Waymo Germany gegründet: US-Riese startet Tests in Berlin und München
26.06.2026 - 21:35:21 | boerse-global.de
Gleich mehrere Unternehmen kündigten heute strategische Schritte an, um in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz Fuß zu fassen. Der Grund: Immer mehr Händler suchen nach Wegen, die steigenden Kosten in der City-Logistik in den Griff zu bekommen.
Neolix baut Flotte massiv aus
Der chinesische Autonomie-Spezialist Neolix hat heute den Ausbau seiner europäischen Lieferdienste bestätigt. Weltweit sind bereits 21.000 autonome Fahrzeuge des Unternehmens in über 15 Ländern im Einsatz – zurückgelegt haben sie stolze 170 Millionen Kilometer. Allein in einer einzigen Stadt betreibt Neolix mittlerweile mehr als 2.000 Einheiten.
Executive President Will Zhao betonte auf dem CGF Global Summit in Wien, dass der wahre Wert dieser Systeme in ihrer Zuverlässigkeit und Kosteneffizienz für den Einzelhandel liege. Erst kürzlich präsentierte die Firma ihr „RoboVan"-Modell auf der EUROBIKE 2026 in Frankfurt.
Die Expansion ruht auf strategischen Partnerschaften in acht europäischen Ländern – darunter Deutschland, Frankreich, Spanien und die Schweiz. In Portugal arbeitet Neolix mit Caetano Mobility zusammen. Die Fahrzeuge setzen auf eine sogenannte mapless-Architektur (Kartenloses System) auf Basis des Neolix-VA-Modells und sind durch das TÜV Rheinland sowie die E-MARK zertifiziert.
Luxemburg wird zum Testlabor für autonome Mobilität
Ein besonders ambitioniertes Pilotprojekt startet heute in Luxemburg: Bolt, Pony.ai und Stellantis haben ihre Kräfte gebündelt. Das System der siebten Generation von Pony.ai kommt in einen Level-4-fähigen Stellantis-Transporter – betrieben wird er über die Bolt-Plattform.
Die Wahl fiel auf Luxemburg wegen des fortschrittlichen regulatorischen Umfelds für autonome Tests. Ziel des Projekts: Fahrzeugflotte und Betriebsabläufe unter realen Bedingungen erproben, um am Ende die fahrerlose Betriebsgenehmigung zu erhalten.
Waymo gründet deutsche Tochter
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Auch der US-Riese Waymo macht ernst in Deutschland. Am 15. Juni wurde die Waymo Germany GmbH in München ins Leben gerufen. Das Unternehmen, das in den USA bereits 500.000 autonome Fahrten pro Woche in elf Städten anbietet, sucht jetzt Testfahrer in Berlin und München.
Die Expansion folgt auf eine gewaltige Finanzierungsrunde im Februar 2026: 16 Milliarden Euro sammelte Waymo ein – bei einer Bewertung von umgerechnet rund 126 Milliarden Euro. Allerdings läuft nicht alles rund: In den USA musste das Unternehmen 3.871 Robotaxis zurückrufen, nachdem es zu Zwischenfällen in Baustellen gekommen war.
CaoCao und May Mobility planen Robotaxi-Offensive
Einen Tag zuvor, am 25. Juni, gaben CaoCao Mobility und May Mobility eine strategische Partnerschaft bekannt. CaoCao übernimmt die Rolle des Flottenbesitzers und -betreibers, May Mobility liefert die Technologie als „Autonomy-as-a-Service". Das ambitionierte Ziel: 100.000 Robotaxis weltweit bis 2030. May Mobility bringt Erfahrung aus den USA und Japan mit – dort hat das Unternehmen bereits über 500.000 kommerzielle autonome Fahrten absolviert.
Uber setzt auf Spanien und Zürich
Uber wiederum weitet seine autonomen Pilotprojekte auf Spanien und Zürich aus. Partner sind unter anderem Wayve, WeRide und Stellantis. Der Fahrdienst-Vermittler positioniert sich zunehmend als Plattform für verschiedene Autonomie-Entwickler – ein Modell, das über die ersten Einsätze in den USA und im Nahen Osten hinausgeht.
Der Fachkräftemangel bei Lieferfahrern wird sich 2026 weiter verschärfen. Autonome Lieferflotten bieten eine Lösung – doch die regulatorischen Hürden sind hoch. Dieser Leitfaden führt Sie Schritt für Schritt durch die Zulassung in Deutschland. Zulassungsleitfaden jetzt sichern
Drohnen-Lieferungen stoßen auf Widerstand
Während es am Boden rasant vorangeht, gibt es in der Luft einen Dämpfer: In Dublin musste der Drohnen-Lieferdienst Manna seinen Betrieb vorerst einstellen. Grund war eine Kampagne von Anwohnern, die Lärmbelästigung, Datenschutz- und Sicherheitsbedenken in Wohngebieten vorgebracht hatten. Die irische Luftfahrtbehörde hatte zwar alle nötigen Genehmigungen erteilt – doch der Fall zeigt: Die Frage, wie die Bevölkerung in die Genehmigung von Drohnenaktivitäten eingebunden wird, ist noch lange nicht geklärt.
