Physical, Humanoide

Physical AI: Humanoide Roboter starten Massenproduktion bei BMW

26.06.2026 - 21:35:21 | boerse-global.de

Das Startup General Intuition erreicht eine Milliardenbewertung, während BMW humanoide Roboter in der Serienproduktion einsetzt.

Physical AI: Milliardenbewertung und humanoide Roboter bei BMW
Physical - Menschliche Roboterhand interagiert mit holografischer Datenprojektion, Symbol für KI-Verkörperung in der Industrie. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Entwicklung von Physical AI – künstlicher Intelligenz, die die reale Welt versteht und mit ihr interagiert – hat am 25. Juni 2026 mehrere Durchbrüche erzielt. Ein zentrales Startup erzielte eine Milliardenbewertung, während humanoide Roboter erstmals in der Automobilproduktion eingesetzt werden. Die Branche entfernt sich damit zunehmend von rein digitalen Chatbots hin zu „Weltmodellen" für reale Robotik und industrielle Automatisierung.

Kapitalschub für die Physical-AI-Infrastruktur

Das Startup General Intuition sammelte am 25. Juni 2026 in einer Finanzierungsrunde 320 Millionen Euro ein – zu einer Bewertung von 2,3 Milliarden Euro. Angeführt von Khosla Ventures und unterstützt von General Catalyst, investierten auch Jeff Bezos, Eric Schmidt sowie Vertreter von Google DeepMind und MIT. Das Unternehmen nutzt Spielaktionsdaten der Plattform Medal, um KI-Agenten für reale Robotikanwendungen zu trainieren. CEO Pim de Witte kündigte an, dass die API des Unternehmens bis Ende des Sommers breit verfügbar sein soll. Insgesamt hat General Intuition bislang 454 Millionen Euro eingesammelt.

Nur zwei Tage zuvor, am 23. Juni 2026, sicherte sich Lightwheel AI eine strategische Finanzierungsrunde über eine Milliarde Yuan von staatlichen und Industriefonds. Gründer Xie Chen, zuvor bei Cruise und NVIDIA tätig, betonte: „Physical AI benötigt bis zu tausendmal mehr Daten als autonomes Fahren." Simulation sei daher der entscheidende Entwicklungsweg. Das Unternehmen meldete für das erste Quartal 2026 Aufträge über 550 Millionen Yuan für seine Simulations- und Dateninfrastruktur.

Der Wechsel zu physikbasierten Weltmodellen

Forscher wenden sich zunehmend von großen Sprachmodellen (LLMs) ab – hin zu „Weltmodellen", die die strukturellen Gesetze von Raum und Zeit lernen. Das in Shanghai ansässige Startup Fysics AI launchte am 25. Juni 2026 „Fysiverse", ein physikbasiertes Weltmodell, das die Roadmaps großer westlicher KI-Unternehmen umgehen soll. Gegründet von der ehemaligen NVIDIA-Senior-Managerin Zhang Lihua, verspricht das Modell, reale physikalische Gesetze einzuhalten – und damit die „physikalischen Illusionen" und Denkfehler zu vermeiden, die videobasierte KI-Generatoren oft plagen.

Prominente KI-Forscher wie Fei-Fei Li von World Labs und Yann LeCun von Advanced Machine Intelligence Labs befürworten diesen Wandel. Lis Framework für solche Systeme umfasst Ebenen für Rendering, Simulation und Planung. Experten der Carnegie Mellon University weisen darauf hin, dass moderne Chatbots zwar sprachlich fortgeschritten sind, ihnen aber das physikalische Verständnis für einfache manuelle Aufgaben fehlt – etwa das Aufheben einer Kaffeetasse.

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„Automation 2.0": Industrie setzt auf humanoide Roboter

Große Hersteller integrieren diese Technologien bereits in ihre Produktion. Die BMW Group gab am 25. Juni 2026 den Einsatz des humanoiden Roboters Figure 03 in ihrem Werk Spartanburg bekannt. Der Nachfolger des Figure-02-Projekts – das über zehn Monate 30.000 BMW X3 produzierte – ist für die Logistik-Sequenzierung ausgelegt. Das neue Modell verfügt über taktile Sensoren, Sprach-zu-Sprach-Funktionen und kabelloses Laden.

Auf einem Panel in Frankfurt beschrieb KUKA-CEO Christoph Schell diesen Wandel am selben Tag als „Automation 2.0" – den Übergang von starren digitalen Anweisungen zu autonomen, adaptiven Systemen. Schell beobachtete, dass die USA zwar führend in der KI-Innovation seien, Asien jedoch derzeit die Einführung dieser Systeme vorantreibe, während Europa sich auf Regulierungsrahmen und Vertrauen konzentriere.

In Südkorea treibt POSCO DX Physical AI für schwere Industrieanlagen voran. Das Unternehmen plant, im Juli 2026 unbemannte Tests für einen 45-Tonnen-Entlader und einen Reclaimer zu beginnen. Durch virtuelle Trainingsumgebungen konnte ein unbemannter Kran im Steelion-Werk die Genauigkeit um über 80 Prozent steigern – bei halbierter Kamerainfrastruktur.

Durchbrüche bei taktiler und biologischer Integration

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Die Integration von KI in physische Formen erstreckt sich zunehmend auch auf medizinische Anwendungen. Bereits am 20. Mai 2026 veröffentlichten Forscher der University of Chicago eine Studie in Nature Electronics über einen dehnbaren neuromorphen Hautpflaster. Das Pflaster nutzt 10.000 organische elektrochemische Transistoren pro Quadratzentimeter, um Gesundheitsdaten direkt am Körper zu analysieren. In Herz-Kartierungstests erreichte das Gerät eine Genauigkeit von 99,6 Prozent bei der Wellenfrontlokalisierung und 83,5 Prozent bei der Vorhersage von Herzinfarktrisiken.

Forscher des MIT experimentierten zudem damit, KI die physische Kontrolle über mechanische Strukturen zu geben. In einem Experiment steuerte eine KI eine Maschine mit beweglichen Stiften, die in einem rhythmischen Muster auf- und abstiegen. Beobachter bemerkten, dass die Bewegung an Atmung erinnerte – ein Hinweis darauf, wie lebensechte physische Bewegungen selbst bei nicht-biologischen Systemen emotionale Reaktionen hervorrufen können.

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