Walking, Minuten

Walking im Alter: 40 Minuten dreimal pro Woche vergrößern den Hippocampus

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 05:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Studien verbinden leichte Bewegung und gezieltes Training mit Hirnstruktur, kognitiven Testergebnissen und geringerem Demenzrisiko.
Ein sonniger, ruhiger Spazierweg in einem grünen Park, der zu Bewegung im Alltag einlädt. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen verdeutlichen den Stellenwert körperlicher Bewegung für die kognitive Gesundheit im Alter. Eine am 15. Oktober 2026 in der Fachzeitschrift Experimental Gerontology veröffentlichte Untersuchung der Meiji Yasuda Life Foundation (Fukuoka Island City Study) zeigt, dass bereits Aktivitäten von niedriger Intensität mit einer besseren Erhaltung bestimmter Hirnstrukturen einhergehen können.

Gezielter Nutzen geringer Bewegungsintensitäten

An der japanischen Querschnittsuntersuchung nahmen 49 Seniorinnen und Senioren mit einem Durchschnittsalter von 71,1 Jahren teil, darunter 35 Frauen. Die Erfassung der Bewegungsmuster erfolgte über Akzelerometer. Dabei zeigte sich, dass eine höhere Aktivität im Bereich von 1,5 bis 3,0 metabolischen Äquivalenten (METs) – was leichten Alltagsbewegungen entspricht – mit einem größeren Volumen des frontalen Kortex sowie des dorsolateralen präfrontalen Kortex assoziiert war.

Auffallend war zugleich, dass für mittel- bis hochintensive Aktivitäten, die bloße Schrittzahl oder den über die Doubly-Labelled-Water-Methode (DLW) ermittelten Gesamtenergieumsatz keine derartigen Zusammenhänge festgestellt wurden. Da es sich um eine Querschnittsstudie handelt, lässt das Ergebnis allerdings keinen direkten kausalen Nachweis zu.

Trainingsformen und kognitive Leistungsfähigkeit

Die Befunde ergänzen frühere und breit angelegte Kohortenuntersuchungen. In einer 2026 im Fachjournal Lancet Public Health publizierten Analyse der Nurses' Health Study und der Health Professionals Follow-Up Study wurden über 100.000 Erwachsene aus den USA über bis zu 37 Jahre begleitet, wobei 10.695 Demenzfälle auftraten. Ein Vergleich des höchsten mit dem niedrigsten Quartil der Gesamtaktivität ergab ein um etwa 28 Prozent geringeres Demenzrisiko (Hazard Ratio 0,72).

Das Gehen war mit einer Risikoreduktion um rund 24 Prozent verbunden (HR 0,76), intensiver Ausdauersport um rund 11 Prozent (HR 0,89) und Krafttraining von mehr als einer halben Stunde pro Woche um etwa 13 Prozent (HR 0,87). Der Nutzen zeigte sich auch bei Trägern des Risikogens APOE-e4, wobei sich ein Plateau bei etwa 20 MET-Stunden pro Woche abzeichnete.

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Auch gezieltes Krafttraining zeigt messbare Effekte: Eine Sekundäranalyse der TEAMS-Studie mit 295 Teilnehmern (Durchschnittsalter 74 Jahre, rund 69 Prozent Frauen), veröffentlicht im Fachblatt BMC Geriatrics, untersuchte ein zwölfwöchiges, supervidiertes Training zweimal pro Woche.

Neben einer Reduktion depressiver Symptome (? = -0,167) und einer Steigerung der Lebensqualität verbesserten sich auch kognitive Testwerte, darunter der Trail Making Test A um 4,71 Sekunden und Teil B um 12,11 Sekunden.

Ebenso deutet eine Untersuchung der Universität Pittsburgh bei 55- bis 80-Jährigen darauf hin, dass dreimal wöchentlich 40 Minuten Walking über ein Jahr das Hippocampus-Volumen um über 2 Prozent ansteigen ließ, während im Alter sonst ein jährlicher Rückgang von 1 bis 2 Prozent typisch ist.

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Neurobiologische Mechanismen und methodische Grenzen

Auf zellulärer Ebene liefert die Grundlagenforschung Erklärungsansätze. Erkenntnisse des Massachusetts General Hospital aus Tiermodellen legen nahe, dass Bewegung die Produktion des Nervenwachstufsaktors BDNF ankurbelt. Dies schafft ein zelluläres Umfeld, das neu gebildete Neuronen unterstützt sowie Beta-Amyloid-Ablagerungen und Entzündungen dämpfen kann. Eine reine Neurogenese ohne dieses Begleitklima führt hingegen nur zu begrenzten kognitiven Verbesserungen.

Trotz der übereinstimmenden Tendenzen betonen Fachleute die methodischen Einschränkungen. Viele Daten stammen aus Beobachtungs- oder Querschnittsstudien, die Korrelationen, aber keine strikte Kausalität belegen.

Zudem lassen sich Erkenntnisse aus präklinischen Modellversuchen nicht ohne Weiteres direkt auf den Menschen übertragen. Dennoch unterstreichen die Daten die Relevanz kontinuierlicher, selbst moderater Bewegung für den Erhalt kognitiver Ressourcen.

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