expansion nach Europa und Asien

Waymo bereitet den Eintritt in über 20 neue Märkte im Jahr 2026 vor, darunter Denver, Seattle, Tokio und London. In der britischen Hauptstadt läuft bereits ein Pilotprojekt mit rund 100 Jaguar I-Pace-Fahrzeugen. In den Kernmärkten rollt zudem der neue „Ojai“-Minivan des chinesischen Herstellers Zeekr aus.

Auch politisch rüstet sich Waymo. Am 10. Juni 2026 beauftragte das Unternehmen die Lobbyfirma Greenberg Traurig LLP in Washington. Hintergrund: Die US-Gesetzgebung zu autonomen Fahrzeugen ist in Bewegung – der „AV Accessibility Act“ vom Juli 2025 ist nur ein Beispiel. Waymos Sicherheitschef hatte bereits im Februar 2026 vor einem Senatsausschuss ausgesagt, während die Politik über die Regulierung autonomer Flotten und den Einsatz von Fernoperateuren debattiert.

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