Waschmaschinen-Gerüche, Studie

Waschmaschinen-Gerüche: Studie findet 1.492 Bakterienarten, aber keinen Hauptkeim

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 22:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Studie findet keinen eindeutigen Geruchskeim; zugleich zeigen Tests, Geräteinnovationen und Recyclingprobleme Entwicklungen der Textilpflege.

Waschmaschinen, Textilpflege und Recycling: Neue Erkenntnisse und Trends
Sauberer, minimalistischer Wäscheraum mit frischen, weißen Textilien auf einer Holzoberfläche bei hellem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

In der Textilpflege gewinnen mikrobiologische Erkenntnisse und technologische Innovationen zunehmend an Bedeutung, um die Effizienz und Hygiene im Haushalt sowie im gewerblichen Bereich zu sichern.

Eine im Jahr 2026 in der Fachzeitschrift „Applied Microbiology and Biotechnology“ veröffentlichte Studie der Hochschule Furtwangen untersuchte dazu die Ursachen für unangenehme Gerüche in Waschmaschinen. Im Rahmen der Untersuchung wurden 16 Haushaltsgeräte analysiert, von denen die Hälfte als geruchsauffällig eingestuft worden war.

Mikrobiologische Analyse der Waschmaschinennutzung

Die Forscher der Hochschule Furtwangen konnten den Sequenzierungen insgesamt 1.492 Bakterienarten zuordnen. Dabei zeigte sich, dass das Bakterium Moraxella osloensis verstärkt an den Türdichtungen auftrat. Ein direkter kausaler Zusammenhang mit der Geruchsentwicklung konnte jedoch nicht eindeutig belegt werden.

Ein spezifischer Keim als alleinige Ursache für muffige Wäsche wurde nicht identifiziert. Auffällig war hingegen, dass geruchsauffällige Maschinen im Median eine höhere Menge an bakterieller DNA aufwiesen, wobei dieser Unterschied statistisch nicht signifikant ausfiel.

Die Studienautoren verwiesen darauf, dass die geringe Stichprobengröße sowie die subjektive Einstufung der Gerüche die allgemeine Aussagekraft der Ergebnisse einschränken.

Als praktische Konsequenz aus den mikrobiologischen Befunden empfehlen Fachleute der Hochschule, Waschgänge regelmäßig bei mindestens 60 °C unter Verwendung von bleichehaltigem Vollwaschmittel durchzuführen. Zudem sollten die Maschine und die Einspülschublade nach der Nutzung stets zum Trocknen offen gelassen werden.

Empfehlungen für Spezialtextilien und den Einsatz von Pflegemitteln

Ergänzende Hinweise zur Textilpflege lieferten Experten des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel (IKW) sowie die Stiftung Warentest in Berichten aus dem September 2026. Ein IKW-Experte erläuterte, dass in Weichspülern bereits seit den 1990er-Jahren leicht biologisch abbaubare kationische Tenside eingesetzt werden, deren Verwendung seit 2005 EU-weit vorgeschrieben ist.

Während Weichspüler bei korrekter Dosierung die Wasseraufnahme von Handtüchern nicht negativ beeinflusse, könne eine Überdosierung das Eindringen von Wasser verlangsamen. Bei atmungsaktiver Funktionskleidung könne das Mittel zudem die Ableitung von Wasserdampf beeinträchtigen, wobei ein einmaliger Waschgang laut dem Experten meist keine dauerhaften Schäden verursache.

Die Stiftung Warentest untersuchte für die Ausgabe 10/2026 insgesamt 12 Funktionsshirts. Als Testsieger mit der Note 1,9 gingen das „Merino 200 Base Layer T-Shirt“ von Odlo sowie das Modell „150 Cool Brand TS“ von Ortovox hervor, die jeweils 90 € kosten.

Ein Preistipp wurde mit dem „Lauparen Merino 190 Base Tee“ von Devold für 60 € (Note 2,4) ausgesprochen, das laut den Prüfern aus mulesingfreier Wolle besteht. Die Tester hielten fest, dass reine Merinowolle Schweißgerüche schlechter annimmt, während Mischgewebe schneller trocknen. Für die Pflege wird die Verwendung von Wollwaschmittel bei maximal 30 bis 40 °C im Schonwaschgang empfohlen.

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Technologische Innovationen und industrielle Herausforderungen

Auf der Ebene der Gerätetechnologie stellte Xiaomi eine neue Dreifach-Trommel-Waschmaschine mit einer Gesamtkapazität von 14 kg vor. Das Gerät verfügt über eine Haupttrommel für 11 kg sowie zwei Zusatztrommeln für jeweils 1,5 kg. Eine integrierte Kaltwasser-Desinfektion soll laut Unternehmensangaben 99 % der Keime und 100 % der Milben entfernen.

In China liegen die Preise zum Veröffentlichungszeitpunkt bei 3.999 Yuan (ca. 523 €) für das Standardmodell und 4.999 Yuan (ca. 654 €) für die Version mit Trocknerfunktion. Auch der Hersteller Midea setzt auf Hygienefunktionen und beschrieb für einen Wärmepumpentrockner mit 10 kg Fassungsvermögen eine UV-C-Behandlung zur Reduktion von Mikroorganismen.

Während technologische Lösungen für den Haushalt voranschreiten, sieht sich die Textilindustrie beim Recycling mit Hindernissen konfrontiert. Eine mehrmonatige Untersuchung des Verbands Südwesttextil ergab, dass für textile Abfälle derzeit kein flächendeckendes, wirtschaftlich tragfähiges Faser-zu-Faser-Recyclingsystem existiert.

Besonders Mischtextilien und Farbstoffe erschweren die industrielle Umsetzung. Der Verband fordert daher, vor der Einführung verbindlicher Recyclingziele durch die EU-Abfallrahmenrichtlinie bis Ende 2029 zunächst die ökologische Wirkung und die Absatzmärkte zu sichern.

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Wirtschaftliche Entwicklungen im Wäschereisektor

Die ökonomischen Rahmenbedingungen für professionelle Wäschereien und Waschsalons unterliegen einem strukturellen Wandel. Laut Daten des Statistischen Landesamtes Sachsen sank die Zahl der Einheiten im Wirtschaftszweig Wäscherei und chemische Reinigung zwischen 2014 und 2024 von 248 auf 160. Trotz dieses Rückgangs planen einzelne Betreiber Expansionen.

In Leipzig und Bautzen kosten einfache Waschgänge in Salons zwischen 5 € und 6 €, wobei die Anbieter auf große Maschinenkapazitäten von bis zu 15 kg und schnelle Abläufe setzen. Gleichzeitig belasten hohe Energiekosten die Rentabilität der Betriebe.

Initiativen wie FAB.Region im Bergischen Städtedreieck versuchen derweil, die zirkuläre Wirtschaft auf regionaler Ebene zu stärken. In Roundtables mit Secondhand-Läden wurde festgestellt, dass der Wert gebrauchter Textilien von 30 bis 50 Cent pro Kilogramm im Jahr 2016 auf aktuell teils nur noch 5 bis 12 Cent gesunken ist.

Ziel ist es nun, die Reparatur und Aufbereitung von Textilien zu fördern, unter anderem durch ein Festival in Wuppertal am 31.10.2026, bei dem landesweit 4.000 gemeldete Reparaturen angestrebt werden.

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