Waymo, Ojai

Waymo Ojai: Robotaxis mit 42% weniger Sensoren starten heute

28.05.2026 - 22:18:52 | boerse-global.de

Alphabet-Tochter Waymo startet mit dem Ojai, einem eigens für autonomes Fahren konzipierten Kleinbus, in drei US-Städten.

Waymo Ojai: Robotaxis mit 42% weniger Sensoren starten heute - Foto: über boerse-global.de
Waymo Ojai: Robotaxis mit 42% weniger Sensoren starten heute - Foto: über boerse-global.de

Der Alphabet-Konzern bringt sein erstes speziell für autonome Fahrten entwickeltes Fahrzeug auf die Straße.

San Francisco, Los Angeles und Phoenix sind die ersten Städte, in denen ausgewählte Passagiere ab heute die neuen Robotaxis von Waymo nutzen können. Der Ojai, ein vollelektrischer Kleinbus, wurde gemeinsam mit Geelys Marke Zeekr entwickelt und ist das erste Fahrzeug in der Waymo-Flotte, das von Grund auf für den autonomen Passagierbetrieb konzipiert wurde.

Während das Basisfahrzeug in China produziert und in Schweden designt wurde, erfolgen die Endmontage und der Einbau der autonomen Technik in Waymos Werk in Mesa, Arizona.

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Sechste Generation mit deutlich weniger Sensoren

Der Ojai dient als Plattform für die sechste Generation des Waymo Driver. Das System kommt mit 13 Kameras, vier Lidar-Einheiten und sechs Radarsensoren aus. Branchenbeobachter rechnen vor: Das sind 42 Prozent weniger Senso-ren als noch in den zuvor genutzten Jaguar I-PACE-Modellen.

Das spart Kosten. Interne Schätzungen gehen von einem Stückpreis von rund 115 Millionen Euro aus – deutlich weniger als die geschätzten 185 Millionen Euro für die Jaguar-Modelle. Die Hardware für das autonome System schlägt mit weniger als 18,5 Millionen Euro zu Buche, das Basisfahrzeug von Zeekr kostet rund 35 Millionen Euro. Trotz hoher Zölle auf chinesische E-Autos hilft der niedrigere Basispreis dem Unternehmen, die Flotte kosteneffizient auszubauen.

Das Design des Ojai setzt zudem auf Barrierefreiheit: Der Viertürer bietet eine niedrige Einstiegshöhe, einen flachen Boden und Blindenschrift für sehbehinderte Fahrgäste. Auch technisch hat Waymo nachgebessert: Der Ojai ist für ein breiteres Spektrum an Wetterbedingungen ausgelegt, darunter Schnee – ein entscheidender Schritt für die Expansion in kältere Regionen.

500.000 Fahrten pro Woche – und das Ziel heißt eine Million

Die Einführung des Ojai folgt auf eine Phase rasanten Wachstums. Erst gestern meldete Waymo einen Meilenstein von 500.000 bezahlten Fahrten pro Woche. Die Flotte umfasst derzeit rund 4.000 Fahrzeuge, darunter etwa 100 Ojai-Einheiten zum Start.

Waymo will die Produktion des Ojai auf Zehntausende Einheiten pro Jahr hochfahren. Das ist Teil einer Strategie, die in naher Zukunft auf eine Million wöchentliche Fahrten abzielt. Neben den aktuellen Einsatzorten hat das Unternehmen Denver, Las Vegas und San Diego als nächste Expansionsziele ins Auge gefasst.

Erst im Februar sicherte sich Waymo 14,8 Milliarden Euro an Finanzmitteln – die Bewertung des Unternehmens liegt damit bei rund 116 Milliarden Euro. Das Geld fließt unter anderem in die Diversifizierung der Flotte: Neben dem Zeekr-basierten Ojai sind auch Hyundai Ioniq 5 und Toyota-Modelle in der Pipeline.

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Betriebsstörungen als Lehrstunde

Der Rollout des Ojai kommt nicht aus dem Nichts. In den vergangenen Monaten hatte Waymo mit mehreren Betriebsstörungen zu kämpfen. Baustellen und lokale Überschwemmungen führten zu Unterbrechungen des Dienstes. In der Folge mussten 3.791 Robotaxis zurückgerufen werden – Softwarefehler im Umgang mit überfluteten Straßen hatten die Probleme ausgelöst.

Die neuen Ojai-Einheiten in San Francisco, Phoenix und Los Angeles werden zunächst kostenlos angeboten. Waymo-Sprecher betonten, dass diese Phase der Datensammlung und dem Feedback diene. Das Ziel: Bis Jahresende sollen Tausende Fahrzeuge auf den Straßen sein.

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