Waymo, Europa

Waymo in Europa: Tochtergesellschaften in vier Ländern gegründet

07.07.2026 - 03:39:40 | boerse-global.de

Waymo registriert Niederlassungen in vier EU-Ländern und bereitet den Markteintritt vor. Ein kommerzieller Start in Europa wird für 2027 erwartet.

Waymo gründet Europa-Töchter: Robotaxi-Start ab 2027 geplant
Waymo - Ein autonomes Fahrzeug (Robotaxi) fährt in der Dämmerung durch eine europäische Stadtstraße mit historischer Architektur im Hintergrund. 07.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das Unternehmen, das in den USA bereits tausende selbstfahrende Fahrzeuge betreibt, registrierte im Juni 2026 Niederlassungen in Frankreich, Deutschland, Spanien und den Niederlanden. Ein kommerzieller Start in Europa wird jedoch frühestens 2027 erwartet.

Europäische Expansion im Detail

Am 23. Juni 2026 wurde die Waymo France SARL mit Sitz im 8. Pariser Arrondissement und einem Startkapital von 100.000 Euro ins Handelsregister eingetragen. Die französische Einheit ist für den Personentransport mit autonomen Fahrzeugen vorgesehen. Bereits am 9. Juni folgte die Gründung der Waymo Iberia SL in Madrid, am 12. Juni die Waymo Netherlands B.V. in Amsterdam.

Die Waymo Germany GmbH mit Sitz in München ist seit dem 15. Juni 2026 offiziell registriert. Branchenbeobachter werten die Namenswahl „Waymo Iberia" als Hinweis darauf, dass das Unternehmen langfristig auch den portugiesischen Markt erschließen will.

Doch wann rollen die ersten Robotaxis durch europäische Städte? Ein kommerzieller Start auf dem Festland wird nicht vor 2027 erwartet. Grund sind die noch ausstehenden nationalen Umsetzungen der UN-Regulierungsrahmen. Allerdings deutet sich eine Premiere in London an: Dort laufen bereits Vorbereitungen für einen möglichen Start noch im Laufe dieses Jahres.

Partnerschafts-Aus in Phoenix

Die Europa-Offensive fällt mit strategischen Anpassungen in den USA zusammen. Am 5. Juli 2026 beendeten Waymo und Uber ihre Zusammenarbeit in Phoenix, Arizona. Ein Waymo-Sprecher bezeichnete die seit 2023 laufende Partnerschaft als „produktives Pilotprojekt". In Austin (Texas) und Atlanta (Georgia) arbeiten die beiden Unternehmen weiterhin zusammen.

Waymos US-Flotte umfasst derzeit rund 4.000 Fahrzeuge, hauptsächlich Jaguar I-Pace Modelle. Das Unternehmen vermittelt wöchentlich mehr als 500.000 bezahlte Fahrten und hat insgesamt 200 Millionen Kilometer autonom zurückgelegt. Für die weitere Skalierung setzt Waymo auf den „Ojai", ein neues modulares Robotaxi, das in Zusammenarbeit mit Zeekr entwickelt wurde. Die Fahrzeuge sind mit der sechsten Generation autonomer Hardware ausgestattet – darunter 13 Kameras und vier Lidar-Sensoren. Die Produktion in Arizona soll auf Zehntausende Einheiten pro Jahr hochgefahren werden.

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Rückschläge: Rückruf und Stau-Chaos

Trotz der Expansionspläne gibt es auch technische Probleme. Waymo musste 3.871 Robotaxis zurückrufen, nachdem es zu 13 Vorfällen auf Autobahnbaustellen gekommen war. Die Pannen, die Ende April 2026 begannen und sich auf die San Francisco Bay Area konzentrierten, waren auf Softwarefehler zurückzuführen: Die Fahrzeuge ignorierten Baustellen-Beschilderungen.

Ein weiterer Vorfall ereignete sich am 4. Juli 2026: Nach einer öffentlichen Veranstaltung in San Francisco blieben mehrere Waymo-Fahrzeuge im Stau stecken. Einige Robotaxis mussten abgeschleppt werden, nachdem ihre Batterien während der mehrstündigen Verzögerung vollständig entladen waren. Bereits im Frühjahr hatte Waymo den Betrieb in fünf Städten vorübergehend eingestellt, nachdem ein Softwarefehler die Fahrzeuge in überflutete Straßen gelenkt hatte.

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Wettbewerb und europäische Projekte

Die Konkurrenz schläft nicht: Am 6. Juli 2026 startete Tesla seinen Robotaxi-Dienst in West Miami – der fünften US-Stadt für dieses Angebot. Anders als Waymo setzt Tesla dabei ausschließlich auf Kameras, nicht auf eine Kombination mehrerer Sensoren.

Auch in Europa tut sich etwas. In Madrid nahm am 6. Juli 2026 ein autonomer On-Demand-Bus seinen Betrieb auf dem Großmarkt Mercamadrid auf. Der elektrische Kleinbus wird von Alsa im Rahmen eines EU-finanzierten Projekts betrieben und bedient eine Einrichtung, die täglich von mehr als 20.000 Menschen frequentiert wird.

Die Partnerschaft zwischen Volkswagen und Bosch zur Entwicklung autonomen Fahrens wurde dagegen kürzlich beendet. VW-Tochter Cariad konzentriert sich nun auf interne Fahrerassistenzsysteme für künftige Fahrzeugmodelle.

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