Vormittagskaffee: 31 Prozent weniger Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 06:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ernährungsmuster und alltägliche Konsumgewohnheiten stehen zunehmend im Mittelpunkt der Forschung zu chronisch-entzündlichen Prozessen. Wissenschaftliche Untersuchungen liefern detaillierte Einblicke in die Zusammenhänge zwischen bestimmten Ernährungsweisen und Autoimmun- sowie Lebererkrankungen.
Eine Übersichtsarbeit von Barbalace et al., veröffentlicht im Fachjournal Nutrients (2025), analysierte die Rolle der mediterranen Ernährung bei rheumatischen und Schilddrüsen-Autoimmunerkrankungen. Parallel dazu beleuchten groß angelegte Kohortenstudien die spezifischen physiologischen Effekte von Kaffee.
Mediterrane Kost und Entzündungsmarker bei Autoimmunerkrankungen
Die in Nutrients ausgewerteten Daten verdeutlichen den Einfluss gezielter Ernährungsumstellungen auf den Krankheitsverlauf. In einer randomisierten kontrollierten Studie mit Patienten, die an rheumatoider Arthritis litten, führte eine zwölfwöchige Intervention mit mediterraner Ernährung zu einer signifikanten Senkung des Krankheitsaktivitätsscores DAS28 im Vergleich zur Kontrollgruppe.
Zudem dokumentierten die Forscher Verbesserungen bei der Körperzusammensetzung, dem Körpergewicht, dem Blutzuckerspiegel sowie den Vitamin-D-Werten im Plasma.
Auch bei Personen mit Hashimoto-Thyreoiditis zeigten sich messbare Effekte: Eine entzündungshemmende Kost war mit niedrigeren TSH-Werten, einem höheren Spiegel an freiem T4 und einem geringeren Body-Mass-Index (BMI) assoziiert.
Demgegenüber ergaben Auswertungen von NHANES-Daten, dass eine pro-inflammatorische Ernährungsweise mit höheren Konzentrationen von Gesamt-T4 und Gesamt-T3 einhergeht. Ergänzend senkte eine Supplementierung mit Omega-3-Mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3-PUFA) die Entzündungsmediatoren Interleukin-1? (IL-1?) sowie Leukotrien B4 (LTB4).
Kaffeekonsum und protektive Effekte auf das Lebergewebe
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Neben Ernährungsmustern untersucht die Forschung auch die Wirkung spezifischer Getränke. Eine von Kim et al. im Journal Clinical Gastroenterology and Hepatology (2026) publizierte Analyse von über 350.000 Teilnehmenden der UK Biobank zeigte, dass ein Konsum von fünf Tassen Kaffee am Tag mit einer deutlichen Risikoreduktion für Leberzirrhose, hepatozelluläre Karzinome (HCC) sowie die leberbezogene Sterblichkeit einhergeht.
Dieser Effekt erwies sich als unabhängig vom Koffeingehalt. Mittels MRT-Bildgebung und Proteomik stellten die Forschenden fest, dass regelmäßiger Kaffeekonsum mit geringeren Leberfettwerten, reduzierter Fibroinflammation und einem günstigeren Profil hepatozellulärer Syntheseproteine verbunden war.
Ergänzende physiologische Aspekte ordnete der Ernährungsmediziner Matthias Riedl ein. Demnach fördert schwarzer Kaffee die Regeneration von Leberzellen sowie die Entfettung des Organs, wirkt kardiovaskulären Leiden entgegen und dämpft entzündliche Prozesse im Darm.
Die positiven Wirkungen seien bei einer menge von bis zu vier Tassen pro Tag wissenschaftlich belegt, während darüber hinaus kein zusätzlicher Nutzen nachweisbar sei. Das Trinken auf nüchternen Magen stufte Riedl für die Mehrheit als unbedenklich ein; Ausnahmen bildeten ältere Menschen, Raucher sowie Personen mit genetisch bedingt empfindlicher Magenschleimhaut.
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Einfluss von Tageszeit und neurologische Beobachtungen
Auch der Zeitpunkt der Kaffeaufnahme spielt laut einer US-Studie der Universitäten Harvard und Tulane aus dem Jahr 2025 mit über 40.000 Teilnehmenden eine Rolle. Personen, die Kaffee ausschließlich vormittags tranken, wiesen ein um 16 Prozent niedrigeres Gesamtmortalitätsrisiko und ein um 31 Prozent reduziertes Risiko für kardiovaskuläre Todesfälle im Vergleich zu Nicht-Kaffeetrinkern auf.
Dieses Muster zeigte sich sowohl bei moderatem Konsum von zwei bis drei Tassen als auch bei mehr als drei Tassen täglich. Bei Personen, die über den gesamten Tag verteilt Kaffee tranken, wurde dieser Effekt nicht beobachtet; bei weniger als einer Tasse am Morgen fiel der Vorteil geringer aus. Die beteiligten Forscher betonten den Bedarf an weiteren Untersuchungen zur Bestätigung.
Hinsichtlich der Effekte auf das zentrale Nervensystem zeigte eine Untersuchung der Universität Basel aus dem Jahr 2021, dass regelmäßige Koffeinzufuhr das Volumen der grauen Substanz vorübergehend reduzierte. Nach einem zehntägigen Koffeinverzicht regenerierte sich das Gewebe jedoch wieder vollständig.

