Waymo, Deutschland

Waymo in Deutschland: Google startet Robotaxi-Geschäft in München

24.06.2026 - 23:28:18 | boerse-global.de

Waymo treibt mit Eintragung der Waymo Germany GmbH den Markteintritt in Europa voran. In München und Berlin werden bereits Fahrer gesucht.

Waymo gründet Deutschland-Tochter und startet Europa-Offensive
Waymo - A futuristic, sleek robotaxi drives on a modern street in a bustling German city at dusk, with blurred city lights. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Am 15. Juni 2026 wurde die Waymo Germany GmbH offiziell ins Handelsregister beim Amtsgericht München eingetragen. Die Satzung des Unternehmens stammt vom 13. Mai 2026. Sitz der neuen Gesellschaft ist München, Geschäftszweck: die Beförderung von Personen mit autonom fahrenden Fahrzeugen.

Personaloffensive in München und Berlin

Doch die reine Registrierung ist nur der Anfang. Waymo baut parallel seine Präsenz in Deutschland auf. Der Verkehrsdienstleister Transdev sucht bereits einen Manager für autonomes Fahren – speziell für den Großraum München. Die Personalfirma WIFI wiederum wirbt Testfahrer für München und Berlin an.

Der Zeitpunkt ist klug gewählt. Anfang Juni 2026 unterzeichneten Deutschland, Italien, Frankreich und 15 weitere EU-Staaten eine gemeinsame Erklärung zur Koordinierung von Testfahrten mit autonomen Fahrzeugen. Die Regulierung in Europa beginnt sich zu vereinheitlichen – ein Signal, auf das Waymo offenbar gewartet hat.

Konkurrenz vor Ort: Uber startet eigenen Pilotversuch

Waymo kommt nicht in einen leeren Markt. Der Fahrdienstvermittler Uber hat gemeinsam mit dem israelischen Startup Autobrains und dem Technologiekonzern Nvidia bereits einen Robotaxi-Pilotversuch in München gestartet. Das Autobrains-System setzt auf sogenannte „agentische KI" und kommt mit einer Hardware aus Nvidia-Chip und sechs Kameras aus.

London als nächstes Ziel

Die Deutschland-Expansion ist Teil einer größeren Europa-Strategie. Parallel bereitet Waymo den Markteintritt in Großbritannien vor. In London warten allerdings ebenfalls starke Konkurrenten: Das britische Startup Wayve startet im Sommer 2026 – in Partnerschaft mit Uber – kommerzielle Robotaxi-Fahrten, zunächst mit menschlichen Sicherheitsfahrern. Auch der chinesische Konzern Baidu plant in Kooperation mit Lyft Tests in den kommenden Wochen.

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Branchenprognosen zufolge könnte der britische Markt für autonome Fahrzeuge bis 2035 rund 38.000 Arbeitsplätze schaffen und rund 42 Milliarden Pfund zur Wirtschaftsleistung beitragen.

500.000 Fahrten pro Woche – und ein Software-Rückruf

Waymo ist kein Startup mehr. In den USA operiert das Unternehmen bereits in elf Städten und absolviert rund 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche. Das Ziel: bis Ende 2026 eine Million wöchentliche Fahrten. Bis Dezember 2025 legten Waymo-Fahrzeuge mehr als 170 Millionen autonome Kilometer zurück. Die Unfallstatistik fällt laut Unternehmensangaben deutlich besser aus als bei menschlichen Fahrern.

Doch die jüngste Vergangenheit war nicht frei von Pannen. Am 17. Juni 2026 rief Waymo 3.871 Fahrzeuge mit der fünften Generation seines Fahrsystems zurück. Grund: Im April und Mai 2026 waren Fahrzeuge in Phoenix und San Francisco mehrfach unerlaubt in gesperrte Autobahnbaustellen eingefahren. Waymo setzte daraufhin am 19. Mai 2026 seinen Autobahnbetrieb aus.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA ermittelt zudem in einem separaten Vorfall in Santa Monica, bei dem ein Waymo-Fahrzeug leichten Kontakt mit einem Kind hatte. Und erst am heutigen 24. Juni 2026 wurde ein Waymo-Fahrzeug in Inglewood (Los Angeles) gefilmt, wie es auf der falschen Straßenseite in den Gegenverkehr fuhr und einen Stau verursachte.

Technik für die Welt: Günstigere Sensoren, neues Modell

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Um die globale Expansion zu stemmen, hat Waymo die Kosten seiner autonomen Hardware drastisch gesenkt – auf unter 20.000 Euro pro Fahrzeug. Seit Ende 2025 nutzt das Unternehmen ein sogenanntes Foundation-Modell in der Serienproduktion, um die Entscheidungsfindung der Fahrzeuge zu verbessern.

Das aktuelle Robotaxi-Modell Ojai wurde gemeinsam mit dem Hersteller Zeekr entwickelt. Es soll besonders für komplexe städtische Umgebungen wie London taugen – wo der Straßenbau dichter und die Zahl ungeschützter Verkehrsteilnehmer höher ist als in den US-Städten, in denen Waymo bisher unterwegs ist.

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