Walden, Robotics

Walden Robotics: Toyota-Spin-off wird mit 1,1 Mrd. Euro bewertet

Veröffentlicht: 17.07.2026 um 05:02 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Walden Robotics erreicht Einhorn-Status, BMW setzt Figure 03 ein. Xiaomi und neue Player treiben die industrielle Robotik voran.

Humanoide Roboter: Milliarden-Finanzierungen und Produktionsrekorde
Schlanker, rollender humanoider Roboter in einer Fabrikhalle, umgeben von Industrieanlagen und Autoteilen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Industrie setzt zunehmend auf humanoide Roboter – und das Tempo der Entwicklung hat sich in dieser Woche deutlich beschleunigt. Gleich mehrere Unternehmen präsentierten neue Finanzierungsrunden, Produktionsrekorde und konkrete Einsatzpläne.

Walden Robotics: Einhorn-Status nach nur sechs Monaten

Das in Cambridge ansässige Unternehmen Walden Robotics beendete am Mittwoch seine Geheimhaltungsphase mit einer spektakulären Ankündigung. Der Spin-off des Toyota Research Institute sammelte 300 Millionen Euro in einer Finanzierungsrunde ein, die von Toyota und Deviation Capital angeführt wurde. Namhafte Investoren wie Nvidia, Boeing, Samsung Ventures und Prologis Ventures stiegen ebenfalls ein. Die Bewertung des Start-ups: 1,1 Milliarden Euro.

Was Walden Robotics von der Konkurrenz unterscheidet? Die Roboter des Unternehmens kommen nicht auf zwei Beinen daher, sondern auf Rädern. „Stabilität und Geschwindigkeit in Fabrikumgebungen haben für uns oberste Priorität", heißt es aus dem Unternehmen. Die Maschinen lernen Aufgaben durch sogenannte Large Behavior Models und Diffusion Policy – sie verbessern sich also durch Erfahrung. Seit Februar 2026 arbeiten die Roboter bereits in einem Toyota-Werk in Nordamerika, wo sie Autoteile transportieren, Maschinen bestücken und Montage-Kits zusammenstellen.

BMW setzt auf Figure 03 – mit beeindruckender Bilanz

Der Automobilsektor bleibt der wichtigste Treiber für den Einsatz humanoider Roboter. BMW hat im Juli 2026 den Figure 03 von Figure AI in die Live-Produktion am Standort Spartanburg überführt. Der neue Roboter ist mit Tastsensoren und kabelloser Ladefunktion ausgestattet. Seine Aufgabe: unsortierte Teile aufnehmen und in Sequenzierwagen ablegen – ein zentraler Schritt in der Just-in-Sequence-Logistik.

Der Vorgänger Figure 02 hatte bereits Maßstäbe gesetzt: Über 1.250 Stunden Laufzeit und mehr als 90.000 verarbeitete Teile mit einer Genauigkeit von über 99 Prozent. Eine Quote, die selbst erfahrene menschliche Arbeiter nur selten erreichen.

Anzeige

Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass Milliarden in Robotik und KI fließen und völlig neue Marktführer entstehen. In diesem kostenlosen Report erfahren Sie, welche Unternehmen bei der neuen Industrierevolution ganz oben auf der Liste stehen. Jetzt gratis herausfinden, wer die Gewinner der neuen Industrierevolution sind

Xiaomi: Roboter lernen feinmotorische Aufgaben

Auch der chinesische Technologiekonzern Xiaomi meldet beeindruckende Fortschritte. In seinem Elektrofahrzeug-Werk haben humanoide Roboter eine Erfolgsquote von 98 Prozent beim beidseitigen Eindrehen von selbstschneidenden Muttern erreicht. Zum Vergleich: Im März 2026 lag dieser Wert noch bei 90,2 Prozent.

Doch damit nicht genug. Die Roboter meistern nun auch komplexere Aufgaben: Sie falten Recycling-Behälter und sortieren Mittelkonsolen-Seitenteile – beide mit einer Erfolgsquote von 90 Prozent. Xiaomi kündigte an, in den nächsten fünf Jahren eine große Zahl eigener humanoider Roboter in den Fabriken einzusetzen.

Südkorea, Indien: Neue Player drängen auf den Markt

Die Entwicklung beschränkt sich längst nicht mehr auf die großen Tech-Nationen. Das südkoreanische Start-up Holiday Robotics sicherte sich 103 Millionen Euro in einer Serie-A-Runde. Das Unternehmen will seinen Rad-Humanoiden FRIDAY kommerzialisieren – für umgerechnet rund 62.000 Euro pro Stück. 2026 sollen 100 Einheiten produziert werden, langfristig ist die Rede von 10.000 Stück.

Anzeige

Während Robotik und KI die Industrie grundlegend verändern, haben Finanzexperten bereits die aussichtsreichsten Profiteure dieser Entwicklung identifiziert. Der aktuelle Report von finanztrends.de liefert Ihnen dazu fundierte Antworten – gratis und sofort verfügbar. Finanzprofis enthüllen im Gratis-Report, wo das große Geld gerade hinfließt

In Indien hat Agni Robotics den ersten Agni One in einem Logistikzentrum in Noida in Betrieb genommen. Der Zweiarms-Roboter ist für Inventarverwaltung und Verpackung zuständig. Das Unternehmen verspricht eine 35-prozentige Effizienzsteigerung und 40 Prozent geringere Arbeitskosten über drei Jahre.

Ebenfalls aus Indien: Robu.ai präsentierte auf dem India Robotics Summit den RoboMate X1. Der Roboter richtet sich gezielt an kleine und mittelständische Unternehmen, kostet rund 50.000 Euro und bietet eine LiDAR-basierte Navigation sowie eine Akkulaufzeit von zehn Stunden. Drei Automobilzulieferer haben bereits Vorbestellungen aufgegeben.

Die Botschaft dieser Woche ist klar: Humanoide Roboter verlassen die Labore und werden zum festen Bestandteil der industriellen Fertigung. Europa – und insbesondere die deutsche Automobilindustrie – wird sich fragen müssen, wie schnell der Anschluss an diese Entwicklung gelingt.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69783977 |